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Enerige & Management > Bilanz - Verbund: Quartalsgewinn sinkt um 7,6 %
Bild: Kurhan, Fotolia
BILANZ:
Verbund: Quartalsgewinn sinkt um 7,6 %
Der österreichische Stromkonzern verdiente im ersten Quartal 2021 weniger als 2020, insbesondere wegen geringerer Erzeugung mit Wasserkraftwerken, und senkte die Jahresprognose.
 
Im 1. Quartal 2021 erzielte Österreichs größter Stromkonzern, der Verbund, einen Gewinn (Konzernergebnis) von 144,7 Mio. Euro. Verglichen mit dem 1. Quartal 2020 ist dies ein Rückgang um 7,6 %. Der Umsatz sank um 46,4 % auf 674,1 Mio. Euro, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) verringerte sich um 8,6 % auf 302,7 Mio. Euro.

Begründet wird dies insbesondere mit der um 11,2 % auf 6,01 Mrd. kWh gefallenen Stromerzeugung mittels Wasserkraftwerken. Dies wiederum erklärt der Verbund mit der Wasserführung der österreichischen Flüsse, die um rund „einen Prozentpunkt unter dem langjährigen Durchschnitt und um zehn Prozentpunkte unter dem Vergleichswert des Vorjahres“ lag. Nicht ausgleichen konnte das offenbar der um etwa 1,7 Euro/MWh auf 47,6 Euro/MWh gestiegene Preis, den der Verbund für den Strom aus seinen Wasserkraftwerken erzielte.

Weniger Erlöse aus Stromverkauf

Um rund 77,2 % auf 0,13 Mrd. kWh verminderte sich die Stromerzeugung mittels der thermischen Kraftwerke. Nach Angaben des Verbunds wurde das Gas-Kombikraftwerk Mellach 2 in „deutlich geringerem“ Ausmaß für die Netzstabilisierung eingesetzt und erzeugte daher rund 0,11 Mrd. kWh weniger Strom als im ersten Quartal 2020. Das ebenfalls mit Erdgas betriebene Fernheizkraftwerk Mellach 1 wiederum war im abgelaufenen Quartal nicht im Einsatz und erzeugte daher rund 0,33 Mrd. kWh weniger Strom als im Vergleichszeitraum 2020.

Die Erlöse des Verbunds aus dem Stromverkauf brachen um 53,2 % oder 563,6 Mio. Euro auf 496,5 Mio. Euro ein. Hierfür werden im Wesentlichen zwei Gründe genannt: Erstens sank der Stromabsatz des Konzerns gegenüber dem ersten Quartal 2020 um 13,8 % bzw. 2,1 Mrd. kWh auf 13,1 Mrd. kWh.

Zweitens mussten noch nicht erfüllte Stromverkaufsverträge abgewertet werden. Der Grund: Seit dem Abschluss der Verträge sind die Strompreise gestiegen. Das ist für den Verbund jedoch nutzlos, weil er den Strom zu den seinerzeit vereinbarten niedrigeren Preisen verkaufen muss. Die Abwertung ist laut Angaben des Verbunds ergebniswirksam, senkt also seine Stromerlöse.

Weitgehend ausgeglichen wurde dieser Effekt indessen durch den um 70,1 % oder 532,2 Mio. Euro auf 226,9 Mio. Euro gesunkenen Aufwand für den Bezug von Strom, Erdgas und Emissionszertifikaten sowie für Netzdienstleistungen. Hier wiederum schlug die Bewertung von noch nicht wahrgenommenen Strombezugsverträgen positiv zu Buche: Zwar sind die Strompreise seit Abschluss der Verträge gestiegen. Der Verbund kann die elektrische Energie aber zu den seinerzeit vereinbarten niedrigeren Preisen beziehen.

Weiterer Ausbau der Photovoltaik in Deutschland

Auf Nachfrage der Redaktion verwies der Verbund auf die Bestimmungen in den International Financial Reporting Standards (IFRS) hinsichtlich der erfolgswirksamen Bewertung von Stromderivaten. Laut dieser seien „Bewertungen von derivativen Finanzinstrumenten im Energiebereich brutto unter den Umsatzerlösen oder Bezugsaufwendungen“ auszuweisen statt wie früher saldiert in den Umsatzerlösen. Dabei sei wichtig, „dass sich die Bewertungseffekte im Wesentlichen gegenseitig aufheben müssen, da sich Bezug und Verkauf entsprechen“. Somit bestehe „nur ein geringfügiger Einfluss auf das Ebitda“.

Wegen des Quartalsergebnisses passte der Verbund seinen Ausblick auf das Gesamtjahr an. Erwartet wird nun ein Ebitda zwischen 1,13 und 1,30 Mrd. Euro sowie ein Konzernergebnis zwischen rund 480 und 590 Mio. Euro. Zum Vergleich: Bei der Präsentation seiner Jahresbilanz 2020 am 17. März hatte der Verbund das Ebitda mit 1,08 bis 1,30 Mrd. Euro prognostiziert, das Konzernergebnis mit 450 Mio. bis 590 Mio. Euro.

Weiter ausgebaut werden soll im Übrigen die Stromerzeugung mit Photovoltaik-Anlagen, nicht zuletzt in Deutschland. Ende April vereinbarte der Verbund mit der niedersächsischen Visiosolar-Gruppe in Brandenburg, bis zu 1.400 Hektar Fläche für die Erzeugung elektrischer Energie aus Photovoltaik nutzbar zu machen. Die installierbare Leistung wird mit rund 1.400 MWp beziffert.
 

Klaus Fischer
© 2021 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 12.05.2021, 15:39 Uhr

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