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Energie & Management > Wirtschaft - Vergleich verschafft der VNG Entlastung
Der VNG-Kavernenspeicher Bernburg in Sachsen-Anhalt gilt als der viertgrößte Europas. Quelle: VNG_Bernburg_RGB
Wirtschaft

Vergleich verschafft der VNG Entlastung

Der Gasimporteur VNG und die ehemalige Gazprom-Germania-Tochter „SEFE“ haben sich über die Kosten für die Gasersatzbeschaffung nach dem russischen Lieferstopp geeinigt.
Mit dem erzielten Vergleich habe man die Auseinandersetzung um die unterschiedlichen Rechtsauffassungen zu Lieferverpflichtungen beigelegt, teilte die VNG AG mit. In der Vereinbarung wurde, wie es weiter heißt, außergerichtlich geregelt, dass Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung im Geschäftsjahr 2022 von der Sefe-Tochter WIEH getragen und Belastungen aufgrund der von VNG vorfinanzierten Ersatzbeschaffung erstattet werden. Zudem beenden die Parteien die Lieferbeziehung ab 2023. Zu den weiteren Details wurde Stillschweigen vereinbart. 

VNG hat mit WIEH einen Erdgasliefervertrag über rund 65 Mrd. kWh im Jahr, der nach VNG-Angaben seit Mitte Mai 2022 von WIEH aufgrund der von russischer Seite verhängten Sanktionen nicht durchgängig bedient wurde. Deswegen sei man gezwungen, zu erheblich höheren Preisen an den Energiemärkten Ersatz zu beschaffen, um die Kunden weiter zu den vertraglich vereinbarten – deutlich niedrigeren – Preisen beliefern zu können.

„Mit der heute erzielten Vergleichslösung ist ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung des deutschen Gasmarktes und des VNG-Konzerns gelungen. Im Dialog mit allen Beteiligten, vor allem mit der Sefe-Gruppe, konnte ein konstruktiver Abschluss für eine langjährige Geschäftsbeziehung gefunden werden“, erklärte Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG, zu dem Vergleich.

Weitere Unterstützung vom Bund erforderlich

Zugleich habe man damit einen wesentlichen Teil des wirtschaftlichen Risikos beseitigt, benötige aber dennoch eine nachhaltige Lösung für die noch offenen Belastungen, um weiter dem Auftrag der Versorgungssicherheit in Deutschland vollumfänglich gerecht zu werden. Dazu sei VNG nach wie vor mit der Bundesregierung und den Anteilseignern im Gespräch.

„Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung mit dem wirtschaftlichen Abwehrschirm einen alternativen Lösungsvorschlag für Gasimporteure als Ersatz für die Gasumlage angekündigt hat. Wie genau die Lösung für die Kompensation der Kosten aus der Ersatzbeschaffung für VNG aussehen wird, gilt es jetzt schnellstmöglich zu klären“, so Heitmüller weiter. Er forderte eine „schnelle, wirtschaftlich tragfähige Ausgestaltung, um wieder in ruhigere Gewässer einsteuern zu können”.

VNG hatte Anfang September einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen nach Paragraf 29 Energiesicherungsgesetz gestellt sowie bereits zuvor fristgemäß einen Antrag zur sogenannten Gasumlage. Das Unternehmen hat neben dem Gasbezugsvertrag über WIEH auch noch einen, bei dem man selbst als Importeur von Russlandgas auftritt. Der Kontrakt hat ein Volumen von 35 Mrd. kWh. 

Verluste trüben auch auf die EnBW-Bilanz

Hauptanteilseigner beim Leipziger Gasimporteur ist mit 74,21 % die baden-württembergische EnBW. Der Energiekonzern hatte im September darüber berichtet, dass ihm der Ausfall der russischen Gaslieferungen erhebliche Verluste verursacht.

Wie es in einer aktuellen Mitteilung zum Vergleich heißt, erwartet EnBW für das Geschäftsjahr 2022 eine Ergebnisbelastung, die unterhalb der im Nachtragsbericht zu den Halbjahreszahlen beschriebenen Risikobandbreite von 1,3 Mrd. Euro liegt, jedoch über der dort bereits berücksichtigten Ergebnisbelastung von 545 Mio. Euro.

Die konkreten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des EnBW-Konzerns würden von den weiteren Gesprächen mit der Bundesregierung zur Kompensation der Verluste der VNG aus der Ersatzbeschaffung abhängen und könnten weiterhin nicht final abgeschätzt werden.

VNG beschäftigt 1.500 Mitarbeiter und zählt zu den größten deutschen Gasimporteuren und Speicherbetreibern. Der Konzern beliefert rund 400 Stadtwerke und Industriekunden mit Gas und deckt damit etwa 20 % des deutschen Gasbedarfs ab.

