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Enerige & Management > Bilanz - Uniper will bei Erneuerbaren aufholen
Bild: Eisenhans, Fotolia
BILANZ:
Uniper will bei Erneuerbaren aufholen
Am 19. Mai findet die diesjährige virtuelle Hauptversammlung der Uniper SE statt. Das Redemanuskript von Vorstandschef Klaus-Dieter Maubach hat das Unternehmen vorab veröffentlicht.
 
Passend zum virtuellen Aktionärstreffen weist der kürzlich aus dem Aufsichtsrat auf den Posten des Vorstandschefs gewechselte Klaus-Dieter Maubach zu Beginn seiner Rede darauf hin, dass aktuell rund 95 % der Belegschaft an den Bürostandorten des Unternehmens im Homeoffice arbeiten, während die Mitarbeiter an den operativen Standorten seit einigen Wochen regelmäßige Testmöglichkeiten haben.
 
Trotz der Turbulenzen 2020 zieht Maubach ein insgesamt positives Fazit des vergangenen Geschäftsjahres. Der bereinigte Konzernüberschuss sei deutlich auf 774 Mio. Euro gestiegen. Die gute Entwicklung wertet er als einen Beleg für die zukunftsfähige Aufstellung von Uniper. In dieses Bild passt der nach Maubachs Worten sehr gute Verlauf des ersten Quartals 2021. Hier steht ein bereinigter Konzernüberschuss von rund 594 Mio. Euro zu Buche. Dieses Ergebnis führt er vor allem auf den Erfolg im internationalen Geschäft des Segments „Global Commodities“ zurück.
 
Der Vorsitzende des Vorstands betont, dass sich Uniper seit dem Start vor fünf Jahren im Wert verdreifacht habe. Daher sollen rund 501 Mio. Euro – pro Aktie sind dies 1,37 Euro – an Dividende ausgeschüttet werden.
 
Im weiteren Verlauf der Rede weist Maubach darauf hin, dass Fortum im Laufe des vergangenen Jahres seinen Anteil auf über 75 % der Aktien aufgestockt aber gleichzeitig bis Ende 2021 einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag ausgeschlossen hat. Betriebsbedingte Kündigungen soll es mindestens bis 2026 nicht geben.
 
Besonders hebt der Vorstandschef die Bedeutung des Klimaschutzes für den Konzern hervor und zeigt sich erfreut, dass Fortum die Uniper-Strategie für eine nachhaltigere Energiewirtschaft unterstützt. „Sowohl Uniper als auch der gesamte Fortum-Konzern haben das Thema Dekarbonisierung zu ihrer zentralen Handlungsmaxime erklärt“, sagt Maubach. Zu Beginn des vergangenen Jahres habe sich Uniper dazu verpflichtet, das europäische Stromerzeugungsportfolio bis 2035 klimaneutral zu gestalten.
 
Schneller Ausstieg aus der Kohleverstromung – aber nicht mit Datteln 4
 
Zum einen wird dieses Ziel durch den Kohleausstieg erreicht. „Wir haben den Zeitplan beschleunigt und werden in Deutschland bis 2025 aus der Steinkohleverstromung ausgestiegen sein“, so der Uniper-Chef. Einige Ausnahme gibt es allerdings: Datteln 4. Das Betriebsende des Kraftwerks im Jahr 2038 sei das Symbol für das Ende der Kohleverstromung in Deutschland.
 
„Gleichwohl werden wir dieses moderne und hocheffiziente Kohlekraftwerk betreiben, solange dies wirtschaftlich möglich ist und solange ein deutscher Gesetzgeber dies gestattet. Sollten zukünftige Bundesregierungen den bis 2038 zu vollziehenden Kohleausstieg beschleunigen wollen, sind wir zu lösungsorientierten Gesprächen jederzeit bereit, um einen fairen Interessenausgleich zu finden“, betont Maubach. Unter Interessenausgleich versteht er „eine technisch mögliche und wirtschaftlich wettbewerbsfähige Perspektive“ für die von Datteln 4 mit Fernwärme und Bahnstrom versorgten Kunden. Gleichzeitig müssten die Belange der Beschäftigten berücksichtigt werden. Außerdem müsse eine vorzeitige Stilllegung eine „angemessene finanzielle Kompensation“ nach sich ziehen.
 
Den Ausstieg aus der Kohleverstromung in Großbritannien kündigt Maubach bis 2025 an, in den Niederlanden bis spätestens Ende 2029.
 
In seiner Rede betont der Uniper-Chef die Notwendigkeit, schnell in die Wasserstoffwirtschaft einzusteigen. „Ich habe lange bei keiner Technologie eine derartige Aufbruchstimmung erlebt wie derzeit bei Wasserstoff. Bei Uniper wollen wir diese Chance nutzen“, so Maubach und gibt einen Überblick über das aktuelle Engagement in diesem Bereich.
 
Uniper will Kunden bei der Vermeidung von CO2-Emissionen unterstützen
 
Ebenso nimmt er Bezug auf die erneuerbaren Energien. Er gesteht ein, dass Uniper bei der Nutzung von Wind und Sonne aktuell eine „vernachlässigbare Rolle“ spielt, kündigt allerdings an, dass der Konzern in diesen Bereich signifikant investieren und darin wachsen möchte. Zusammen mit Fortum soll das Portfolio im Bereich Wind- und Solarenergie bis 2025 auf 1,5 bis 2 GW ausgebaut werden. Bis 2030 sollen 3 GW erreicht werden.
 
Dennoch sei der Fortum-Uniper-Konzern schon heute mit seinem Strom aus Kernenergie und Wasserkraft drittgrößter Produzent CO2-freier Energie in Europa. Zusätzlich sollen in den kommenden Jahren langfristige Bezugsverträge für erneuerbaren Strom über ca. 5 Mrd. kWh pro Jahr das emissionsarme Angebot ergänzen.
 
Nachdem die Dekarbonisierungsstrategie im eigenen Haus vielfältige Aktivitäten nach sich zieht, will Uniper künftig auch seine Kunden auf dem Weg der Dekarbonisierung unterstützen. „Wir wissen, wie man Energie erzeugt, bezieht und verkauft. Wir verstehen die Produktionsprozesse und wissen, wie man komplexe technische Projekte umsetzt – und wir kennen die Energiemärkte“, so Maubach. Damit sei das Unternehmen der passende Partner, wenn es darum gehe, den CO2-Fußabdruck zu verkleinern.

Das Redemanuskript ist im Internet hier   zum Download verfügbar
 

 
 

Fritz Wilhelm
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Freitag, 14.05.2021, 17:19 Uhr

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