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Enerige & Management > Metering Days - Volle Kontrolle über die Energiedaten
Bild: Shutterstock, Krunja
METERING DAYS:
Volle Kontrolle über die Energiedaten
In Gebäuden fallen zunehmend Daten zu Energieerzeugung und -verbrauch an, die kommerziell interessant sind. Eine IT-Lösung von Eon will den Bewohnern die Hoheit über diese Daten geben.
 
Eine von Eon Future Lab (Innovationsabteilung) zu diesem Zweck entwickelte und zum Patent angemeldete Box hat die Größe eines 5-Euro-Scheins. Installiert in Gebäuden sammelt sie Daten, zum Beispiel aus Smart-Home-Anwendungen wie der Heizungssteuerung oder dem Licht-Management im Haus. Die Daten werden mit Hilfe einer Blockchain verschlüsselt. 
 
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Grafik: Eon

Der Nutzer hat dann die Möglichkeit, gezielt darüber zu entscheiden, wer auf welche der Informationen zugreifen kann – sei es kostenlos oder gegen Bezahlung. Eon fungiere hier als Vermittler und Dienstleister, bekomme aber nur dann Einsicht, wenn der Kunde ausdrücklich zustimmt, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns.

Als Beispiel für die Monetarisierung von Daten nennt die Eon-Patentschrift etwa günstigere Versicherungsprämien für Menschen, die regelmäßig Sport treiben und dies durch die Daten von am Handgelenk getragenen Fitness-Trackern auch belegen können. 

Das Problem bei diesen Lösungen sei allerdings, dass der Datenerzeuger keine Kontrolle darüber hat, ob der Datenempfänger die Informationen über die vereinbarte Nutzung hinaus verwendet oder sogar weitergibt. Der Empfänger wiederum habe keine Kontrolle, ob die Daten außer ihm auch anderen Empfängern verkauft werden.

Kunden sollen Kontrolle über die Analysen ihrer Daten behalten

Beide Probleme werden bei der Eon-Lösung durch den Einsatz einer Blockchain-Software als zentralem Element umgangen. Die Daten werden mit einem nur dem Datenerzeuger bekannten Schlüssel manipulationssicher in der Blockchain abgelegt. Bei Bedarf stellt der Datenerzeuger dann zwei Schlüssel für die Entschlüsselung zur Verfügung: Einer macht aus den freigegebenen Informationen einen Datensatz, den der Käufer zwar einsehen und verwenden, aber nicht kopieren oder unbemerkt weitergeben kann. Ein zweiter Schlüssel geht an eine "vertrauenswürdige dritte Partei", die die Einhaltung der für diese Transaktion vereinbarten Regeln durch beide Seiten überwacht. Bei der Trusted Third Party, die das Patent erwähnt, handele es sich sowohl um einen technisch basierten automatisierten Audit der Abläufe, als auch um das Unternehmen Eon als vertrauenswürdige Marke, hieß es auf Nachfrage von E&M.

„Digitale Patente sind selten – aber das Team unseres Future Labs hat es
geschafft, Blockchain und Big Data mit einer einfachen Hardware-Lösung zu
verbinden. Unsere Kunden sollen die absolute Kontrolle über die Analysen ihrer
Daten behalten“, sagt Matthew Timms, Chief Digital and Technology Officer bei Eon. Die Möglichkeit, Teile dieser Auswertungen innerhalb eines sichereren, nachvollziehbaren Rahmens zu verkaufen, sei völlig neu.

Der Prototyp der Lösung hat die internationalen Sicherheitstests bestanden und wurde bereits vom deutschen Prüflabor SGS zertifiziert. Ende des Jahres soll es bei
ersten Testkunden eingesetzt werden. Erste Produkte können bereits ab dem kommenden Jahr entwickelt werden.

Mit welcher Auflösung die künftigen Nutzer über die Weitergabe ihrer Daten entscheiden könnten und auch welche Auswertungen und Algorithmen am meisten von den Eon-Partnern gewünscht würden, werde derzeit noch getestet, hieß es. Auch über welche Schnittstellen die Box verfügen werde, sei noch nicht finalisiert: Aktuell werde Sensorik über den seriellen I2C-Bus angebunden. Als Datenformat könne zum Beispiel der JSON-Standard verwendet werden. Der Prototyp verfüge standardmäßig über Wlan als drahtlose Schnittstelle, aber auch die Funkstandards Zigbee und Lorawan würden getestet. 
 

Peter Koller
Redakteur
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Donnerstag, 15.08.2019, 14:18 Uhr

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