Dienstag, 11.10.2022, 11:35 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Wirtschaft - Vergleich verschafft der VNG Entlastung
Der VNG-Kavernenspeicher Bernburg in Sachsen-Anhalt gilt als der viertgrößte Europas. Quelle: VNG_Bernburg_RGB
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Vergleich verschafft der VNG Entlastung
Der Gasimporteur VNG und die ehemalige Gazprom-Germania-Tochter „SEFE“ haben sich über die Kosten für die Gasersatzbeschaffung nach dem russischen Lieferstopp geeinigt.
Mit dem erzielten Vergleich habe man die Auseinandersetzung um die unterschiedlichen Rechtsauffassungen zu Lieferverpflichtungen beigelegt, teilte die VNG AG mit. In der Vereinbarung wurde, wie es weiter heißt, außergerichtlich geregelt, dass Mehrkosten für die Ersatzbeschaffung im Geschäftsjahr 2022 von der Sefe-Tochter WIEH getragen und Belastungen aufgrund der von VNG vorfinanzierten Ersatzbeschaffung erstattet werden. Zudem beenden die Parteien die Lieferbeziehung ab 2023. Zu den weiteren Details wurde Stillschweigen vereinbart. 

VNG hat mit WIEH einen Erdgasliefervertrag über rund 65 Mrd. kWh im Jahr, der nach VNG-Angaben seit Mitte Mai 2022 von WIEH aufgrund der von russischer Seite verhängten Sanktionen nicht durchgängig bedient wurde. Deswegen sei man gezwungen, zu erheblich höheren Preisen an den Energiemärkten Ersatz zu beschaffen, um die Kunden weiter zu den vertraglich vereinbarten – deutlich niedrigeren – Preisen beliefern zu können.

„Mit der heute erzielten Vergleichslösung ist ein wichtiger Schritt zur Stabilisierung des deutschen Gasmarktes und des VNG-Konzerns gelungen. Im Dialog mit allen Beteiligten, vor allem mit der Sefe-Gruppe, konnte ein konstruktiver Abschluss für eine langjährige Geschäftsbeziehung gefunden werden“, erklärte Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender der VNG AG, zu dem Vergleich.

Weitere Unterstützung vom Bund erforderlich

Zugleich habe man damit einen wesentlichen Teil des wirtschaftlichen Risikos beseitigt, benötige aber dennoch eine nachhaltige Lösung für die noch offenen Belastungen, um weiter dem Auftrag der Versorgungssicherheit in Deutschland vollumfänglich gerecht zu werden. Dazu sei VNG nach wie vor mit der Bundesregierung und den Anteilseignern im Gespräch.

„Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung mit dem wirtschaftlichen Abwehrschirm einen alternativen Lösungsvorschlag für Gasimporteure als Ersatz für die Gasumlage angekündigt hat. Wie genau die Lösung für die Kompensation der Kosten aus der Ersatzbeschaffung für VNG aussehen wird, gilt es jetzt schnellstmöglich zu klären“, so Heitmüller weiter. Er forderte eine „schnelle, wirtschaftlich tragfähige Ausgestaltung, um wieder in ruhigere Gewässer einsteuern zu können”.

VNG hatte Anfang September einen Antrag auf Stabilisierungsmaßnahmen nach Paragraf 29 Energiesicherungsgesetz gestellt sowie bereits zuvor fristgemäß einen Antrag zur sogenannten Gasumlage. Das Unternehmen hat neben dem Gasbezugsvertrag über WIEH auch noch einen, bei dem man selbst als Importeur von Russlandgas auftritt. Der Kontrakt hat ein Volumen von 35 Mrd. kWh. 

Verluste trüben auch auf die EnBW-Bilanz

Hauptanteilseigner beim Leipziger Gasimporteur ist mit 74,21 % die baden-württembergische EnBW. Der Energiekonzern hatte im September darüber berichtet, dass ihm der Ausfall der russischen Gaslieferungen erhebliche Verluste verursacht.

Wie es in einer aktuellen Mitteilung zum Vergleich heißt, erwartet EnBW für das Geschäftsjahr 2022 eine Ergebnisbelastung, die unterhalb der im Nachtragsbericht zu den Halbjahreszahlen beschriebenen Risikobandbreite von 1,3 Mrd. Euro liegt, jedoch über der dort bereits berücksichtigten Ergebnisbelastung von 545 Mio. Euro.

Die konkreten Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des EnBW-Konzerns würden von den weiteren Gesprächen mit der Bundesregierung zur Kompensation der Verluste der VNG aus der Ersatzbeschaffung abhängen und könnten weiterhin nicht final abgeschätzt werden.

VNG beschäftigt 1.500 Mitarbeiter und zählt zu den größten deutschen Gasimporteuren und Speicherbetreibern. Der Konzern beliefert rund 400 Stadtwerke und Industriekunden mit Gas und deckt damit etwa 20 % des deutschen Gasbedarfs ab.

Dienstag, 11.10.2022, 11:35 Uhr
Gnter Drewnitzky

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