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Enerige & Management > Geothermie - Versorger wollen Lithium abbauen
Quelle: E&M
GEOTHERMIE:
Versorger wollen Lithium abbauen
Die beiden Stadtwerke Speyer und Schifferstadt haben eine Aufsuchungserlaubnis erhalten, nach Lithiumvorhaben zu bohren. Dies soll im Zuge eines Geothermieprojektes erfolgen. 
 
Mit dem Geothermieprojekt „Rhein-Pfalz“ wollen die Stadtwerke Speyer und die Stadtwerke Schifferstadt gemeinsam die thermische Energie des Oberrheingrabens zur Strom- und Wärmegewinnung nutzen. Das mineralreiche Thermalwasser im Untergrund des Oberrheingrabens bietet neben der Gewinnung von Wärme und Strom zusätzlich eine Chance, den Bodenschatz Lithium zu heben. Dafür haben die Versorger nun einen weiteren Aufsuchungsantrag genehmigt bekommen, teilten die Unternehmen am 8. August mit.

Bereits im Frühjahr dieses Jahres hatte das Landesamts für Geologie und Bergbau (LGB) die Aufsuchungserlaubnis für das Projekt „Rhein-Pfalz“ erteilt (wir berichteten). „Mit dem wachsenden Markt der Elektromobilität wird Lithium, das für die Produktion der Lithium-Ionen-Batterien benötigt wird, immer wichtiger, und im Oberrheingraben kann es umweltverträglich gewonnen werden“, sagt Wolfgang Bühring, Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer. Das Aufsuchungsfeld für Lithium mit Namen „Materia“ entspricht dem Erlaubnisfeld „Rhein-Pfalz“ für Geothermie. Das Aufsuchungsfeld hat eine Fläche von etwa 150 Quadratkilometern und umfasst Gebiete der Städte Speyer, Schifferstadt sowie des Landkreises Rhein-Pfalz bis zum angrenzenden Landkreis Bad Dürkheim.

Derzeit werden nach Auskunft der Energieversorger vorhandene geologische Daten vom Landesamt für Geologie und Bergbau (LGB) freigegeben. „Derzeit läuft die Auswertung durch unsere Experten“, so Gerd Baumann, stellvertretender Werkleiter der Stadtwerke Schifferstadt. Darauf aufbauend würden Geologen und Geophysiker die weitere Erkundung des Untergrunds planen und entscheiden, ob zusätzlich eigene Datenerhebungen durch Messungen durchgeführt werden müssen. Alle Untersuchungen würden gleichermaßen für die Gewinnung von Wärme und Strom sowie für die Förderung von Lithium gelten. Bis Sommer 2023 sollen mögliche Standorte feststehen. In absehbarer Zeit planen die Stadtwerke eine gemeinsame Gesellschaft zu gründen.

Der Oberrheingraben ist eine rund 300 km lange und 30 bis 40 km breite Senke zwischen Basel und Frankfurt, die durch geologische Verwerfungen entstanden ist. Der Bundesverband für Geothermie misst dem Gelände besondere Bedeutung bei.
Das Grundwasser steige hier aus den angrenzenden Gebirgen Schwarzwald und Vogesen ab und im Grabeninneren aus der wärmeren Tiefe wieder auf. Im Oberrheingraben finde man daher in geringer Tiefe hohe Temperaturen, was ideale Voraussetzungen für die geothermische Nutzung bedeute.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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