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Enerige & Management > Stromnetz - Untersteller fordert dritte Südlink-Trasse
HGÜ-Konverterstation Bild: Siemens
STROMNETZ:
Untersteller fordert dritte Südlink-Trasse
Am Standort des stillgelegten Kernkraftwerks Philippsburg (Baden-Württemberg) wurde jetzt der Grundstein für den Konverter des Hochspannungs-Gleichstromprojekts (HGÜ) Ultranet gelegt.
 

Ultranet soll wie die anderen Gleichstromtrassen Südlink und Südostlink die Versorgung des süddeutschen Raumes sicherstellen, der nach der Abschaltung der letzten Atomkraftwerke Ende 2022 über keine nennenswerten eigenen Erzeugungskapazitäten mehr verfügen wird.

Die Trasse führt von Osterath in Nordrhein-Westfalen nach Philippsburg. Sie wird nicht wie die anderen beiden Projekte unterirdisch verlegt, sondern auf bestehenden Freileitungsmasten. Die Übertragungskapazität beträgt 2.000 MW bei 380 kV.

Der Konverter soll als Endstück der HGÜ-Leitung voraussichtlich 2025 in Betrieb gehen. In ihm wird der Gleichstrom wieder in Wechselstrom verwandelt, so dass er ins Verteilnetz eingespeist werden kann. Um Platz für den Konverter zu schaffen, waren im Mai die beiden Kühltürme des Kernkraftwerks gesprengt worden.

Der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Güne) warb bei der Grundsteinlegung des Konverters in Philippsburg bundesweit für größere Anstrengungen beim Netzausbau. „Es gibt nur wenige Orte, an denen sich die Energiewende bildlich so verdichten lässt wie hier“, sagte er bei der Grundsteinlegung am 16. September.

Alte und neue Energiewelten an einem Standort

Die alte Welt habe nach der Sprengung der beiden Kühltürme im Mai dieses Jahres Platz gemacht für die neue. „Umso wichtiger ist es für den Erfolg der Energiewende, dass auch andere Bundesländer den Netzausbau so ernsthaft und kraftvoll angehen wie wir es in Baden-Württemberg mit unseren Partnern EnBW und Transnet BW tun“, betonte Untersteller.

Zugleich hob er hervor, dass die bisher genehmigten Projekte zur Übertragung von Windkraftstrom aus dem Norden nach Bayern und Baden-Württemberg im Hinblick auf Atom- und Kohleausstieg bei weitem nicht ausreichten. „Wir brauchen eine dritte Verbindung im Südlink-Korridor“, sagte der Minister. Das sei möglich und vor allem auch nötig.

Mit seinem Ansinnen stehe er bundesweit auch nicht allein da. Niedersachsen und Hessen wisse er an seiner Seite. Es liege nun am Bundeswirtschaftsministerium, sich für Südlink 3 einzusetzen, betonte Untersteller.

Bisher sind beim Südlink-Projekt zwei größtenteils parallel verlaufende Trassen geplant, die jeweils 2.000 MW Windkraftstrom von der Küste in Schleswig-Holstein nach Leingarten bei Heilbronn (Baden-Württemberg) und nach Grafenrheinfeld bei Schweinfurt (Bayern) transportieren sollen. Die Inbetriebnahme ist für 2026 vorgesehen.

 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Mittwoch, 16.09.2020, 13:14 Uhr

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