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Enerige & Management > Mini-BHKW - Vaillant stoppt Brennstoffzelle
Bild: Vaillant
MINI-BHKW:
Vaillant stoppt Brennstoffzelle
Der Heizgerätehersteller Vaillant bringt kein Brennstoffzellen-BHKW auf den Markt und will sich wie die gesamte Heizindustrie stärker auf Wärmepumpen verlegen.
 
Die Vaillant Group werde ihre Entwicklungskapazitäten im Bereich der Brennstoffzellentechnologie reduzieren und die Markteinführung ihres Brennstoffzellenheizgerätes für Einfamilienhäuser bis auf weiteres aussetzen, erklärte das Unternehmen anlässlich der Heizungsindustrie-Messe ISH in Frankfurt am 14. März. Die Entwicklungsarbeit werde zwar nicht vollständig eingestellt, doch auch „nicht in dem Umfang wie bisher weitergeführt“, so ein Sprecher.

Derzeit könnten Immobilienbesitzer eine Brennstoffzellenheizung nicht wirtschaftlich betreiben, so die Begründung. Sollten sich die Bedingungen grundlegend ändern und die Nachfrage nach Brennstoffzellen erheblich ansteigen, werde Vaillant entsprechend reagieren.

Der Heizgerätehersteller wollte sein weit entwickeltes Brennstoffzellen-BHKW Xcellpower, das Strom und Wärme aus Erdgas erzeugt, eigentlich schon im letzten Jahr auf den Markt bringen. Doch selbst die vom Bundeswirtschaftsministerium im August eingeführte Fördermöglichkeit für Brennstoffzellen im Rahmen des Anreizprogramms Energieeffizienz der KfW reichte offensichtlich nicht aus, um mit Aussicht auf Erfolg in den Vertrieb einzusteigen. Die für die Geräteproduktion nötigen Skaleneffekte seien nicht zu erkennen, so der Sprecher.

Dafür will sich Vaillant jetzt stärker dem Thema Wärmepumpen zuwenden und baut dafür eine eigene, neue Geschäftseinheit „Wärmepumpen und Erneuerbare Energien“ auf. Das Unternehmen will sich insgesamt stärker auf erneuerbaren Energien ausrichten und bis 2021 zum Komplettanbieter für Wärmepumpen werden.

Auch der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) stellte bei der ISH Wärmepumpen und hybride Systeme, die eine Wärmepumpe mit einem hocheffizienten Brennwertgerät kombinieren, als Lösungen für das Erreichen der ambitionierten Klimaschutzziele heraus. Auch PV-Anlagen in Kombination mit Batteriespeichern und Wärmepumpen könnten Gebäude weitgehend autark mit Wärme und Strom versorgen.

Der BDH wies jedoch ebenso darauf hin, dass gasförmige und flüssige Brennstoffe seiner Einschätzung nach „auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Wärmemarkt spielen werden“. Sie dienten in Ergänzung zu dem zukünftig deutlich höheren Angebot an Strom aus erneuerbaren Quellen der Deckung der Spitzenlastnachfrage in Phasen der kalten dunklen Flaute. Effiziente gasbasierte Systeme werden weiterhin eine bedeutende Rolle im Wärmemarkt spielen, heißt es auch bei Vaillant.
 

Peter Focht
Redakteur
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Donnerstag, 16.03.2017, 14:21 Uhr

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