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Enerige & Management > Umfrage  - "Viel Traffic bei PPA bereits jetzt zu spüren"
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UMFRAGE :
"Viel Traffic bei PPA bereits jetzt zu spüren"
Das erste gemeinsame PPA-Barometer von E&M und Enervis zeigt, dass Power Purchase Agreements schneller als gedacht hierzulande bedeutsam für den weiteren Ökostromausbau werden können.
 
Wenn in Energiekreisen derzeit ein Thema zunehmend an Bedeutung gewinnt, dann sind es Power Purchase Agreements (PPA). Warum? Nach einer jüngsten Studie des Beratungsunternehmens Enervis Energy Advisors werden über PPA finanzierte Wind- und Solarprojekte bis 2020 zwar lediglich 1 % der installierten grünen Kraftwerksleistung in Europa ausmachen. Doch die Quote soll bis Mitte der 2020er-Jahre sprunghaft ansteigen.

Für Anfang der 2030er-Jahre erwartet Enervis, dass der Zubau erneuerbarer Energien fast vollständig auf PPA-Basis erfolgt. Zehn Jahre später werde europaweit sogar die Hälfte aller installierten Wind- und Solarparks dank PPA-Verträgen in Betrieb sein − PPA sind dann das Standardinstrument für deren Finanzierung. Bislang erfolgte der Zubau fast ausschließlich über staatliche Förderregime.

Eigentlich sind diese direkten PPA-Stromlieferverträge zwischen Erzeugern und meist Industriebetrieben vor allem im angelsächsischen und skandinavischen Raum bereits ein alter Hut. Hierzulande bestand für Energieversorger, Direktvermarkter, Betreiber von Ökokraftwerken oder Projektentwickler bislang kein Anlass, solche Kontrakte abzuschließen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz bot allen mit seiner 20-jährigen Laufzeit auskömmliche Einnahmen für die Refinanzierung der Grünstrominvestitionen.

Erst die Tatsache, dass ab Anfang 2021 gleich Tausende alte Windturbinen aus der EEG-Vergütung fallen, haben PPA-Verträge als Finanzierungsinstrument für einen möglichen Weiterbetrieb verstärkt auf die Tagesordnung gebracht. Deshalb verwunderte es nicht, dass im Vorfeld der letztjährigen Windmesse in Hamburg erste PPA-Vereinbarungen für die sogenannten Ü20-Windturbinen abgeschlossen worden sind.

Als „Einstieg in den PPA-Markt in Deutschland“ bewerteten Marktkenner damals die ersten Verträge. „Power Purchase Agreements werden auch in Deutschland künftig ein wichtiger Treiber unseres Origination-, Vertriebs- und Handelsgeschäfts sein“, sagt auch Patrick Koch, Leiter der Abteilung Origination bei Statkraft Markets, „wir investieren deshalb derzeit viele Ressourcen in diesem Bereich.“ Die Skandinavier können bereits auf einige PPA-Abschlüsse in Skandinavien verweisen oder auch in Spanien, wo sie jüngst mit Baywa Re als Partner einen Abschluss meldeten.

Der PPA-Zug hat sich jedenfalls in Deutschland in Bewegung gesetzt. Für Energie & Management und Enervis war das Anlass genug, mit einer ersten gemeinsamen Umfrage auszuleuchten   , welche Erwartungen Energieversorger, Direktvermarkter, Projektentwickler und Anlagenbetreiber mit Power Purchase Agreements für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien verbinden.

Viele Rückmeldungen bei der Premiere

An diesem ersten PPA-Barometer, das es wie die bekannten E&M-Umfragen zur Situation bei der Direktvermarktung regelmäßig geben wird, haben bei der Premiere 31 Unternehmen teilgenommen − wesentlich mehr als bei der ersten E&M-Markterhebung zur Direktvermarktung, die Anfang 2013 mit 21 Rückmeldungen gestartet war. Einziger Wermutstropfen: Keine Rückmeldungen gab es von Großverbrauchern sowie Banken und Finanzierern, wichtigen Playern im PPA-Geschäft. Was möglicherweise einer gewissen Zurückhaltung bei dieser noch jungen Umfrage geschuldet ist.

Dennoch zeigten die Ergebnisse des 1. PPA-Barometers von E&M und Enervis, „dass Power Purchase Agreements mehr als ein vorübergehender Trend sind, sondern die Energiewirtschaft in Zukunft maßgeblich prägen werden“, urteilt Enervis-Experte Nicolai Herrmann. „Ein erheblicher Teil des Zubaus erneuerbarer Energien in den kommenden Jahren wird nicht mehr EEG-gefördert sein, sondern auf PPA-Abschlüssen basieren.“

Für den langjährigen Energiemarktexperten weisen die vorliegenden Antworten deutlich darauf hin, dass die Unternehmen „handfeste Gründe“ für den Abschluss von PPA-Vereinbarungen haben: „Die Verträge ermöglichen es, die Anforderungen der Marktakteure wie eine Absicherung gegen Strompreis- und Erlösrisiken langfristig in Einklang zu bringen, da sie mit den PPA-Abschlüssen Planungssicherheit haben.“
 E&M-Umfrage zu PPA zusammen mit dem Beratungsunternehmen Enervis Energy Advisors:Die 2013 gestartete E&M-Umfrage zur Entwicklung bei der Direktvermarktung für Strom aus EEG-Anlagen, die es in diesem Sommer bereits zum 10. Mal geben wird, hat sich zum Benchmark in diesem Sektor entwickelt.

Sozusagen als Weiterentwicklung hat E&M zusammen mit dem Beratungsunternehmen Enervis Energy Advisors aus Berlin eine Branchenumfrage konzipiert, um künftig die Entwicklung bei den Power Purchase Agreements (PPA) für den deutschen Ökostrommarkt kontinuierlich verfolgen und dokumentieren zu können. Das nächste PPA-Barometer von E&M und Enervis ist für das kommende Jahr fest eingeplant.

Die Ergebnisse des aktuellen PPA-Barometer können Sie hier   anfordern. Die gesamte Auswertung lesen Sie sich in der E&M-Printausgabe Nummer 11   .
 
 

 
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 13.06.2019, 10:09 Uhr

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