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Energie & Management > Stromnetz - Vierter Abschnitt des Südlink in der Planfeststellung
Die Erdkabel für den Südlink sollen demnächst geliefert werden. Die baugleichen Kabel für den Südostlink warten schon im Regensburger Hafen auf ihren Einsatz. Quelle: E&M / Drewnitzky
Stromnetz

Vierter Abschnitt des Südlink in der Planfeststellung

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat für einen 37 Kilometer langen Erdkabelabschnitt der Südlink-Stromtrasse den Planfeststellungsantrag eingereicht.
Der Antrag auf Planfeststellungsbeschluss nach § 21 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) für den Planungsabschnitt A4 wurde der Bundesnetzagentur am 30. Dezember 2022 übergeben. Das teilte Tennet jetzt mit. Die Behörde organisiert nun das Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Nach dessen Abschluss darf Südlink im nördlichen Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen gebaut werden. Der Übertragungsnetzbetreiber rechnet für Mitte 2024 mit Baugenehmigung und Baubeginn.

Die Anträge auf Planfeststellung sollen 2023 für alle 15 Abschnitte von Südlink eingereicht werden. Für drei Abschnitte – den Trassenverlauf in einem neuen Tunnel unter der Elbe, den Verlauf in einem Salzbergwerk bei Heilbronn und für eine kurze Freileitungsstrecke in Bayern − laufen die abschließenden Planfeststellungsverfahren bereits seit Jahresmitte 2022.

Im Jahr 2028 soll der erste Strom fließen

„Südlink hat 2022 deutlich an Fahrt aufgenommen und wird sich ab 2023 von einem Planungs- zu einem Bauprojekt wandeln”, sagte Tim Meyerjürgens, COO von Tennet. „Angesichts der aktuellen Energiekrise setzen wir alles daran, dass 2028 der erste Strom bei Südlink fließen kann.“ Dazu sei es geboten, dass alle an einem Strang ziehen. „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an den nächsten entscheidenden Schritten im Südlink-Projekt“, so Meyerjürgens.

Die Planfeststellungsunterlagen beschreiben den genauen Leitungsverlauf, Bauweisen und benötigte Grundstücke. Zudem wägen sie die Interessen der sogenannten Schutzgüter wie Mensch, Umwelt und Boden gegeneinander ab. Der beantragte Südlink-Verlauf wurde, wie es seitens Tennet heißt, gemeinsam mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie lokaler Öffentlichkeit geplant und optimiert. Mehr als 1.300 Hinweise aus der Bevölkerung habe man berücksichtigt.

Der Abschnitt A4 beginnt an der Landkreisgrenze zu Stade und endet bei Scheeßel. Die Trasse berührt dabei die Gemeinden Farven, Anderlingen, Heeslingen, Elsdorf, Hamersen, Helvesiek und Scheeßel. Im ersten Quartal 2023 sollen die ersten Kabellieferungen eintreffen. Die beiden europäischen Kabelhersteller NKT und Prysmian haben schon mit der Produktion begonnen.
 
Hightech-Kabel der Hersteller Prysmian und NKT kommen bei den
Erdkabel-Projekten Südlink und Südostlink zum Einsatz.
Sie sind für 2.000 MW und eine Spannung von 525 kV ausgelegt
Quelle: E&M / Drewnitzky

Die Bundesnetzagentur ist für die nächsten Schritte im Genehmigungsverfahren verantwortlich. Sie wird die Pläne voraussichtlich im ersten Quartal 2023 unter www.netzausbau.de veröffentlichen und unter anderem die berührten Gemeinden anhören. Dieser Verfahrensschritt ermöglicht es, zu den Plänen offiziell Stellung zu nehmen und in einem Erörterungstermin zu diskutieren. Die Behörde wird dann die Argumente gegeneinander abwägen und den Planfeststellungsbeschluss erlassen.

Windkraftstrom für den Süden der Republik

Südlink besteht aus zwei größtenteils parallel verlaufenden Vorhaben und soll in erster Linie dem Abtransport von Windkraftstrom aus dem Norden der Republik in den Süden dienen, der nach dem Ende der Kernkraft ohne nennenswerte eigene Stromproduktion zurechtkommen muss. Die Leitungen verbinden Brunsbüttel und das nahe gelegene Wilster in Schleswig-Holstein mit den Umspannwerken Großgartach bei Heilbronn (Baden-Württemberg) und Bergrheinfeld/West bei Schweinfurt (Bayern).

Mit einer Länge von rund 700 Kilometern und einer Investitionssumme von 10 Milliarden Euro ist Südlink das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende in Deutschland. Die eingesetzte Technik der Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung mit 525 kV ermöglicht einen verlustarmen Stromtransport über weite Strecken. Mit einer Kapazität von zusammen 4.000 MW kann die Trasse rein rechnerisch 10 Millionen Haushalte versorgen. Tennet ist bei dem Projekt für den nördlichen Abschnitt und die Konverter in Schleswig-Holstein und Bayern zuständig, die den Gleichstrom wieder in Wechselstrom verwandeln und umgekehrt. In den Bereich von Transnet BW fallen der südliche Abschnitt und der Konverter in Baden-Württemberg.

Ursprünglich hätte der Südlink rechtzeitig zur Abschaltung der letzten Atomkraftwerke Ende 2022 fertig sein sollen. Doch die Umplanung auf Erdverkabelung und Wiederstände von Trassengegnern haben das Projekt immer wieder verzögert.

