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Enerige & Management > Stromnetz - Verbändeprotest wegen vermiedener Netzentgelte
Quelle: Fotolia / Silviu G Halmaghi
STROMNETZ:
Verbändeprotest wegen vermiedener Netzentgelte
Zahlreiche Verbände zeigen sich in einer gemeinsamen Mitteilung vom Gesetzgeber überrumpelt. Es geht um die Abschaffung der vermiedenen Netzentgelte.
 
Eine Phalanx aus Energieverbänden und Kommunalwirtschaft stellt sich vehement gegen den Vorschlag der Bundesregierung, die sogenannten vermiedenen Netzentgelte für Bestandsanlagen in der Stromerzeugung abzuschaffen. 2017 wurde vom Gesetzgeber bereits festgelegt, dass für Neuanlagen ab 2023 diese Entgelte nicht mehr bezahlt werden. „Völlig überraschend“ finde sich nun die Abschaffung auch für Bestandsanlagen, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung, und zwar im vom Kabinett Ende November beschlossenen Gesetzentwurf zur Strompreisbremse.

„Eine komplette Abschaffung auch für Bestandsanlagen sendet ein verheerendes Signal für das Vertrauen in gesetzgeberische Festlegungen aus“, wird weiter mitgeteilt. Die Entgelte seien ein wichtiger Erlösbestandteil der Anlagenvermarktung. „Er macht bei betroffenen Stadtwerken und Anlagenbetreibern schnell einen Millionenbetrag pro Jahr aus.“ Bei jüngst in Betrieb genommenen Anlagen sei diese Erlöse und das Vertrauen auf die gesetzgeberischen Regelungen ein ganz wesentlicher Teil für die Investitionsentscheidungen gewesen, lautet die Begründung.

Wird das Netz entlastet oder nicht?

Bei der Diskussion um vermiedene Netzentgelte wird unterstellt, dass dezentrale Stromerzeugungsanlagen oftmals nur in das örtliche Netz einspeisen, um den Strom zum Abnehmer beziehungsweise Verbraucher zu transportieren. Die Transportebenen der Hoch- und Höchstspannung würden von den dezentralen Einspeisern kaum genutzt. Diese vermiedene Netznutzung sollte honoriert werden. Vor allem KWK-Anlagen profitieren bislang von der Regelung. Kritiker monieren allerdings, dass durch die vielen dezentralen Erzeuger das Stromnetz nicht geschont, sondern im Gegenteil ausgebaut werden muss.

Für die Verbände würde durch Abschaffung ein wichtiger Pfeiler der Energiewende beschädigt. Viele Betreiber wollen ihre Gasturbinen auf Wasserstofffähigkeit umrüsten, nehmen Gasmotorenheizkraftwerk in Betrieb und rüsten Erzeugungsanlagen auf Klärschlamm und Altholz als Brennstoff um. „Fällt dieser Erlösbestandteil nun allerdings abrupt weg, gerät die Wirtschaftlichkeit zahlreicher dezentraler Anlagen ins Wanken.“

Die gemeinsame Pressemitteilung wurde verschickt vom: Deutschen Städtetag, Deutschen Landkreistag, Deutschen Städte- und Gemeindebund, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW) und Verband kommunaler Unternehmen (VKU).
 

Stefan Sagmeister
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Freitag, 02.12.2022, 16:48 Uhr

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