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Enerige & Management > Telekommunikation - Verbände fordern Gesamtstrategie
Bild: GMX
TELEKOMMUNIKATION:
Verbände fordern Gesamtstrategie
Die Konkurrenten der Deutschen Telekom sehen im Hinblick auf künftige Breitband-Anforderungen das Aus für das Kupfernetz und sprechen sich für eine gezielte Förderung von Glasfaser aus.
 
Nach Auffassung der führenden Telekommunikationsverbände Anga, Breko, Buglas und VATM sowie des FTTH Council Europe brauchen Haushalte und Unternehmen in Deutschland bis spätestens 2025 im Festnetz sowie im mobilen Funknetz Gigabit-Bandbreiten. „Wir erleben gerade eine digitale Revolution. Gigabitnetze werden im Alltag der Menschen und der Unternehmen unerlässlich sein. Ohne sie wird die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft leiden“ ist Erzsebet Fitori, Generaldirektorin des FTTH Counsil Europe, überzeugt. Bald schon würden nicht mehr nur Smartphones und Tablets, sondern auch Autos und Haushaltsgeräte von der Verfügbarkeit schneller hochleistungsfähiger Internetverbindungen abhängen, ist Fitori überzeugt. Dabei gehe es aber nicht nur um die Bandbreite, sondern auch um zusätzliche Qualitätsparameter wie Latenz, Paketverlust und Verfügbarkeit. „Glasfaserbasierte Netzanbindungen sind die Grundlage für das digitale Zeitalter. Deshalb sollte der Ausbau im Wettbewerb ganz oben auf der politischen Agenda stehen”, bekräftigt Fitori. „Über VDSL und Vectoring angebotene Bandbreiten und Qualitätsparameter reichen bestimmten Nutzergruppen schon heute nicht mehr aus“, unterstrich auch VATM-Präsident Martin Witt. Er sieht einen deutlichen Nachfragezuwachs nach leistungsfähigen Internetanschlüssen. Vor allem mit dem Glasfaser-Rollout bauen die alternativen Netzbetreiber in Deutschland bereits heute schon etwa dreimal so viel an zukunftsfähigen Kommunikationsinfrastrukturen aus, die Gigabit-Bandbreiten ermöglichen, als dies durch die Deutsche Telekom geschehe, so Witt. Für 2025 erwartet Witt für die privaten Haushalte einen Bedarf von 12,5 Mio. Internetanschlüssen mit Übertragungsraten von mehr als 1 000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Dies sei nur mit Glasfasernetzen, die bis in die Häuser und Wohnungen reichen, realisierbar. „Wir brauchen einen flächendeckenden Ausbau, nicht nur in Ballungsgebieten. Sicher können auch mit Kupfer ein paar Hundert MBit/s erreicht werden, doch bei den Ping-Zeiten und Latenzzeiten ist die Kupfertechnologie am Ende.“

Jährlich investieren die alternativen Telekommunikationsanbieter rund 4,2 Mrd. Euro in den Ausbau ihrer Netze. Mit Blick auf die jüngste Entscheidung der Bundesnetzagentur, der Telekom einen exklusiven Ausbau mittels Vectoring-Technologie in ihren Kupfernetzen zu erlauben, fordern die Verbände von der Politik nun ehrgeizige Infrastrukturziele, die über das Jahr 2018 hinausreichen. Zudem sollte die Bundesregierung auch künftig auf Wettbewerb und eigenverantwortlichen Ausbau von Gigabit-Netzen setzen.

Am 6. September hatte Bundesverkehrs- und Infrastrukturminister Alexander Dobrindt 116 Förderbescheide für Netzausbauprojekte vergeben und 904 Mio. Euro Fördergelder für Kommunen und Landkreise ausgeschüttet. Vielerorts habe die Telekom diese Förderungen abgegriffen. „Wenn Förderung, dann für Gigabit-Technologie, etwa für den Bau von Leerrohren oder für Glasfasernetze, die von allen genutzt werden könnten“, sagte Wolf Osthaus, Vorstandsmitglied des Kabelnetzbetreiberverbandes Anga. Die alternativen Netzbetreiber wehren sich, dass die Telekom nun mit ihrem Vectoring-Ausbau beginne, nachdem örtliche Anbieter, wie etwa Stadtwerke, sich für den Glasfaserausbau entschieden hätten.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Mittwoch, 07.09.2016, 15:56 Uhr

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