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Enerige & Management > Wärmespeicher - Vattenfall befüllt Deutschlands größten Wärmespeicher in Berlin
Quelle: Fotolia / ammonster
WÄRMESPEICHER:
Vattenfall befüllt Deutschlands größten Wärmespeicher in Berlin
Der Berliner Wärmeversorger Vattenfall bringt von 2023 an Deutschlands größten Warmwasserspeicher ans Netz mit einer Leistung von 200 MW. Vorab konnte er von innen besichtigt werden.
 
Noch sieht der Berliner Warmwasserspeicher aus wie eine gigantische rostige Tonne, 45 Meter hoch, 43 Meter im Durchmesser und mit 56 Millionen Liter Fassungsvermögen. Damit verweist der Berliner Wärmespeicher dann seine Kollegen in Halle / Saale und Nürnberg auf die Plätze zwei und drei.

Als nächstes wird die Stahlhülle von außen mit einer Wärmedämmung versehen, dann kann Wasser eingefüllt werden. Der Speicher soll von April 2023 an als Puffer dienen, um mehr erneuerbare Energie für das Fernwärmenetz zu nutzen. Am Standort Reuter West liefert ein Kraft-Wärme-Kopplungs(KWK)-Kraftwerk neben Strom auch Wärme.

Das Wasser im Speicher soll mit überschüssigem Windstrom aus dem Umland über die 2019 eingeweihte Power-to-Heat-Anlage erhitzt werden, die mit 120 MW Leistung die größte Europas ist. Auch Abwärme aus dem benachbarten Klärwerk der Berliner Wasserbetriebe (BWB) und künftig eine Großwärmepumpe könnten Wärme ohne fossile Brennstoffe liefern. Das erläuterte die Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Wärme, Tanja Wielgoß, bei der Führung am Speicher. Die Berliner Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne) lobte das Projekt als Beitrag zu den Klimaschutzbemühungen der Hauptstadt.
 
Der 45 m hohe Wärmespeicher am Berliner Standort Reuter West im Bau
Quelle: Vattenfall Wärme AG

Zwei Monate Füllzeit

Jornt Spijksma, Projektleiter bei Vattenfall, erläuterte, dass es bis zu zwei Monate dauern wird, den imposanten Warmwassertank mit einem Volumen von umgerechnet 350.000 Badewannen zu befüllen. „Die Zukunft der Wärmeversorgung liegt nicht in Einzellösungen, sondern im Denken von Gesamtsystemen“, betonte Wielgoß. Mit seiner thermischen Leistung von 200 Megawatt könne der Speicher bis zu 13 Stunden lang Wärme liefern, sogar bei sehr kaltem Wetter, erläuterte sie.

Bei der Besichtigung des riesigen Hallenraums unterstrich Wielgoß: „Die Anlage ist ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, mehr Flexibilität in die Berliner Wärmeversorgung zu bekommen und sie zugleich klimafreundlicher, unabhängiger und sicherer zu machen.“ In den letzten Jahren hatte Vattenfall insgesamt zwei hochflexible Gas-und-Dampfturbinen(GuD)-Anlagen in den Stadtteilen Lichterfelde und Marzahn in Betrieb genommen, um weniger Treibhausgase als mit Kohlekraftwerken freizusetzen. Trotz des Gasmangels wegen des Krieges in der Ukraine hält Wielgoß die Versorgung der Berliner und Berlinerinnen für gesichert.

Klimaschutzziele stehen trotz Gasmangel

Die Gaskraftwerke arbeiteten hocheffizient, weil sie als KWK-Anlagen auch Wärme liefern, so die Vattenfall-Wärme-Chefin. Zudem habe Vattenfall noch drei Steinkohle-Blöcke in Betrieb, auch wenn Braunkohle nicht mehr genutzt werde. Das Unternehmen versorgt rund ein Drittel der Berliner Gebäude mit Stadtwärme.

​Vattenfall will Wärmetochter verkaufen

Es bleibe beim Ziel, dies bis 2040 klimaneutral zu sichern. Zur Frage nach dem beabsichtigten Verkauf der Vattenfall Wärme Berlin AG sagte sie gegenüber dieser Redaktion, es gäbe sicher Bewerber, es sei aber noch keine Entscheidung abzusehen.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 30.06.2022, 16:03 Uhr

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