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Enerige & Management > Klimaschutz - Vattenfall verschärft eigene Klimaziele
Quelle: Shutterstock, 24Novembers
KLIMASCHUTZ:
Vattenfall verschärft eigene Klimaziele
Vattenfall setzt sich höhere Ziel bei der Verringerung der CO2-Emissionen. Bis 2040 will der Konzern klimaneutral sein und so dazu beitragen, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.
 
Im Oktober 2019 hatte die unabhängige Organisation Science Based Targets Initiative (SBTi) den Klimazielen von Vattenfall bestätigt, dass sie mit der Begrenzung der Erderwärmung auf 2 Grad übereinstimmen. Jetzt hat das Unternehmen beschlossen, einen weiteren Schritt zu unternehmen und die Emissionen noch weiter zu reduzieren. Orientierungspunkt sei jetzt das 1,5-Grad-Szenario, das ehrgeizigste des Pariser Klimaabkommens, heißt es in einer Konzernmitteilung.

„Die Klimakrise ist real und wir haben nicht nur die Verantwortung, schnell zu handeln, sondern wir sehen bei Vattenfall auch viele Chancen darin, bei diesem dringend erforderlichen Übergang eine Führungsrolle zu übernehmen“, erklärte dazu Anna Borg, CEO und Präsidentin bei Vattenfall.

Auch Zulieferer sollen Emissionen reduzieren

„Bereits im Jahr 2020 haben wir unser 2-Grad-SBTi-Ziel erreicht, die absoluten CO2-Emissionen gegenüber 2017 um fast 40 % zu reduzieren, zehn Jahre früher als geplant. Jetzt werden wir unseren Weg beschleunigt fortsetzen.“ Das bedeute, so Anna Borg, dass man die Emissionen für den Zeitraum von 2017 bis 2030 um über 77 % reduziere. „Wir verpflichten uns außerdem zur Klimaneutralität bis 2040, was bedeutet, dass wir bis 2040 in unserer gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen erreichen werden.“

Kundinnen und Kunden sowie Zulieferer will der Energiekonzern bei der Senkung von Emissionen unterstützen. Wie es heißt, sollen Lieferanten von Waren und Dienstleistungen ihre Emissionen um 50 % verringern.

Alberto Carrillo Pineda, Geschäftsführer und Mitbegründer der SBTi, nannte es sehr erfreulich, dass sich Vattenfall die 1,5-Grad-Marke gesetzt habe und sprach von einem mutigen Schritt, den nur wenige europäische Energieunternehmen getan haben.

Konkret steht Folgendes auf der Vattenfall-Agenda:
  • Kohleausstieg bei allen Betrieben durch Umstellung der letzten beiden Kohleheizkraftwerke – Moabit und Reuter West in Berlin – auf eine Kombination aus Biomasse, Wärmepumpen, Power-to-Heat und Erdgas
  • dem Stromnetz das Vierfache an Wind- und Solarenergie im Vergleich zur jetzigen Kapazität von Vattenfall zur Verfügung zu stellen
  • Partner und die Gesellschaft dabei unterstützen, industrielle Tätigkeiten zu elektrifizieren, darunter auch bei Stahl, Zement, Schwertransport, Chemikalien und mehr, um Emissionsreduktionen über die eigene Wertschöpfungskette hinaus zu ermöglichen
  • 25-mal so viele Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Betrieb zu haben wie 2020
Vattenfall hat sich außerdem verpflichtet, im Jahr 2040 entlang seiner gesamten Wertschöpfungskette klimaneutral zu werden. Dies bedeutet, dass alle CO2-Emissionen, auch die der Zulieferer und Kunden, entweder eliminiert oder durch Zertifikate ausgeglichen sein müssen.

Berliner Wärmegeschäft als große Herausforderung

Zur Bedeutung der Verpflichtung für den deutschen Markt sagte Tanja Wielgoß, Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme Berlin AG: „Für die Erreichung des Ziels ist das Wärmegeschäft in Berlin erfolgskritisch, da wir hier die größten Veränderungen erreichen müssen. Bis 2030 steigen wir aus der Steinkohlenutzung aus, bis 2040 werden wir klimaneutral. Das erfordert den nahezu vollständigen Umbau unseres Erzeugungsportfolios.“ Diese Aufgabe verlange Höchstleistungen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Montag, 20.09.2021, 11:39 Uhr

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