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Enerige & Management > Stromnetz - Ultranet nimmt weitere Hürde
Quelle: Shutterstock / peopleandmore
STROMNETZ:
Ultranet nimmt weitere Hürde
Der Übertragungsnetzbetreiber Transnet BW hat einen weiteren Meilenstein im Genehmigungsverfahren des Netzausbauprojekts Ultranet erreicht.
 
Die Bundesnetzagentur hat für den Abschnitt B1 der Gleichstromleitung Ultranet zwischen Mannheim-Wallstadt und Philippsburg die Vollständigkeit der Planfeststellungsunterlagen bestätigt. Diese hatte Transnet BW − wie berichtet − Ende April bei der Behörde eingereicht. Damit kann nun die im Gesetz vorgesehene formelle Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung starten, teilte Transnet mit. 

„Ultranet ist ein zentrales Netzausbauprojekt für Deutschland und verbessert die Integration der erneuerbaren Energien ins Stromsystem. So sorgen wir für Versorgungssicherheit“, erklärte dazu Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung von Transnet BW.

Die rund 340 Kilometer lange Gleichstromverbindung reicht von Osterath in Nordrhein-Westfalen bis nach Philippsburg in Baden-Württemberg und wird von Transnet zusammen mit Amprion umgesetzt. Sie soll große Strommengen zwischen dem Norden und Süden Deutschlands transportieren.

„Im Lichte der aktuellen geopolitischen Situation ist es besonders wichtig, den Netzausbau zügig voranzutreiben. Dabei sind wir einen guten Schritt vorangekommen“, betonte Götz weiter. Bereits im Vorfeld des formellen Verfahrens habe man den engen Austausch mit Bevölkerung und Behörden gesucht: Seit Anfang 2021 fanden fünf digitale Gesprächsrunden mit Behörden und Verbänden und vier Bürgersprechstunden statt.

6.300 Seiten Text und mehrere hundert Pläne

„Die Unterlagen wurden sorgfältig und in enger Abstimmung mit den Behörden und Trägern öffentlicher Belange erstellt. Am Ende sind rund 6.300 DIN-A4-Seiten Text und mehrere hundert Pläne zusammengekommen“, erläuterte Alexander Gerhard, Teilprojektleiter Genehmigung bei Transnet.

Mit der Vollständigkeitserklärung nach § 21 Netzausbaubeschleunigungsgesetz (NABEG) befindet sich das Genehmigungsverfahren für den Abschnitt B1 nun auf der Zielgeraden. In den nächsten Wochen beginnt der formelle Beteiligungsprozess gemäß § 22 NABEG. Dieser wird von der Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde durchgeführt. Hierzu legt die Behörde die von Transnet erstellten Unterlagen öffentlich aus und informiert darüber. Bürgerinnen und Bürger sowie Träger öffentlicher Belange können dann die Unterlagen einsehen und sich dazu äußern. Vor Abschluss des Verfahrens werden die Einwendungen und Stellungnahmen im Rahmen eines Erörterungstermins diskutiert.

Am Ende des Verfahrens steht der Planfeststellungsbeschluss durch die Bundesnetzagentur. Damit wird die Genehmigung zum Bau und Betrieb erteilt. Außerdem legt dieser den exakten Verlauf der Trasse und die technischen Details fest. Im Anschluss daran kann der Bau beginnen. Das für Ultranet erforderliche Gleichstromumspannwerk am Standort Philippsburg, wo früher das gleichnamige Kernkraftwerk Strom ins Netz eingespeist hat, befindet sich bereits seit September 2020 in Bau.

Stichwort Ultranet

Ultranet wird nicht wie die anderen geplanten großen Gleichstromtrassen Südlink und Südostlink als Erdkabelverbindung gebaut, sondern auf Masten in einer bestehenden Trasse errichtet. Einer der vorhandenen Wechselstromkreise auf den Masten soll künftig in Gleichstromtechnik betrieben werden. Dafür sind nach Angaben der Netzbetreiber nur wenige bauliche Veränderungen erforderlich: An den meisten Masten müssten lediglich die Isolatoren getauscht werden, um einen Stromkreis für Gleichstrom zu nutzen. Vorgesehen ist eine Übertragungskapazität von 2.000 MW bei 380 kV.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Freitag, 17.06.2022, 16:18 Uhr

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