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Enerige & Management > Stromnetz - Vattenfall bekennt sich zum Netzgeschäft
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Vattenfall bekennt sich zum Netzgeschäft
Vattenfall denkt auch nach dem Debakel mit dem Rekommunalisierungs-Volksentscheid in Hamburg nicht an einen Abschied aus dem Stromnetzgeschäft – das hat Helmar Rendez, Geschäftsführer der Netzgesellschaften des Konzerns, noch einmal bekräftigt.
 
„Wir nehmen das Ergebnis zur Kenntnis“, sagt Helmar Rendez, Geschäftsführer der Vattenfall-Tochter Stromnetz Hamburg GmbH, zwei Tage nach dem Volksentscheid, der Senat und Bürgerschaft verpflichtet, alle notwendigen und zulässigen Schritte für den vollständigen Rückkauf der Energienetze in die Wege zu leiten. „Über die Konzessionsvergabe entscheidet aber nicht der Volksentscheid“, so der Manager weiter.

Bei dieser Konzessionsvergabe in der Hansestadt, die unberührt vom Volksentscheid in einem wettbewerblichen Verfahren fortgesetzt wird, rechne sich Vattenfall weiter gute Möglichkeiten aus. Das Unternehmen werde alles dafür tun, die Ende 2014 auslaufende Konzession für das Stromnetz in Hamburg wieder zu erhalten, und bis 15. Januar eine Interessenbekundung abgeben.

Rendez ist in Personalunion auch Geschäftsführer der Stromnetz Berlin GmbH. In der Hauptstadt steht am 3. November ebenso ein Volksentscheid an, bei dem es unter anderem um die vollständige Rekommunalisierung des Stromnetzes geht. Die von der Vattenfall-Tochter Stromnetz Berlin gehaltene Konzession läuft Ende 2014 aus. Und auch wenn dieses Plebiszit damit endet, dass die Bürger mehrheitlich für eine Rückführung des Netzes in öffentliches Eigentum plädieren, will Rendez nicht aufgeben und weiter für die Verlängerung der Konzession kämpfen.

An einen freiwilligen Verkauf der Netze in Berlin und Hamburg oder einen Rückzug aus dem Netzgeschäft sei nicht gedacht, so der Doppelgeschäftsführer. „Das macht keinen Sinn“, so Rendez. Netze seien „ein stabilisierender Faktor“ und ein ganz wichtiger Teil des Geschäftes von Vattenfall in Deutschland, dem „größten Markt“ für den Staatskonzern aus Schweden. „Unser Leute arbeiten jetzt schon rund um die Uhr am besten Angebot für Berlin“, unterstrich er noch einmal die Absicht des Unternehmens, sich das Netzgeschäft nicht aus der Hand nehmen zu lassen.

Auch in der Hauptstadt ist die Stimmung jedoch weiter eher gegen Vattenfall gerichtet. Dem Tochterunternehmen Stromnetz Berlin ist es bislang nicht gelungen, die Tatsache dass es das Elektrizitätsnetz in der Hauptstadt unbestritten sehr gut unterhält und damit eine „überdurchschnittliche Versorgungsqualität“ in Berlin sicherstellt, wie Rendez immer wieder betont, zu einem Imagegewinn zu nutzen und den Initiatoren des Volksentschieds damit den Wind aus den Segeln zu nehmen.
 

Peter Focht
Redakteur
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Dienstag, 24.09.2013, 16:56 Uhr

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