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Enerige & Management > Gas - US-Konkurrenz für Gazprom?
Bild: Fotolia.com, WoGi
GAS:
US-Konkurrenz für Gazprom?
Gasexporte aus den USA könnten künftig dem russischen Lieferanten Gazprom auch in Europa Konkurrenz machen, meinen Wissenschaftler des Center for Global Energy Policy an der Columbia University.
 
Der anhaltende Boom bei der Förderung von Schiefer- oder Shalegas ermöglicht den USA künftig auch Gasexporte. Jason Bordoff, früher Energie-Sprecher im Weißen Haus und nun an der Columbia Universität in New York, sieht es als „erheblichen Schlag“ für Gazprom, wenn sie „plötzlich Wettbewerb aus dem Westen“ bekommt.

Kurzfristig seien Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus den USA allerdings noch nicht zu erwarten. Denn die Regulierungsbehörden in den USA haben erst drei LNG-Exportterminals genehmigt, 13 weitere warten noch auch Grünes Licht. Das bedeute, dass die USA frühestens ab 2016 mit LNG-Exporten beginnen können.

Auch Bordoff geht davon aus, dass der Löwenanteil aller Wahrscheinlichkeit nach an Kunden in Asien geht. Denn Chinesen wie auch Japaner hätten bereits LNG aus den USA kontrahiert und in Nordamerika kräftig selbst in Shalegas-Projekte investiert. Shalegas decke in den USA längst mehr als den Eigenbedarf, deshalb könnten in Zukunft LNG-Exporte wahrscheinlich dem russischen Gas noch mehr Konkurrenz machen.

Letzteres spiele zwar in Europa weiter eine wichtige Rolle, aber der Preis dürfte durch die neue Wettbewerbslage auch in Europa um 11 % sinken, so der Experte. Das allein treffe den Gazprom-Gewinn sehr empfindlich; die Export-Einnahmen könnten um 27 % fallen. Allerdings wäre das schlimmer für Gazprom als für Russland insgesamt: Die russischen Erlöse aus Gasexporten machten mit 14 % Anteil an den gesamten Ausfuhr-Einnahmen zuletzt deutlich weniger aus als jene aus Ölexporten.
 

Katharina Otzen
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Mittwoch, 24.09.2014, 12:14 Uhr

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