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Enerige & Management > Kraftwerke - Uniper bringt Irsching 3 an den Strommarkt zurück
Neben dem Block 3 werden in Irsching auch noch zwei Gaskraftwerke betrieben. Quelle: Eon
KRAFTWERKE:
Uniper bringt Irsching 3 an den Strommarkt zurück
Uniper wird das Kraftwerk Irsching 3 in den Strommarkt zurückbringen. Das Ölkraftwerk soll mit seiner Leistung von 415 MW die Versorgungssicherheit im Süden Deutschlands stärken.
 
Geplant ist, dass Irsching 3 im bayerischen Vohburg von Februar bis Ende des Jahres 2023 wieder in den Markt zurückkehrt. Das hat Uniper auf der Transparenzplattform der deutschen Stromhandelsbörse EEX angekündigt. Die Maßnahme erfolge im Rahmen des „Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetzes“ der deutschen Bundesregierung zur Sicherung der Energieversorgung in den kommenden Wintern.

Das Gesetz hat das Ziel, dass möglichst wenig Gas für die Stromerzeugung verbraucht und durch andere Energieträger ersetzt wird. Zuvor hatte Uniper bereits die beiden nordrhein-westfälischen Steinkohle-Kraftwerke Heyden 4 (875 MW) und Scholven C (345 MW) in diesem Rahmen reaktiviert.

Der mit leichtem Heizöl betriebene Block 3 in der Nähe von Ingolstadt hat eine elektrische Nettoleistung von 415 MW und wird nach Angaben des Energiekonzerns im Wesentlichen als Back-up für das weitere Uniper-Kraftwerke-Portfolio dienen, um kritische Situationen im Netz im Falle von Gasknappheit zu vermeiden. Aktuell wird Irsching 3 vom Übertragungsnetzbetreiber Tennet in der Netzreserve vorgehalten und eingesetzt. Unmittelbar nach dem Versorgungssicherheits-Einsatz Ende 2023 soll − nach fast 50 Jahren − die finale Stilllegung erfolgen.

Der Standort Irsching besteht neben Block 3 noch aus zwei gasbefeuerten Blöcken. Das von Eon betriebene Kraftwerk Ulrich Hartmann (Block 4) hat eine Leistung von 561 MW und ist 2011 in Betrieb gegangen. Mit einem Wirkungsgrad von 60,4 Prozent gilt es als eine der effizientesten GuD-Anlagen weltweit. Das Gemeinschaftskraftwerk Irsching 5 ist seit 2010 am Netz und weist einen Wirkungsgrad von 59,7 Prozent auf. Neben Uniper mit 50,2 Prozent der Anteile sind N-Ergie (25,2 Prozent), Mainova (15,6 Prozent) und Entega (9 Prozent) an Irsching 5 beteiligt.

Am Standort wird außerdem derzeit eine neue Gasturbine (Block 6) errichtet, die als sogenanntes „besonderes netztechnisches Betriebsmittel“ in Notfällen die Netzstabilität absichern soll. Die Fertigstellung ist für 2023 geplant.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Mittwoch, 30.11.2022, 15:12 Uhr

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