Montag, 2.01.2023, 14:48 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Stromnetz - Vierter Abschnitt des Südlink in der Planfeststellung
Die Erdkabel für den Südlink sollen demnächst geliefert werden. Die baugleichen Kabel für den Südostlink warten schon im Regensburger Hafen auf ihren Einsatz. Quelle: E&M / Drewnitzky
Stromnetz
Vierter Abschnitt des Südlink in der Planfeststellung
Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat für einen 37 Kilometer langen Erdkabelabschnitt der Südlink-Stromtrasse den Planfeststellungsantrag eingereicht.
Der Antrag auf Planfeststellungsbeschluss nach § 21 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) für den Planungsabschnitt A4 wurde der Bundesnetzagentur am 30. Dezember 2022 übergeben. Das teilte Tennet jetzt mit. Die Behörde organisiert nun das Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung. Nach dessen Abschluss darf Südlink im nördlichen Landkreis Rotenburg (Wümme) in Niedersachsen gebaut werden. Der Übertragungsnetzbetreiber rechnet für Mitte 2024 mit Baugenehmigung und Baubeginn.

Die Anträge auf Planfeststellung sollen 2023 für alle 15 Abschnitte von Südlink eingereicht werden. Für drei Abschnitte – den Trassenverlauf in einem neuen Tunnel unter der Elbe, den Verlauf in einem Salzbergwerk bei Heilbronn und für eine kurze Freileitungsstrecke in Bayern − laufen die abschließenden Planfeststellungsverfahren bereits seit Jahresmitte 2022.

Im Jahr 2028 soll der erste Strom fließen

„Südlink hat 2022 deutlich an Fahrt aufgenommen und wird sich ab 2023 von einem Planungs- zu einem Bauprojekt wandeln”, sagte Tim Meyerjürgens, COO von Tennet. „Angesichts der aktuellen Energiekrise setzen wir alles daran, dass 2028 der erste Strom bei Südlink fließen kann.“ Dazu sei es geboten, dass alle an einem Strang ziehen. „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an den nächsten entscheidenden Schritten im Südlink-Projekt“, so Meyerjürgens.

Die Planfeststellungsunterlagen beschreiben den genauen Leitungsverlauf, Bauweisen und benötigte Grundstücke. Zudem wägen sie die Interessen der sogenannten Schutzgüter wie Mensch, Umwelt und Boden gegeneinander ab. Der beantragte Südlink-Verlauf wurde, wie es seitens Tennet heißt, gemeinsam mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie lokaler Öffentlichkeit geplant und optimiert. Mehr als 1.300 Hinweise aus der Bevölkerung habe man berücksichtigt.

Der Abschnitt A4 beginnt an der Landkreisgrenze zu Stade und endet bei Scheeßel. Die Trasse berührt dabei die Gemeinden Farven, Anderlingen, Heeslingen, Elsdorf, Hamersen, Helvesiek und Scheeßel. Im ersten Quartal 2023 sollen die ersten Kabellieferungen eintreffen. Die beiden europäischen Kabelhersteller NKT und Prysmian haben schon mit der Produktion begonnen.
 
Hightech-Kabel der Hersteller Prysmian und NKT kommen bei den
Erdkabel-Projekten Südlink und Südostlink zum Einsatz.
Sie sind für 2.000 MW und eine Spannung von 525 kV ausgelegt
Quelle: E&M / Drewnitzky

Die Bundesnetzagentur ist für die nächsten Schritte im Genehmigungsverfahren verantwortlich. Sie wird die Pläne voraussichtlich im ersten Quartal 2023 unter www.netzausbau.de veröffentlichen und unter anderem die berührten Gemeinden anhören. Dieser Verfahrensschritt ermöglicht es, zu den Plänen offiziell Stellung zu nehmen und in einem Erörterungstermin zu diskutieren. Die Behörde wird dann die Argumente gegeneinander abwägen und den Planfeststellungsbeschluss erlassen.

Windkraftstrom für den Süden der Republik

Südlink besteht aus zwei größtenteils parallel verlaufenden Vorhaben und soll in erster Linie dem Abtransport von Windkraftstrom aus dem Norden der Republik in den Süden dienen, der nach dem Ende der Kernkraft ohne nennenswerte eigene Stromproduktion zurechtkommen muss. Die Leitungen verbinden Brunsbüttel und das nahe gelegene Wilster in Schleswig-Holstein mit den Umspannwerken Großgartach bei Heilbronn (Baden-Württemberg) und Bergrheinfeld/West bei Schweinfurt (Bayern).

Mit einer Länge von rund 700 Kilometern und einer Investitionssumme von 10 Milliarden Euro ist Südlink das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende in Deutschland. Die eingesetzte Technik der Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragung mit 525 kV ermöglicht einen verlustarmen Stromtransport über weite Strecken. Mit einer Kapazität von zusammen 4.000 MW kann die Trasse rein rechnerisch 10 Millionen Haushalte versorgen. Tennet ist bei dem Projekt für den nördlichen Abschnitt und die Konverter in Schleswig-Holstein und Bayern zuständig, die den Gleichstrom wieder in Wechselstrom verwandeln und umgekehrt. In den Bereich von Transnet BW fallen der südliche Abschnitt und der Konverter in Baden-Württemberg.

Ursprünglich hätte der Südlink rechtzeitig zur Abschaltung der letzten Atomkraftwerke Ende 2022 fertig sein sollen. Doch die Umplanung auf Erdverkabelung und Wiederstände von Trassengegnern haben das Projekt immer wieder verzögert.

Montag, 2.01.2023, 14:48 Uhr
Gnter Drewnitzky

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