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Energie & Management > Stromnetz - Trockene Luft ersetzt klimaschädliches Isoliergas
Westnetz-Geschäftsführer Patrick Wittenberg, Karsten Paeth (ABB), Oliver Sauerbach und Projektleiter Bastian Wölke (v.l.) vor der neuen Schaltanlage. Quelle: Westnetz
Stromnetz

Trockene Luft ersetzt klimaschädliches Isoliergas

Der Verteilnetzbetreiber Westnetz hat die erste SF6-freie Mittelspannungsschaltanlage im Eon-Konzern in Betrieb genommen.
Die Mittelspannungsschaltanlage von ABB in Wesel (Nordrhein-Westfalen) verzichtet auf das klimaschädliche Gas Schwefelhexafluorid (SF6) und setzt stattdessen auf sogenannte trockene Luft als Isoliergas – ein Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch. Westnetz-Geschäftsführer Patrick Wittenberg erklärte dazu: „Die Einweihung der ersten kompakten SF6-freien Mittelspannungsschaltanlage im Eon-Konzern ist ein Meilenstein auf unserem Weg zur Klimaneutralität. Wir sind stolz darauf, Vorreiter bei der Umsetzung innovativer Technologien in unserem Netzgebiet zu sein und werden auch weiterhin nachhaltige Lösungen erforschen, um unseren CO2- Fußabdruck zu reduzieren.“

SF6 ist ein technisches Gas, das bisher standardmäßig wegen seiner isolierenden, löschenden und wärmeableitenden Eigenschaften in Stromschaltgeräten und -anlagen eingesetzt wird. Aber es hat ein starkes Treibhauspotenzial. Bei der SF6-freien Technologie kommt dagegen ein alternatives Gasgemisch mit einem höheren Druck zum Einsatz, das aus natürlichen Bestandteilen der Luft besteht und dem die Feuchtigkeit entzogen wurde – daher auch „trockene Luft“ genannt. Dieses Gasgemisch hat ebenfalls isolierende Eigenschaften. Zudem wurde die Schaltanlage selbst so modifiziert, dass sie in der Lage ist, die Wärme abzuleiten, die bei der Stromübertragung frei wird.

Karsten Paeth, Leiter Marketing und Sales bei ABB: „Hintergrund des Pilotprojekts ist die Überarbeitung der EU-F-Gas-Verordnung, die voraussichtlich zum Januar 2026 den Einsatz von SF6 bei Neuanlagen im Mittelspannungsnetz bis 24 kV weitestgehend verbieten wird.“ ABB habe bereits vor Jahren mit entsprechenden Entwicklungsprojekten reagiert, Ersatzmöglichkeiten zu SF6 erforscht und entsprechende Produkte entwickelt.

Über die Trafostation, mit der Westnetz die neue SF6-freie Schaltanlage erprobt, sollen auch Ladesäulen für Elektrofahrzeuge versorgt werden.

Mittwoch, 31.05.2023, 16:09 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Stromnetz - Trockene Luft ersetzt klimaschädliches Isoliergas
Westnetz-Geschäftsführer Patrick Wittenberg, Karsten Paeth (ABB), Oliver Sauerbach und Projektleiter Bastian Wölke (v.l.) vor der neuen Schaltanlage. Quelle: Westnetz
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Trockene Luft ersetzt klimaschädliches Isoliergas
Der Verteilnetzbetreiber Westnetz hat die erste SF6-freie Mittelspannungsschaltanlage im Eon-Konzern in Betrieb genommen.
Die Mittelspannungsschaltanlage von ABB in Wesel (Nordrhein-Westfalen) verzichtet auf das klimaschädliche Gas Schwefelhexafluorid (SF6) und setzt stattdessen auf sogenannte trockene Luft als Isoliergas – ein Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch. Westnetz-Geschäftsführer Patrick Wittenberg erklärte dazu: „Die Einweihung der ersten kompakten SF6-freien Mittelspannungsschaltanlage im Eon-Konzern ist ein Meilenstein auf unserem Weg zur Klimaneutralität. Wir sind stolz darauf, Vorreiter bei der Umsetzung innovativer Technologien in unserem Netzgebiet zu sein und werden auch weiterhin nachhaltige Lösungen erforschen, um unseren CO2- Fußabdruck zu reduzieren.“

SF6 ist ein technisches Gas, das bisher standardmäßig wegen seiner isolierenden, löschenden und wärmeableitenden Eigenschaften in Stromschaltgeräten und -anlagen eingesetzt wird. Aber es hat ein starkes Treibhauspotenzial. Bei der SF6-freien Technologie kommt dagegen ein alternatives Gasgemisch mit einem höheren Druck zum Einsatz, das aus natürlichen Bestandteilen der Luft besteht und dem die Feuchtigkeit entzogen wurde – daher auch „trockene Luft“ genannt. Dieses Gasgemisch hat ebenfalls isolierende Eigenschaften. Zudem wurde die Schaltanlage selbst so modifiziert, dass sie in der Lage ist, die Wärme abzuleiten, die bei der Stromübertragung frei wird.

Karsten Paeth, Leiter Marketing und Sales bei ABB: „Hintergrund des Pilotprojekts ist die Überarbeitung der EU-F-Gas-Verordnung, die voraussichtlich zum Januar 2026 den Einsatz von SF6 bei Neuanlagen im Mittelspannungsnetz bis 24 kV weitestgehend verbieten wird.“ ABB habe bereits vor Jahren mit entsprechenden Entwicklungsprojekten reagiert, Ersatzmöglichkeiten zu SF6 erforscht und entsprechende Produkte entwickelt.

Über die Trafostation, mit der Westnetz die neue SF6-freie Schaltanlage erprobt, sollen auch Ladesäulen für Elektrofahrzeuge versorgt werden.

Mittwoch, 31.05.2023, 16:09 Uhr
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