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PHOTOVOLTAIK:
Verbände wollen schneller zur Sonnenenergie
Die Solarwirtschaft hat in einem offenen Brief an die Mitglieder des Deutschen Bundestags appelliert, eine deutliche Beschleunigung des Solartechnikausbaus zu beschließen.
 
In ihrer letzten Sitzungswoche sollen die Bundestagsabgeordneten der Solarenergie noch den Weg frei machen. „Es reicht nicht, nur die Klimaziele zu verschärfen. Längst kommt es auf konkrete und angemessene Maßnahmen zu ihrer Umsetzung an“, sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW). Nach dem Streichen des Deckels auf 52.000 MW im Vorjahr müsse nun auch der „atmende“ Deckel weg, fordert der Verband Eurosolar, sonst ersticke er den Ausbau. Der atmende Deckel regelt die Kürzung der Einspeisevergütung bei fortschreitendem PV-Ausbau.

In einem offenen Brief fordert die Solarwirtschaft von den Abgeordneten einen „Klimaschutz-Endspurt sowie Beschleunigung des Solartechnik-Ausbaus“ in ihrer letzten Sitzungswoche des Bundestags. Der BSW meint, dies könne schnell und unkompliziert im Rahmen des bestehenden Änderungsantrags zur Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) umgesetzt werden, das in dieser Woche neben dem Klimaschutzgesetz noch im Bundestag verhandelt wird.

Ausbau vervielfachen

„Bleibt diese Chance jetzt erneut ungenutzt, so verlieren wir wertvolle Zeit im Kampf gegen den Klimawandel und im harten Wettbewerb um die wichtigsten Zukunftstechnologien“, sagte Körnig. „Wenn wir die Solarisierung unserer Energieversorgung jetzt nicht mindestens um den Faktor drei bis vier beschleunigen, riskieren wir zumindest eine längere Abhängigkeit von importiertem Kohle- und Atomstrom“, mahnte er.

Wissenschaftler und Marktforscher wiesen darauf hin, dass die von der Bundesregierung angestrebte Marke von 100.000 MW installierter Photovoltaikleistung bereits Mitte der 2020er-Jahre und nicht erst 2030 erreicht werden müsse. Bis 2030 werde eine installierte PV-Kapazität von mindestens 200.000 MW benötigt. Hierzu solle der PV-Ausbaupfad umgehend auf durchschnittlich 15.000 MW pro Jahr erhöht werden, fordert der BSW. Im vergangenen Jahr wurden nach Daten der Bundesnetzagentur knapp 5.000 MW an neuer Solarstromkapazität in Deutschland installiert.

Solarthermie nicht vernachlässigen

Auch bei der Solarthermie sei in Deutschland erst ein Bruchteil ihres Klimaschutzpotenzials gehoben worden. Hier müsse nach BSW-Einschätzung die bislang installierte Leistung bis 2030 auf mindestens 45.000 MW verdreifacht werden. Neben dem überfälligen Heraufsetzen der Zielkorridore im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und einer Anhebung des nationalen CO2-Preises seien faire Investitionsbedingungen sowie ein konsequenter Abbau von Investitionsbarrieren für Prosumer sowie die Solar- und Speichertechnik erforderlich.

Dazu gehöre die sofortige Abschaffung der Belastung der solaren Selbst- und Direktversorgung mit der EEG-Umlage sowie eine komplette Abschaffung der Doppelbelastung von Stromspeichern mit Abgaben und Umlagen. Eurosolar fordert von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) die Abschaffung des „atmenden“ Deckels für den PV-Ausbau. Dieser senke die EEG-Vergütung wegen der Überschreitung des viel zu geringen Zubauvolumens für PV-Dächer von nur 2.500 MW pro Jahr rasant, derzeit um 1,4 % pro Monat.

„Atmenden“ Deckel abschaffen oder einfrieren

Da zugleich derzeit die Personal- und Materialkosten für die Montage aufgrund des generellen Kostentrends am Bau steigen, führe der Vergütungsdeckel zum Abwürgen des Zubaus. Die PV-Betreiber würden dann nur noch kleine Anlagen auf Teilflächen des Daches bauen, mit denen sie ihren Eigenverbrauch decken.

Die Gebäudeeigentümer müssten einen Anreiz haben, Strom für die Allgemeinheit und nicht nur optimiert auf den Eigenverbrauch zu produzieren, appelliert Eurosolar. Deshalb solle der „atmende“ Deckel angeschafft werden oder wenigstens ein einjähriges Moratorium erfahren. Außerdem solle das PV-Zubauvolumen im EEG auf 5.000 MW verdoppelt werden.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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