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Enerige & Management > Gas - VNG will Gasspeicher stilllegen
Bild: Fotolia.com, WoGi
GAS:
VNG will Gasspeicher stilllegen
Die schwierige Geschäftslage im Gasspeichermarkt bringt immer mehr Speicherbetreiber dazu, über die Stilllegung von Kapazitäten nachzudenken. Dabei geht es jedoch auch um die Frage, welche Auswirkungen das auf die Versorgungssicherheit hat.
 
Ungeachtet der momentan intensiven Diskussionen über die Funktion von Speichern für die Sicherheit der Gasversorgung stellen immer mehr Speicherbetreiber aus wirtschaftlichen Gründen den Weiterbetrieb von Kapazitäten in Frage. „Auch wir denken über Stilllegungen nach“, sagte am 5. November bei der Euroforum Jahrestagung Erdgas in Berlin Bernd Protze, Geschäftsführer der VNG Gasspeicher GmbH.

Er rechnet damit, dass von den rund 23 Mrd. m3 Speicherkapazitäten in Deutschland in nächster Zeit etwa 10 % aus dem Markt gehen könnten, wenn sich die Bedingungen nicht ändern. Zuletzt hatten Storengy und RWE bekannt gemacht, Speicher in Norddeutschland stillzulegen. Der Markt sei in eine „extrem schwierige Situation gerutscht“, so Protze. Dabei spielen die Liquidität am Gasmarkt und die Preisentwicklung eine wichtige Rolle.

Protze sieht auch keine Alternative zu weiteren Stilllegungen, wenn die Speicherbetreiber nicht für den Beitrag, den ihre Anlagen für die Versorgungssicherheit leisten, bezahlt werden. Die Speicherunternehmen sind damit in einer ähnlichen Situation wie die Betreiber von konventionellen Kraftwerken bei ihrem Kampf um einen Kapazitätsmarkt, der Kraftwerke als Sicherheitsreserve entlohnt, auch wenn sie nicht produzieren. Auch die Speicherbetreiber wollen, dass für die Bereitstellung von Speicherleistung, die für mögliche Engpässe bereitgehalten wird, bezahlt wird. Sie versprechen sich davon, ihre Anlagen wieder wirtschaftlich betreiben zu können.

Darüber, wie Gasspeicher künftig zur Versorgungssicherheit beitragen sollen, wird auch im Bundeswirtschaftsministerium intensiv diskutiert, wie Frank Bonaldo bei der Tagung in Berlin versicherte. Mitte Mai sollen erste Ergebnisse einer Studie über „Möglichkeiten zur Verbesserung der Gasversorgungssicherheit und der Krisenvorsorge durch Regelungen der Speicher“ vorliegen, die das Ministerium in Auftrag gegeben hat.

Daraus sollen dann Folgerungen für den Betrieb abgeleitet werden. „Das muss nicht die strategische Gasreserve sein“, sagte Bonaldo. Die strategische Gasreserve sei sehr teuer, meinte er. Ein solches Sicherungsinstrument nach dem Vorbild der staatlichen Ölreserve, das von der bayerischen Energieministerin Ilse Aigner im Zuge der Ukraine-Krise mehrmals vorgeschlagen wurde, bewertet man also offensichtlich im Berliner Wirtschaftsministerium eher kritisch.

Als Alternative denkbar ist eine Verpflichtung für Händler, Gas in Speichern vorzuhalten. Er habe bei der Diskussion auch das „Thema Leistungspreis im Hinterkopf“, so Bonaldo.

Protze sprach sich gegen eine starre strategische Reserve aus und kündigte Vorschläge der Initiative Erdgasspeicher (INES) zur Einbeziehung der Gasspeicher in die Absicherung der Versorgung an. Wenn es dennoch zu einer strategischen Gasreserve komme, müssten Möglichkeiten geschaffen werden, diesen Vorrat zu bewirtschaften. „Wir wollen als Speicherbetreiber nicht nur Friedhofswärter sein“, so der VNG-Manager. Gespeichertes Gas als Reserve jahrelang in einem Speicher zu lassen, sei kein attraktives Geschäft für die Betreiber.

Bei der Diskussion über die Situation der Gasspeicher wurde aber auch angemerkt, dass die wirtschaftlichen Probleme der Speicherbetreiber eine Folge von Überkapazitäten sein könnte. Dann wären die zunehmenden Stilllegungen die angemessene Reaktion.
 

Peter Focht
Redakteur
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Donnerstag, 06.11.2014, 11:24 Uhr

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