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Enerige & Management > Klimapolitik - UN-Klimagipfel in Bonn gestartet
Bild: UNFCCC
KLIMAPOLITIK:
UN-Klimagipfel in Bonn gestartet
Unbeeindruckt vom Ausstieg der USA aus dem Pariser Klimavertrag will die Staatengemeinschaft zeigen, dass sie fest hinter dem Abkommen steht und weitere Umsetzungsmaßnahmen beraten.
 
Auf dem Gelände des UN-Klimasekretariats (UNFCCC) in Bonn ist am 6. November der 23. UN-Klimagipfel gestartet. Innerhalb der kommenden zwei Wochen wollen die 195 Vertragsstaaten an der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens arbeiten.

Ende 2015 war in der französischen Hauptstadt ein 30 Seiten umfassender Klimavertrag verabschiedet worden, der inzwischen von 169 Staaten ratifiziert wurde. Damit ist er inzwischen zwar völkerrechtlich bindend, aber das Vertragswerk legt bislang nur die Grundsätze fest, dass sich die Erde auf maximal 2 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmen soll, angepeilt wird aber, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Dazu sollen die Staaten verbindliche nationale Klimaschutzpläne (NDCs) vorlegen. Diese Selbstverpflichtungen sollen künftig alle fünf Jahre auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Hauptaufgabe des Bonner Klimagipfels ist es, für die einzelnen Artikel des Pariser Klimavertrages Umsetzungsregeln festzulegen, zugleich aber auch die Vergleichbarkeit der nationalen Selbstverpflichtungen etwa im Hinblick auf die Unterschiede zwischen den reichen und den armen Ländern sicherzustellen und überprüfbar zu machen.

Erstmals wird der Klimagipfel von einem vom Klimawandel besonders betroffenen Inselstaat ausgerichtet. Weil auf den Fidschi-Inseln aber nicht genügend Platz für die 25 000 Teilnehmer vorhanden ist, wird die Konferenz am Sitz des UNFCCC abgehalten.

Wie auf den vergangenen Klimagipfeln stehen die Industriestaaten in der Pflicht, ihre Versprechen zur finanziellen Unterstützung für die ärmeren Länder zu erhöhen. Bis 2020 sollen die Finanzzusagen auf 100 Mrd. US-Dollar pro Jahr erhöht werden. Zum Auftakt des Bonner Klimagipfels hat die Bundesregierung angekündigt, Entwicklungsländer mit weiteren 100 Mio. Euro zur Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. „Wir senden damit ein klares Signal: Deutschland steht den Menschen und den Ländern, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, solidarisch bei“, betont die geschäftsführende Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD).

Am Vortag hatten tausende Umweltschützer in Bonn und im benachbarten rheinischen Braunkohlerevier für einen Kohleausstieg demonstriert, dabei waren mehrere hundert Umweltaktivisten in den Tagebau am Hambacher Forst eingedrungen.

Zuvor hatten 13 verschiedene US-Behörden einen umfassenden Bericht zum Klimawandel vorgelegt. In diesem Report, der laut Gesetz alle vier Jahre vorgelegt werden muss, halten es die Autoren für sehr wahrscheinlich, dass durch den Menschen verursachte Tätigkeiten für den Anstieg der Erderwärmung verantwortlich sind. Damit widerspricht der Bericht der Linie der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Zwar wird der die Existenz des Klimawandels von der Trump-Administration nicht angezweifelt, aber es sei nicht sicher, ob der Klimawandel wirklich vom Menschen verursacht wird. Trump hatte im Sommer den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen angekündigt. Der Vertrag sei ein schlechter Deal für die USA, so der Präsident.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Montag, 06.11.2017, 15:22 Uhr

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