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Enerige & Management > Stromnetz - Verteilnetze unter Transformationsdruck
Quelle: Fotolia / Miredi
STROMNETZ:
Verteilnetze unter Transformationsdruck
In einem Impulspapier hat sich die Beratungsgesellschaft BET mit der Frage beschäftigt, wie der Weg zum digitalen Verteilnetzbetreiber aussieht.
 
Zur Transformation des Energiesystems gehört zwangsläufig eine Anpassung der Netzinfrastruktur. Für die Berater von BET steht das außer Frage. Allerdings halten sie die in diesem Zusammenhang verwendeten Begriffe für relativ abstrakt. „Und auch Schlagworte wie ‚Digitalisierung‘ und ‚Smart Grid‘ führen nicht zwangsläufig zu mehr Klarheit“, schreiben die Autoren des Impulspapiers mit dem Titel „Auf dem Weg zum digitalen Verteilnetzbetreiber – Zukünftiger Netzbetrieb mit dem Fokus Technik“. Deshalb wollen sie dem Thema Struktur und den Netzbetreibern Ideen für konkrete Entwicklungsfelder geben.

„Viele Netzbetreiber stellen sich aus Sicht des Status Quo die Frage nach dem Nutzen der Weiterentwicklung. Sie müssen aber vielmehr die zukünftig von ihnen geforderten Aufgaben und Fähigkeiten in Betracht ziehen, um den Nutzen richtig erfassen zu können“, sagt Andreas Nolde. Ohne die Weiterentwicklung würden die Netzbetreiber in vielen Bereichen Gefahr laufen, handlungsunfähig zu werden, mahnt der Netzspezialist und Partner bei BET.

Treiber der Transformation des Energiesystems sind in erster Linie die Klimaziele mit dem Ausbau der dezentralen Energieerzeugung und der Sektorenkopplung. Über den Ausbau und die Integration der Erneuerbaren hinaus, rückt nun die Nutzung flexibler Lasten im Rahmen der Verkehrs- und Wärmewende mehr und mehr in den Mittelpunkt. Dabei ist die Digitalisierung zur Weiterentwicklung der Verteilnetze nach Auffassung der Autoren sowohl exogener Treiber als auch interner Enabler.

Es besteht die Gefahr, handlungsunfähig zu werden

Mit 22 „Spotlights“ wollen Nolde und seine Kollegen Impulse für die Digitalisierung des Netzbetreibers geben und kategorisieren sie mit „höchster“, „sehr hoher“ und „hoher“ Dringlichkeit“. Sie weisen allerdings darauf hin, die von ihnen vorgenommene Priorisierung erfolge zur Reduktion der Komplexität und könne bei den individuellen Netzbetreibern durchaus anders ausfallen.

Unter den acht Spotlights mit höchstem Transformationsdruck listen die Verfasser beispielsweise die Erweiterung des Werkzeugkastens für Planung und Betrieb sowie die Abkehr vom „Fahren auf Sicht“ hin zu einer robusten Zielnetzplanung. Die Beobachtbarkeit des Netzzustands bis zum Hausanschluss gehört ebenfalls dazu.

Zu den Ansatzpunkten mit sehr hohem Transformationsdruck gehören der Ausbau des Leitsystems als Steuerzentrale und die Verzahnung von Technik, Betriebswirtschaft und Regulierung durch ein ganzheitliches Assetmanagement.

In der Kategorie mit „hoher Dringlichkeit“ finden sich schließlich Handlungsfelder wie das digitalisierte Workforce Management oder das Datenmanagement für Inspektion, Wartung und Instandhaltung.

Das Impulspapier mit dem Titel „Auf dem Weg zum digitalen Verteilnetzbetreiber – Zukünftiger Netzbetrieb mit dem Fokus Technik   “ kann über die Internetseite von BET angefordert werden.


 
 
 

Fritz Wilhelm
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Dienstag, 19.10.2021, 16:23 Uhr

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