• Gas: Preise geben weiter nach
  • Lösungen für mehr Transparenz im Netz
  • Dinslaken goes China
  • Startschuss für kostenlose "E-Dorfautos" im Hunsrück
  • Neues Heizkraftwerk für Oberhausen
  • Skandinavische Strombörse verkauft
  • Strom: Weiter nach unten
  • EU klassifiziert Nachhaltigkeit von Anlageprodukten
  • Irena fordert mehr Erneuerbaren-Ausbau von den Staaten
  • EWE hat neuen Anteilseigner
Enerige & Management > Kohle - Vorläufig keine Braunkohle mehr aus dem Tagebau Jänschwalde
Bild: Tourist Cottbus
KOHLE:
Vorläufig keine Braunkohle mehr aus dem Tagebau Jänschwalde
Der Abbau im Tagebau Jänschwalde in Brandenburg wird vorläufig gestoppt. Das entschied das Verwaltungsgericht Cottbus am 30. August. Ab 1. September läuft nur ein Sicherheitsbetrieb.
 
Die Richter beschlossen, dem Betreiber Leag keine längere Frist für eine Umweltverträglichkeitsprüfung als Voraussetzung für den Weiterbetrieb zu gewähren. Das Energieunternehmen hatte dafür eine Fristverlängerung bis Ende November beantragt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die Grüne Liga hatten bereits Anfang 2019 gegen den Hauptbetriebsplan des Tagebaus für das Jahr Klage eingereicht und einen Eilantrag gestellt. Die Umweltschützer befürchten, dass Filterbrunnen im Bereich des Tagebaus Naturschutzgebiete wie Feuchtwiesen und Moore gefährden. Sie wollen daher eine Erweiterung der Kohlegrube in Richtung Norden verhindern, die zu einer Austrocknung der Landschaften in der Umgebung führen könnte, darunter dem Naturpark Schlaubetal.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVB) hatte am Vortag einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Cottbus bestätigt. Ohne Umweltverträglichkeitsprüfung ist ein Stopp des Tagebaus rechtmäßig ist, so die Richter. Die Leag bereitet sich nun auf einen unausweichlich gewordenen „zeitweisen Sicherheitsbetrieb“ des Tagebaus ab dem 1. September 2019 vor. „Wir haben uns gemäß der erlassenen Anordnung des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) zunächst auf einen Stillstandszeitraum von nicht mehr als 10 bis 12 Wochen eingerichtet. Damit müssen in jedem Fall die Arbeit der Abraumförderbrücke sowie die Kohleförderung unterbrochen werden“, erklärte Uwe Grosser, Bergbau-Vorstand der Leag.

Unabhängig vom dadurch eintretenden wirtschaftlichen Schaden sei eine solche Situation den Bergleuten nicht unbekannt. Von den geotechnischen und technologischen Voraussetzungen sei sie ungefähr vergleichbar mit einem planmäßigen Stillstand wie etwa bei einer großen Generalinstandsetzungsmaßnahme. „Die Versorgung des Kraftwerkes Jänschwalde wäre für einen kurzen Zeitraum weiterhin möglich und auch für die Mitarbeiter, die nicht in dem Sicherheitsbetrieb eingebunden sind, werden wir die Auswirkungen bei einem kurzen Stillstand über Arbeitszeitkonten oder Umsetzungen an andere Standorte gering halten“, sagte Grosser. Vor Ort arbeiten etwa 700 Beschäftigte.

Die Details des konkreten Sicherheitsbetriebs müssten durch das LBGR geregelt werden. Dazu gehöre unter anderem der Weiterbetrieb der Grubenwasserhebung aus Gründen der Böschungssicherheit. Zudem wurden auf Basis einer Anordnung vom 7. August des LBGR vor allem geotechnische und wasserwirtschaftliche Vorkehrungen für die geologische Standsicherheit des gesamten Grubenbetriebs im Tagebau einschließlich der 30 000 Tonnen schweren Förderbrücke mit angeschlossenen Baggern getroffen. In den kommenden Monaten hofft die Leag, die fehlende Verträglichkeitsprüfung nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie nachreichen zu können und dann den Betrieb wiederaufnehmen zu dürfen.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
+49 (0) 151 28207503
eMail
facebook
© 2019 Energie & Management GmbH
Freitag, 30.08.2019, 14:56 Uhr

Mehr zum Thema