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Enerige & Management > Erzeugungsanlagen - VDMA veröffentlicht Konjunkturtrend Energieanlagenbau 2018
Bild: Fotolia.com, Ralf Urner
ERZEUGUNGSANLAGEN:
VDMA veröffentlicht Konjunkturtrend Energieanlagenbau 2018
Im Energieanlagenbau liegen dezentrale Motorenanlagen global im Trend, bei der Windkraft ist die Entwicklung grundsätzlich positiv, jedoch regional volatil.
 
Das geht aus dem Konjunkturtrend Energieanlagenbau 2018 hervor, den VDMA Power Systems anlässlich der Hannover Messe veröffentlicht hat. Demnach zeigt sich in der Mitgliederbefragung die wachsende Bedeutung der Anlagen für die dezentrale und erneuerbare Stromerzeugung.

Trotz heterogener Entwicklungen auf dem Weltmarkt gebe es zwei deutliche Tendenzen, resümiert Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems. Der Trend zu dezentralen Motorenanlagen stehe für eine Entwicklung hin zu kurzen Investitionszyklen. „Grundsätzlich bleibt auch die Entwicklung der Windenergie positiv, sie ist aber von stark volatilen und regional unterschiedlichen Entwicklungen geprägt“, so Zelinger.

Bei Wasserkraftanlagen sind laut den Ergebnissen die Märkte in Europa und auf dem amerikanischen Kontinent weiterhin zurückhaltend. Hingegen entwickelt sich die Nachfrage in Asien und Afrika leicht positiv. Thermische Kraftwerke stehen weltweit weiter unter Druck. Für die Speichertechnologien sei „ein erwachender Markt in Europa und den USA klar erkennbar“, heißt es weiter.

Wenig Markt für Energiespeicher

Zwar konstatiert VDMA Power Systems in Deutschland in den Teilindustrien Motorenanlagen und Speichertechnologien (ohne Pumpspeicher) eine recht positive Entwicklung. Doch sei bei Energiespeichern das Niveau aber „noch recht niedrig, für Wasserkraft- und Turbinenkraftwerke gibt es noch kaum einen Markt“.

Für die Offshore-Windenergie geht man von einer bevorstehenden „Durststrecke“ aus. Diese passe nicht zu den ambitionierten Klimaschutzzielen für das Jahr 2030, kritisiert der Verband. Einen aktuell negativen Konjunkturtrend gebe es wegen der Fehler im Ausschreibungsdesign bei der Windenergie an Land. „Die Genehmigungsregelung im EEG muss unmittelbar und dauerhaft korrigiert werden, so dass schon in der nächsten Ausschreibung im August 2018 ausschließlich bundesimmissionsschutzrechtlich genehmigte Projekte teilnehmen können“, lautet daher eine Kernforderung der Maschinenbauer an die neue Bundesregierung.

Ausschreibungsdesign anpassen und Digitalisierung beschleunigen

„Es muss zukünftig mehr Wert auf eine saubere Gesetzgebung gelegt werden, ansonsten schadet die Politik – wie auch bei der umstrittenen EEG-Umlage für die Eigenversorgung aus Kraftwärmekopplung – dem Energieanlagenbau langfristig“, betont Zelinger. Auch der Power-Systems-Vorsitzende und CEO von Siemens Gamesa Renewable Energy Markus Tacke fordert: „Die Ankündigungen des Koalitionsvertrages in Bezug auf Klimaschutz und Energiewende müssen nun in konkretes Handeln umgesetzt werden. Nur so kann der europäische Anlagenbau seine führende Position auf Basis eines starken Leitmarktes für Energiesysteme im internationalen Wettbewerb behaupten.“

Das gilt auch für den Bereich Digitalisierung. Der laufende Umbau des Energiesystems müsse weiterhin beschleunigt werden. „Einzelanlagen werden zunehmend zu aktiven Komponenten immer komplexerer Energiesysteme. Eine Effizienzsteigerung und Flexibilisierung der Einzelkomponenten kann durch Digitalisierung erreicht werden“, verdeutlicht VDMA Power Systems-Vorstand und Vorstand von ABB Deutschland Martin Schumacher. Er mahnt eine international wettbewerbsfähige digitale Infrastruktur an, um die Sektorkopplung und die Transformation des Energiesystems zu beschleunigen.

Netzausbau umsetzen und CO2-Mindestpreis einführen

Weitere Forderungen des Verbands sind Maßnahmen zur optimierten Nutzung bestehender Netze und die konsequente Umsetzung der Netzausbaupläne. Zudem, so betont Alf Henryk Wulf, Vorstandsvorsitzender GE Power AG, sei eine Überprüfung der Steuern, Abgaben und Umlagen auf die Energieträger erforderlich, um eine bessere Durchdringung aller Anwendungen mit erneuerbaren Energien zu gewährleisten. Zwar gehe die beschlossene Reform des Emissionshandels in die richtige Richtung, „allerdings ist für den Übergang die Einführung eines CO2-Mindestpreises notwendig“, betont Wulf.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Montag, 23.04.2018, 17:55 Uhr

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