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Energie & Management > Öl - Umweltverbände wehren sich gegen Ostsee-Bohrungen
Quelle: Shutterstock / Marine offshore activity
Öl

Umweltverbände wehren sich gegen Ostsee-Bohrungen

Mehrere Umweltverbände haben ein Bündnis gegen eine mögliche Öl- und Gasförderung vor Usedom gegründet. Sie wollen das Projekt eines kanadischen Unternehmens verhindern.
Das kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) sucht wenige Kilometer vor der Insel Usedom nach Erdöl und Erdgas. Deswegen haben mehrere Umweltorganisationen ein Aktionsbündnis gegen eine mögliche Öl- und Gasförderung in der Pommerschen Bucht gegründet. Zum Bündnis gehören die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mecklenburg-Vorpommern, der World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland und die Bürgerinitiative Lebensraum Vorpommern. 

Laut den Verbänden soll verhindert werden, dass aus der bisherigen Erkundung ein Förderprojekt entsteht. Dafür schließen sie nach eigenen Angaben auch rechtliche Schritte nicht aus. Parallel wollen sie eine Petition mit bislang rund 88.000 Unterschriften im September an die Europäische Kommission übergeben. Die Unterzeichner stammen den Angaben zufolge überwiegend aus den Ostseeanrainerstaaten.

Probebohrung fand Erdöl

Auslöser der Proteste ist eine Erkundungsbohrung von CEP etwa sechs Kilometer vor Swinemünde (Świnoujście). Das Unternehmen hatte nach Probebohrungen mitgeteilt, auf ein großes Ölvorkommen gestoßen zu sein. Nach Einschätzung des polnischen Chefgeologen Krzysztof Galos könnte es sich um den größten Ölfund des Landes „seit mindestens dem Zweiten Weltkrieg“ handeln. CEP wertet die erhobenen Daten nach eigenen Angaben weiter aus. Eine Genehmigung für eine Förderung liegt bislang nicht vor.

Nach Angaben des Unternehmens umfasst das Konzessionsgebiet potenziell mehr als 33 Millionen Tonnen Öl sowie rund 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Erkundungslizenz läuft bis Dezember 2027. Vor einer möglichen Förderung wäre nach Angaben der Verbände eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.

Meeresschutz gefährdet

Die Umweltorganisationen kritisieren insbesondere die Nähe der Bohrstelle zu europäischen Meeresschutzgebieten. Laut BUND Mecklenburg-Vorpommern beginnen diese bereits rund 200 Meter vom bisherigen Bohrstandort entfernt. Die Pommersche Bucht sei Lebensraum zahlreicher Seevögel sowie des vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswals. Die Verbände warnen vor zusätzlichen Belastungen durch Unterwasserlärm, Schadstoffeinträge und möglichen Ölunfällen.

Nach Angaben des Bündnisses könnte sich die Lagerstätte über die deutsch-polnische Grenze erstrecken. In diesem Fall wäre aus Sicht der Organisationen eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Sollte sich das Vorkommen auch unter deutschem Hoheitsgebiet befinden, wären nach ihrer Einschätzung zudem deutsche Genehmigungsverfahren unter Beteiligung von Behörden, Umweltverbänden und Öffentlichkeit erforderlich.

Unterstützung aus dem Europaparlament

Der Europaabgeordnete der Grünen Hannah Neumann will das Bündnis unterstützen. Nach einem Treffen mit Vertretern der Stadt Heringsdorf und der Stadt Swinemünde erklärte sie: „Die Sorge vor den möglichen Auswirkungen auf Natur und Tourismus ist groß“.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Förderung von Erdöl und Erdgas im Küstenmeer nach dem Landesraumentwicklungsprogramm ausgeschlossen. CEP hatte deshalb frühere Erkundungsaktivitäten in bekannten Lagerstätten aus DDR-Zeiten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg eingestellt. Das aktuelle Vorhaben befindet sich jedoch in polnischen Hoheitsgewässern vor der Küste Usedoms.

