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Enerige & Management > Recht - Verbraucherzentrale warnt erneut vor Care-Energy
Bild: Fotolia.com, H-J Paulsen
RECHT:
Verbraucherzentrale warnt erneut vor Care-Energy
Die Verbraucherzentrale Niedersachsen sieht in einer geforderten Vollmacht von Care-Energy Nachteile für die Kunden und mahnt das Unternehmen ab.
 
Die Care-Energy Management GmbH ist erneuert in den Blickpunkt der Verbraucherschützer gerückt. Nachdem die Bilanzkreisverträge der Care-Energy-Gruppe mit den Übertragungsnetzbetreibern TenneT und 50Hertz gekündigt wurden, fielen zahlreiche Kunden in die Grundversorgung. Um die Kunden wieder selbst versorgen zu können, sollen sie nach Angaben der Verbraucherzentrale Niedersachsen einen neuen Vertrag mit Care-Energy abschließen. Problematisch sieht der Verbraucherverband die darin enthaltenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Die Kunden würden dem Unternehmen eine Vollmacht übertragen, mit der sie weitreichende Rechte abtreten.

Mit der Vollmacht wolle die Care-Energy Management GmbH als Energiedienstleister auftreten und so Kunden Verträge mit anderen Unternehmen vermitteln. Das soll sich laut Verbraucherzentrale nicht nur auf Strom und Erdgas beziehen, sondern auch auf Wasser, Abwasser und sogar Heizöl. „Wer die AGB akzeptiert, erlaubt Care-Energy also, gleich mehrere Verträge in seinem Namen abzuschließen“, teilte Tiana Preuschoff von der Verbraucherzentrale Niedersachsen mit. In der Konsequenz könnte Care-Energy über die Vollmacht sämtliche Entscheidungen über die Belieferung selbstständig treffen. Auch die Auswahl der Lieferanten und mögliche Wechsel lägen in der Hand von Care-Energy.

„Das ist schon sehr bedenklich: Die Kunden sollen eine Vielzahl von Rechten aus der Hand geben, können die Tragweite dieser Entscheidung jedoch kaum überblicken“, sagte Preuschoff. Die Kunden würden durch die Vollmacht benachteiligt. Deshalb habe die Verbraucherzentrale die entsprechende Klausel in den AGB von Care-Energy wegen Intransparenz abgemahnt.

Bereits im Juli hatte die Verbraucherzentrale Niedersachsen auf der von ihr betriebenen Internetseite Marktwächter Energie   vor den AGB von Care-Energy gewarnt. Nachdem die Bilanzkreisverträge mit den Übertragungsnetzbetreiber TenneT und 50Hertz gekündigt wurden, hat sich Care-Energy neue Angebote einfallen lassen. Die Kunden sollen neben den Vertrag mit Care-Energy einen weiteren direkt mit dem Netzbetreiber abschließen. Aufgrund der damit verbundenen Unsicherheiten warnt die Verbraucherzentrale explizit auf der Internetseite Marktwächter Energie davor, „einen neuen Vertrag mit Care-Energy abzuschließen.“

Anfang August hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBZ) die Care-Energy Management GmbH wegen dessen Tarifrechners abgemahnt. Der dort ermittelte Strompreis würde nicht die gesamten Kosten der Belieferung abbilden. Verbraucher müssten aber die tatsächlichen Kosten sofort erkennen können, bevor sie einen Vertrag abschließen, teilte der VZBZ damals mit.

Care-Energy steht seit der Kündigung der Bilanzkreisverträge unter Druck, da zahlreiche Kunden in die Grundversorgung geraten waren. Care-Energy streitet sich mit den Übertragungsnetzbetreibern um die Zahlung der EEG-Umlage. Laut VZBZ stehen nach nicht rechtskräftigen Urteilen des Landgerichts Hamburg mehr als 85 Mio. Euro EEG-Umlage und Zinsen zur Nachzahlung an die Netzbetreiber aus.
 
 

Stefan Sagmeister
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Donnerstag, 18.08.2016, 15:58 Uhr

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