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Enerige & Management > Smart Meter - Und immer an die Kunden denken
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Und immer an die Kunden denken
Wie die Letztverbraucher vom Smart Metering in Zukunft profitieren werden, ist noch nicht klar. Doch eine Erkenntnis gibt es schon: Der Mehrwert liegt in den Daten.
 
Bisher hat der Kunde den Zähler überhaupt nicht wahrgenommen. Plötzlich sollen ihm aus der neuen Technologie Vorteile erwachsen. Wie das genau gehen soll, darüber müssen sich die Marktakteure in den nächsten Monaten intensiv Gedanken machen. Ideen gibt es, aber noch keine Patentlösung. Dies wurde im Rahmen der diesjährigen Smart Meter Days des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) am 22. September in Fulda deutlich. Ulrich Wernekinck, Technischer Geschäftsführer von RWE Metering, sprach von einer „spannenden Aufgabe“ für die nächsten eineinhalb Jahre. Denn 2017 soll der Rollout intelligenter Messysteme in Deutschland beginnen. Dies sieht jedenfalls der Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums für das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende vor. Wernekinck betonte, die Einführung von Smart Metern bei den Kunden sei eine politische Idee, die die Messstellenbetreiber jedoch mittragen. Er gab allerdings zu bedenken, dass der Kunde bisher den Zähler überhaupt nicht wahrgenommen und das System auch nicht hinterfragt habe. „Er hat es auch nicht in Frage stellen müssen“, so der RWE-Manager. Deshalb sei es von größter Bedeutung, dass die neue Technologie einwandfrei funktioniere.

Peter Heuell, Geschäftsführer von Landis+Gyr, verwies auf den Gesetzentwurf, demzufolge der Rollout bei den Haushaltskunden erst ab 2020 stattfinden soll. Er geht davon aus, dass angesichts des gestuften Prozesses die Innovation und die Entwicklung von Dienstleistungen für die Kunden „von oben nach unten“ gehe und die Erfahrungen der Messstellenbetreiber mit den Großverbrauchern dann auch den Haushaltskunden zugutekommen.

Tim Karnhof, Leiter Smart Metering bei Trianel, sieht den Mehrwert für den Kunden ganz klar in den Daten. Bisher würden meist Daten gesammelt und hinterher erst deren Wert untersucht. Er halte es für sinnvoll, Geschäftsmodelle zu entwickeln und dafür gezielt bestimmte Daten zu sammeln und aufzubereiten. „Mit Blick auf 2017 sollte der Vertrieb aber jetzt anfangen und etwas aus den Daten machen“, riet Karnhof. Der vorliegende Gesetzentwurf gebe auf jeden Fall ausreichend Planungssicherheit, um diesen Schritt zu gehen.

Für RWE Metering steht derzeit vor allem die Zusammenarbeit mit Stadtwerken im Vordergrund. So entwickelt das Unternehmen derzeit verschiedene Dienstleistungspakete, die beispielsweise die Gateway-Administration, aber auch Logistik und Montage enthalten können. Nach Wernekincks Einschätzung wird es eine Reihe insbesondere kleinerer Unternehmen geben, die zumindest zu Anfang noch nicht das Know-how und die Kapazitäten haben, als Gateway-Administrator aufzutreten. In diesem Fall stünden die Großen der Branche als Dienstleister bereit. Heuell zeigte sich allerdings skeptisch, dass beispielsweise kleinere Stadtwerke, „in denen noch der Bürgermeister im Aufsichtsrat sitzt“, das Smart-Meter-Geschäft an große Energieversorger abgeben. Teile davon könnten jedoch sehr wohl an Partner delegiert werden. Schließlich ging auch keine Hand in die Höhe, als Karnhof das Auditorium der Podiumsdiskussion fragte, ob jemand von vornherein das Geschäftsmodell einem Dritten überlassen würde.
 

Fritz Wilhelm
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Donnerstag, 24.09.2015, 16:37 Uhr

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