Nach Angaben der Verbände kommt zur möglichen Öl- und Gasförderung eine weitere Belastung der Region hinzu. Sie verweisen auf den Bau eines Tiefwasser-Containerterminals in Swinemünde, das sich aus ihrer Sicht ebenfalls auf die sensible Meeresumwelt auswirken könne. (sh)

Donnerstag, 30.07.2026, 12:52 Uhr
Susanne Harmsen
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Quelle: Shutterstock / Marine offshore activity
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Umweltverbände wehren sich gegen Ostsee-Bohrungen
Mehrere Umweltverbände haben ein Bündnis gegen eine mögliche Öl- und Gasförderung vor Usedom gegründet. Sie wollen das Projekt eines kanadischen Unternehmens verhindern.
Das kanadische Unternehmen Central European Petroleum (CEP) sucht wenige Kilometer vor der Insel Usedom nach Erdöl und Erdgas. Deswegen haben mehrere Umweltorganisationen ein Aktionsbündnis gegen eine mögliche Öl- und Gasförderung in der Pommerschen Bucht gegründet. Zum Bündnis gehören die Deutsche Umwelthilfe (DUH), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Mecklenburg-Vorpommern, der World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland und die Bürgerinitiative Lebensraum Vorpommern. 

Laut den Verbänden soll verhindert werden, dass aus der bisherigen Erkundung ein Förderprojekt entsteht. Dafür schließen sie nach eigenen Angaben auch rechtliche Schritte nicht aus. Parallel wollen sie eine Petition mit bislang rund 88.000 Unterschriften im September an die Europäische Kommission übergeben. Die Unterzeichner stammen den Angaben zufolge überwiegend aus den Ostseeanrainerstaaten.

Probebohrung fand Erdöl

Auslöser der Proteste ist eine Erkundungsbohrung von CEP etwa sechs Kilometer vor Swinemünde (Świnoujście). Das Unternehmen hatte nach Probebohrungen mitgeteilt, auf ein großes Ölvorkommen gestoßen zu sein. Nach Einschätzung des polnischen Chefgeologen Krzysztof Galos könnte es sich um den größten Ölfund des Landes „seit mindestens dem Zweiten Weltkrieg“ handeln. CEP wertet die erhobenen Daten nach eigenen Angaben weiter aus. Eine Genehmigung für eine Förderung liegt bislang nicht vor.

Nach Angaben des Unternehmens umfasst das Konzessionsgebiet potenziell mehr als 33 Millionen Tonnen Öl sowie rund 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Die Erkundungslizenz läuft bis Dezember 2027. Vor einer möglichen Förderung wäre nach Angaben der Verbände eine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich.

Meeresschutz gefährdet

Die Umweltorganisationen kritisieren insbesondere die Nähe der Bohrstelle zu europäischen Meeresschutzgebieten. Laut BUND Mecklenburg-Vorpommern beginnen diese bereits rund 200 Meter vom bisherigen Bohrstandort entfernt. Die Pommersche Bucht sei Lebensraum zahlreicher Seevögel sowie des vom Aussterben bedrohten Ostsee-Schweinswals. Die Verbände warnen vor zusätzlichen Belastungen durch Unterwasserlärm, Schadstoffeinträge und möglichen Ölunfällen.

Nach Angaben des Bündnisses könnte sich die Lagerstätte über die deutsch-polnische Grenze erstrecken. In diesem Fall wäre aus Sicht der Organisationen eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Sollte sich das Vorkommen auch unter deutschem Hoheitsgebiet befinden, wären nach ihrer Einschätzung zudem deutsche Genehmigungsverfahren unter Beteiligung von Behörden, Umweltverbänden und Öffentlichkeit erforderlich.

Unterstützung aus dem Europaparlament

Der Europaabgeordnete der Grünen Hannah Neumann will das Bündnis unterstützen. Nach einem Treffen mit Vertretern der Stadt Heringsdorf und der Stadt Swinemünde erklärte sie: „Die Sorge vor den möglichen Auswirkungen auf Natur und Tourismus ist groß“.

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Förderung von Erdöl und Erdgas im Küstenmeer nach dem Landesraumentwicklungsprogramm ausgeschlossen. CEP hatte deshalb frühere Erkundungsaktivitäten in bekannten Lagerstätten aus DDR-Zeiten in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg eingestellt. Das aktuelle Vorhaben befindet sich jedoch in polnischen Hoheitsgewässern vor der Küste Usedoms.

Nach Angaben der Verbände kommt zur möglichen Öl- und Gasförderung eine weitere Belastung der Region hinzu. Sie verweisen auf den Bau eines Tiefwasser-Containerterminals in Swinemünde, das sich aus ihrer Sicht ebenfalls auf die sensible Meeresumwelt auswirken könne. (sh)

Donnerstag, 30.07.2026, 12:52 Uhr
Susanne Harmsen

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