• Gashändler: Es kommt etwas Nervosität zurück
  • Regierung: THE hatte keine Kompetenzen im Gas-Terminmarkt
  • Lieferantenwechsel während Preisbremsen ohne EDIFACT
  • Ein Plan für den Wärmeplan
  • Rechnungshof: EU überwacht Strombinnenmarkt mangelhaft
  • Mit der Politprominenz das große Rad der Energiewende drehen
  • Leag und HH2E wollen Wasserstoff-Projekte verknüpfen
  • Neue Methanol-Brennstoffzelle am Markt
  • Deutschlands größter Gasspeicher speichert wieder aus
  • Wasserstoff ins einzige Steinkohle-Kraftwerk Ostdeutschlands
Enerige & Management > Klimaschutz - UBA feiert CO2-Bilanz für 2020 als "großen Schritt im Klimaschutz"
Bild: Fotolia.com, Nicole Effinger
KLIMASCHUTZ:
UBA feiert CO2-Bilanz für 2020 als "großen Schritt im Klimaschutz"
Die im Emissionshandel erfassten deutschen Kraftwerke und Industrieanlagen sowie der Flugverkehr haben laut Umweltbundesamt 2020 erheblich weniger CO2 ausgestoßen.
 
Weil die fossilen Kraftwerke Marktanteile einbüßten und die Corona-Pandemie der energieintensiven Industrie und der Luftfahrt Daumenschrauben anlegte, fällt die CO2-Bilanz des Jahres 2020 in Deutschland über die Maßen gut aus. Das berichten das Umweltbundesamt (UBA) und die im UBA angesiedelte nationale Behörde für die Umsetzung des Europäischen Emissionshandelssystem (EU-ETS), die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt). Zu diesem Effekt trugen maßgeblich die Einsparungen im Energiesektor (Stromproduktion) bei.

Im Vergleich zu 2013, als die dritte Handelsperiode des EU-ETS begann, sind die 320 Mio. Tonnen emittierter CO2-Äquivalente der 1.817 im System registrierten stationären Anlagen ein Rückgang von 33 %. Gegenüber 2019 nahm ihr Ausstoß in Deutschland um 12 % ab. Auf europäischer Ebene sei mit einer Senkung aller Emissionen um 42 % gegenüber 2005 (in Deutschland minus 38 %) sogar bereits die Zielvorgabe für 2030 erreicht, sagte Jürgen Landgrebe, der im UBA für die DEHSt zuständige Fachbereichsleiter. Ein Minus von 21 Prozent sei eigentlich die Vorgabe für 2020 gewesen. Diese „Übererfüllung“ eröffne einen „großen Spielraum für eine Ambitionssteigerung im EU-ETS“, so Landgrebe.

Allerdings sind nicht alle positiven Entwicklungen unbedingt von Dauer. Die Corona-Pandemie hat die industrielle Produktion über Gebühr gebremst. In Deutschland stießen die Unternehmen mit 114 Millionen Tonnen etwa 5 % weniger CO2-Äquivalente aus, was das UBA auf rückläufige Produktionsmengen zurückführt. Dies ist zum zweiten Mal in Folge ein deutlicher Rückgang.

„Insbesondere im Bereich der Industrieanlagen dürfte der Emissionsrückgang nicht nachhaltig sein“, sagt UBA-Präsident Dirk Messner. „Hier brauchen wir dringend weitere Anstrengungen und eine anspruchsvolle Dekarbonisierungsstrategie.“ Die Sektoren Eisen und Stahl verzeichneten ein CO2-Minus von 12 %, der Bereich Industrie- und Baukalk minus 7 %. Papier- und Zellstoffindustrie, Nichteisenmetallindustrie sowie Raffinerien haben weniger eingespart (2 bis 3 %).

Etwas anders stellt die Situation sich bei den fossilen Kraftwerken der Energiewirtschaft dar, die neben der geringeren Stromnachfrage zusätzlich und dauerhaft durch die Energiewende an Marktanteilen verliert. In diesem Sektor sprechen die Umweltbehörden von einem beschleunigten Rückgang der Emissionen. Das Minus beträgt 15 % oder 207 Mio. Tonnen CO2 gegenüber 2020. Weil in der Corona-Pandemie viele Flugzeuge am Boden blieben, verbesserte sich der ökologische Fußabdruck der Luftflotten enorm – um 58 %. Die im EU-ETS-System erfassten Fluglinien stießen noch 4 Mio. Tonnen CO2 aus.

Dirk Messner sieht im Jahresergebnis 2020 grundsätzlich „erneut einen großen Schritt beim Klimaschutz. Der relative Rückgang der Emissionen im Emissionshandelssektor fällt wie schon in den letzten Jahren deutlich stärker aus als der Rückgang der nationalen Gesamtemissionen.“
 

Volker Stephan
© 2023 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 17.06.2021, 16:49 Uhr

Mehr zum Thema