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Enerige & Management > Wärmenetz - Vattenfall sucht Käufer für sein Berliner Wärmegeschäft
Quelle: Shutterstock / guentermanaus
WÄRMENETZ:
Vattenfall sucht Käufer für sein Berliner Wärmegeschäft
Der Energiekonzern Vattenfall startete am 6. Dezember ein strukturiertes Bieterverfahren. Im Ergebnis wolle man entscheiden, ob das Wärmegeschäft in Berlin verkauft wird oder nicht.
 
Bereits im Mai dieses Jahres hatte Vattenfall mitgeteilt, eine strategische Neubewertung seines Berliner Wärmegeschäfts durchzuführen (wir berichteten). In diesem Rahmen hat das Unternehmen am 6. Dezember ein strukturiertes Bieterverfahren gestartet. Danach wolle Vattenfall abschließend entscheiden, ob das Wärmegeschäft tatsächlich verkauft wird. Angesprochen werden Investoren, die am Erwerb aller Aktien (100 Prozent) der Vattenfall Wärme Berlin AG interessiert sind, einschließlich unter anderem der Beteiligung an der Fernheizwerk Neukölln AG, Berlin (80,80 Prozent).

Vattenfall legt nach eigenen Aussagen insbesondere Wert auf die Bereitschaft und die Eignung der Interessenten, den bereits eingeschlagenen Weg der Dekarbonisierung des Wärmegeschäfts weiterzuverfolgen. Zudem solle ein potenzieller Käufer Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen. Bei Vorliegen entsprechender Kaufangebote, soll im ersten Halbjahr 2023 über einen möglichen Verkauf entschieden werden.

Berliner Senat möchte Wärmegeschäft übernehmen

Im Oktober dieses Jahres hatte das Land Berlin Interesse bekundet, das Fernwärmegeschäft zu übernehmen und zugleich die Vattenfall-Anteile am Berliner Gasversorger Gasag. Es muss sich nun ebenfalls am Bieterverfahren beteiligen.

Vor einigen Jahren hatte das Land Berlin bereits versucht, das Fernwärmenetz von Vattenfall zu übernehmen. Der Versuch scheiterte vor Gericht. Das Fernwärmesystem in der Hauptstadt ist eines der größten in Westeuropa. Vattenfall will sich als Partner in Berliner Klimaschutzprogramm von fossilen Energieträgern verabschieden.

Gegenüber dem Jahr 1990 wurden die Kraftwerksemissionen bereits um mehr als 50 Prozent reduziert durch den Umstieg von Braunkohle auf Erdgas. Bis 2030 will Vattenfall in seinem Stadtwärmebereich weitere rund 2 Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Das entspricht einem Drittel der Reduktionen, die sich das Land Berlin insgesamt vorgenommen hat. Noch läuft ein Steinkohlekraftwerk, in diesem Winter auch mit mehr Leistung als geplant, um knappes Erdgas einzusparen. Bis 2030 soll Kohle aber ganz eliminiert werden.

Als Ersatz dafür sind zu 40 Prozent erneuerbare Energien geplant und zu 60 Prozent hybride Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) mit hohen Wirkungsgraden. Bis Anfang der 2040er Jahre soll die Dekarbonisierung der Stadtwärme abgeschlossen werden, gemäß dem Klimaneutralitätsziel Deutschlands bis 2045.

Hintergrund zum Unternehmen

Die Vattenfall Wärme Berlin AG beschäftigt rund 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und versorgt rund 1,4 Millionen Wohneinheiten mit Warmwasser und Wärme. Vattenfall besitzt und betreibt in Berlin unter anderem zehn Heizkraftwerke, 105 Klein-Blockheizkraftwerke und verschiedene andere Anlagen. Das Wärmenetz hat eine Gesamtlänge von über 2.000 Kilometer.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Dienstag, 06.12.2022, 13:01 Uhr

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