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Bild: Fotolia.com, XtravaganT
KWK:
VDMA: Industrielle KWK weiterhin fördern
Die KWK als Brücke vom Strom- zum Wärmemarkt sollte weiter ausgebaut werden.  Die Eigenerzeugung im industriellen Mittelstand dürfe nicht abgewürgt werden, forderte VDMA Power Systems auf der Hannover-Messe.
 
„Den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung muss der Bundeswirtschaftsminister mit einer zielorientierten Politik angehen. Mit den jüngsten Vorschlägen des BMWi würde die KWK ausgerechnet im wichtigen Bereich der industriellen Anwendung bedroht“, sagte Alf Henyk Wulf, Vorstandsvorsitzender von Alstom Deutschland und Mitglied im Energieausschuss des VDMA, bei der Pressekonferenz von VDMA Power Systems am 13. April in Hannover. Davon wäre auch der Maschinen- und Anlagenbau besonders betroffen. Der Verband kritisiert, dass die Bundesregierung das 25-%-Ausbauziel aufgegeben habe.

Unverständnis herrscht hier darüber, dass die KWK zwar in der energieintensiven Industrie wie auch in der öffentlichen Versorgung zwar weiter gefördert werden soll, der industrielle Mittelstand aber hinten herunter fällt. „Wir brauchen den Erhalt des Bonus für die industrielle Eigenstromerzeugung“, betont VDMA Power Systems-Geschäftsführer Matthias Zelinger. Dies sei mindestens notwendig, bis mit der EU geklärt sei, wie nach 2016 mit der EEG-Umlage für Eigenstromanlagen verfahren werden soll. Denn mit den angedachten Maßnahmen zur KWKG-Novelle würden sich die Amortisationszeiten von bisher zwei bis drei Jahren auf vier bis fünf Jahre verlängern. Die KWK stehe aber im Wettbewerb mit anderen Investitionen der Unternehmen, so dass zu befürchten sei, dass es hier zu einem Stillstand komme. Zudem habe das BMWi bei der letzten EEG-Novelle zugesichert, die Belastung durch die EEG-Umlage für die Eigenstromerzeugung durch entsprechende Anpassung des KWK-Bonus auszugleichen.

Beim Verband verweist man auf die erheblichen CO2-Einsparungen durch die KWK, 2013 waren es insgesamt 56 Mio. t. Hingegen klammerten die Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums zur KWKG-Novelle das Thema Effizienz und Klimaschutz im Wärmemarkt völlig aus, kritisiert Thoralf Lemke, Marketing-Direktor des KWK-Anlagenherstellers Caterpillar Energy Solutions. Dass Minister Sigmar Gabriel alte ineffiziente Kraftwerke mit Zusatzkosten belasten will, findet man nicht grundsätzlich falsch, doch müsse dies „ordnungspolitisch sauber“ geschehen, betonen Wulf und Zelinger. Sie räumen aber ein: „Wenn diese alten Kraftwerke aus dem Markt gehen, wird das einen positiven Effekt auf das Gesamtsystem haben.“ Denn dann würden moderne hocheffiziente Anlagen mehr Strom produzieren können und Investitionen in solche Anlagen wieder lohnender.

Systemwechsel ja, aber Planbarkeit und Verlässlichkeit

Klar positioniert man sich bei VDMA Power Systems auch zur weiteren Entwicklung des Strommarktes und zu den geplanten Ausschreibungen für die erneuerbaren Energien. Eine konsequente Flexibilisierung des Stromsystems wird begrüßt, ebenso der Verzicht auf einen Kapazitätsmarkt. Bei Ausschreibungen für die Erneuerbaren müsse gewährleistet werden, dass die Ausbauziele sicher erreicht werden, dass der Wettbewerb erhalten bleibe und dass keine Investitionslücke entstehe. „Es darf keinen Bruch geben“, betont Wulf.

Auch die Innovationsfähigkeit müsse erhalten bleiben, vor allem mit Blick auf die internationale Konkurrenz und den Export, vor allem von Windkraftanlagen. „Systemdienstleistungen sollten belohnt werden“, so Wulf, und auch Test von Prototypen müssten möglich sein. So sollten Windenergieanlagen an Land mit innovativen Technologien auch an weniger ertragreichen Standorten gefördert werden. Für Offshore-Anlagen sollte bei Ausschreibungen die Synchronisierung der Installation mit dem Netzanschluss erfolgen.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Montag, 13.04.2015, 14:18 Uhr

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