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Enerige & Management > Bilanz - Vattenfalls Bilanz glänzt durch Milliardeneinnahmen in Deutschland
Quelle: Fotolia / Andrey Popov
BILANZ:
Vattenfalls Bilanz glänzt durch Milliardeneinnahmen in Deutschland
Der schwedische Staatskonzern Vattenfall hat seinen Gewinn 2021 gegenüber dem Vorjahr versechsfacht. Das lag weniger an Energiegeschäften, denn an hohen Einmalerlösen in Deutschland.
 
Sondereffekte in Deutschland haben dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall im vergangenen Jahr viel zusätzliches Geld in die Kassen gespült. Zu dem Reingewinn von umgerechnet etwa 4,6 Mrd. Euro trugen auch der im Juli abgeschlossene Verkauf des Berliner Stromnetzes mit 2,1 Mrd. Euro und Ersatzzahlungen durch den Atomausstieg mit rund 1,1 Mrd. Euro bei.

Vattenfall-Chefin Anna Borg sprach bei der Präsentation der Bilanz am 3. Februar von einem "starken Jahr". Der Gewinn übersteigt das Ergebnis von 2020, als Vattenfall noch rund 740 Mio. Euro übrig behielt, um 622 %. Der Umsatz stieg um 13 % auf rund 17,3 Mrd. Euro (Vorjahr: 15,2 Mrd. Euro).

Die hohen Energiepreise hätten das Ergebnis allerdings kaum positiv beeinflusst. Borg begründete dies auch damit, dass Vattenfall die Preise für die Kundinnen und Kunden der nordischen Staaten weitestgehend stabil gehalten habe. Wegen der Einmaleffekte überweist Vattenfall mit 2,2 Mrd. Euro knapp die Hälfte des Gewinns an die Konzernmutter, den schwedischen Staat.

Gute Geschäfte mit Kernkraft, wachsende mit Windenergie

Die Umsatzbringer schlechthin bei den Schweden sind Wasserkraft und Atomenergie, die ungefähr im selben Maße zu den erzeugten 81,2 Mrd. kWh Strom beitrugen. Das bereinigte Ergebnis liegt hier um 32 % über dem des Jahres 2020, das sind absolut 1,8 Mrd. Euro im Vergleich zu 1,4 Mrd. Euro.

Im Segment der Wärmeproduktion rutschte Vattenfall ins Minus. Beim bereinigten Ergebnis fuhr der Konzern einen Verlust von etwa 33 Mio. Euro ein, das ist ein Rückgang um 135 % gegenüber 2020. Als Begründung geben die Schweden höhere Preise für eingesetztes Gas und für CO2-Zertifikate an. Dies habe sich vor allem auf das Berliner Wärmegeschäft negativ ausgewirkt.

Mit dem Erneuerbaren-Geschäft zeigt Anna Borg sich außerordentlich zufrieden. Die Windenergie verdoppelte beinahe das Ergebnis auf 754 Mio. statt 380 Mio. Euro, obwohl das Windaufkommen hinter dem des Vorjahres zurückblieb. Hier zahle es sich laut Anna Borg aus, dass das Unternehmen die Kapazität ausgebaut hat.

Vattenfall eröffnete sowohl die Prinzessin-Ariane-Onshorefarm in den Niederlanden als auch mit Kriegers Flak Skandinaviens größten Windpark auf See. Außerdem steigerte der Konzern die Erlöse aus dem Windstromverkauf in Großbritannien und Kontinentaleuropa. Geld in die Kassen spülte zudem der Verkauf von 49,5 % der Anteile am niederländischen Offshore-Windpark Hollandes Kust Zuid. Mit im Boot ist hier jetzt BASF. Kooperationen wie diese würden laut Anna Borg dem Unternehmen helfen, die Risiken zu teilen und Ressourcen für weitere Investitionen freizusetzen.

Vattenfall will nach Aussage der Unternehmenschefin die Transformation der Energiewirtschaft weiter vorantreiben. Neben dem Ausbau der Erneuerbaren-Kapazitäten, schieben die Schweden diverse Projekte an. Mit Shell, Lanzatech und SAS entwickelt Vattenfall nachhaltige Flugkraftstoffe. Dazu gelang es dem Unternehmen mit Partnern, erstmals fossilfreien Stahl herzustellen, der an die Volvo Group ging.

Im September hatte Vattenfall bekannt gegeben, seine Klimaziele im Einklang mit dem Pariser Abkommen zu verschärfen und bis 2040 CO2-neutral wirtschaften zu wollen. Anna Borg betonte, dass dafür weitere Investitionen in Erneuerbare nötig seien. Zudem müsse der Konzern das Verbrennen fossiler Energieträger zur Wärmeproduktion auslaufen lassen.
 

Volker Stephan
© 2022 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 03.02.2022, 13:58 Uhr

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