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Energie & Management > In Eigener Sache - Trend zu immer mehr Ökostrom hält weiter an
Quelle: E&M
In Eigener Sache

Trend zu immer mehr Ökostrom hält weiter an

Die 18. E&M-Ökostromumfrage zeigt, dass trotz Krisen Grünstrom-Produkte nach wie vor gefragt sind: Eon ist bundesweit größter Grünstromlieferant für Privatkunden.
 
Ein anderes Ergebnis hätte unangenehm überrascht: Mit dem Ökostrommarkt hierzulande geht es weiter bergauf, zwar nicht exponentiell, dafür aber stetig und moderat. Das zeigen die Ergebnisse der 18. E&M-Ökostromumfrage, an der 54 Unternehmen an der seit 2005 erhobenen Umfrage teilgenommen haben. 

Vor allem die Privatkunden haben zu diesem Wachstum beigetragen, was die Analyse der erhobenen Zeitreihen 2021 bis 2024 (letzteres als Prognose) von den Unternehmen deutlich macht, die kontinuierlich an der Umfrage teilgenommen haben. Robert Werner vom Hamburg Institut, der mit seinem Team zum zehnten Mal die E&M-Erhebung betreut hat, wundert diese Entwicklung nicht im Geringsten: „Ökostrom wird zunehmend das neue Normal auf dem Strommarkt. Der politisch gewollte Umbau unserer Energieversorgung hin zur Klimaneutralität schlägt auch zunehmend auf den Strommarkt durch.“

Eon bleibt die Nummer 1 im Markt

Dass der Trend zu mehr Ökostrom ohne großes mediales Tohuwabohu anhält, kann kaum einer besser beurteilen als Thomas Bächle, Geschäftsführer von Verbund Deutschland. Die Deutschland-Dependance des österreichischen Energiekonzerns ist mit Abstand der größte Wasserstromlieferant hierzulande, der mit zahlreichen Stadtwerken und Grünstromanbietern vertraglich verbandelt ist: „Selbstverständlich haben wir neue Abnehmer im Stadtwerke- und Industriesektor gewonnen. Und wenn die Limitationen aufgrund des eigenen Assets nicht gewesen wären, hätten wir auch deutlich mehr neuen Kunden gewinnen können.“

Zur Umfrage: In absoluten Zahlen fallen die Wachstumssprünge noch höher aus, rechnet man die Zahlen der Eon Energie Deutschland GmbH mit ein. Deutschlands größter Stromvertrieb hatte im vergangenen Jahr zum ersten Mal an der E&M-Branchenerhebung teilgenommen und sich mit gemeldeten 3,3 Millionen Kunden gleich an die Spitze gesetzt.

Dass Eon diesen Platz an der Sonne beibehalten würde, war allen Branchenkennern angesichts der Marktmacht des Unternehmens klar. Für die diesjährige Umfrage hat Eon (und zwar nur für die Kernmarke!) mit 6 Millionen Kunden fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr gemeldet. Und damit ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: „Wir versorgen heute 89 Prozent unserer Haushaltskunden mit Ökostrom“, ließ Jens Michael Peters, Geschäftsführer Energielösungen bei Eon Energie Deutschland, E&M wissen. Bis Ende 2024 sollen auch die restlichen Kunden mit Ökostrom beliefert werden.

Nur Ökostrom zu verkaufen, reicht nicht mehr

Dass auch viele Kommunalversorger ihren Kunden (fast) nur noch mit Ökostrom beliefern – im vergangenen Jahr hatte der Leipziger Energiedatenspezialist Get AG exklusiv für die E&M-Ökostromumfrage bereits 400 Komplettumsteller ausfindig gemacht – setzt nach Einschätzung von Ökostromexperten Werner die klassischen Grünstromanbieter weiter unter Druck. Insbesondere für die Unternehmen aus der Pionierphase des Ökostromverkaufs wird es schwer: „Der Verkauf grüner Kilowattstunden als alleiniges Geschäftsmodell reicht nicht fürs Überleben. Da müssen ganz schnell neue Geschäftsideen kommen.“

In der Riege der Ökostromanbieter hat sich mittlerweile auch die Prokon Regenerative Energien eG mit Sitz in Itzehoe etabliert. Das Unternehmen aus Schleswig-Holstein mit über 40.000 Mitgliedern gewann über 1.000 neue Genossen, verlor aber rund 4.500 Stromkunden.

Diesen Aderlass erklärt Unternehmenssprecher Kai Jacobsen so: „Wir haben uns den Großteil des Jahres 2022 auf die sichere Versorgung unserer Bestandskunden konzentriert, keine Neukunden, mit Ausnahme von Mitgliedern, aufgenommen und Kundengewinnungsmaßnahmen weitestgehend eingestellt.“ Dieser Stopp hat fast ein Jahr gedauert, das Vertriebsgeschäft ist erst von wenigen Wochen wieder neu gestartet.

Ein Rückzug aus dem Stromgeschäft ist kein Thema in Itzehoe: „Die Versorgung von Haushalten und Gewerbe mit echtem Ökostrom ist für Prokon als Genossenschaft in Bürgerhand ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Wertschöpfungskette.“ Als Unique Selling Point (USP) kann Prokon seinen Kunden immerhin reinen Windstrom anbieten, 11.000 Neukunden haben sich für dieses Produkt entschieden, etwa 2.000 mehr als bei der letzten E&M-Umfrage.

Bei der diesjährigen Umfrage sind folgende Anbieter in den Top 5 der größten Grünstromunternehmen gelandet: Eon, Eprimo, EWE, EnviaM und Entega.

Die Ergebnisse, Tabelle und Grafiken zu diesjährigen E&M-Ökostromumfrage finden Sie in der Printausgabe 7, die am 1. Juli erscheint.

 

Donnerstag, 29.06.2023, 14:25 Uhr
Ralf Kpke
Energie & Management > In Eigener Sache - Trend zu immer mehr Ökostrom hält weiter an
Quelle: E&M
In Eigener Sache
Trend zu immer mehr Ökostrom hält weiter an
Die 18. E&M-Ökostromumfrage zeigt, dass trotz Krisen Grünstrom-Produkte nach wie vor gefragt sind: Eon ist bundesweit größter Grünstromlieferant für Privatkunden.
 
Ein anderes Ergebnis hätte unangenehm überrascht: Mit dem Ökostrommarkt hierzulande geht es weiter bergauf, zwar nicht exponentiell, dafür aber stetig und moderat. Das zeigen die Ergebnisse der 18. E&M-Ökostromumfrage, an der 54 Unternehmen an der seit 2005 erhobenen Umfrage teilgenommen haben. 

Vor allem die Privatkunden haben zu diesem Wachstum beigetragen, was die Analyse der erhobenen Zeitreihen 2021 bis 2024 (letzteres als Prognose) von den Unternehmen deutlich macht, die kontinuierlich an der Umfrage teilgenommen haben. Robert Werner vom Hamburg Institut, der mit seinem Team zum zehnten Mal die E&M-Erhebung betreut hat, wundert diese Entwicklung nicht im Geringsten: „Ökostrom wird zunehmend das neue Normal auf dem Strommarkt. Der politisch gewollte Umbau unserer Energieversorgung hin zur Klimaneutralität schlägt auch zunehmend auf den Strommarkt durch.“

Eon bleibt die Nummer 1 im Markt

Dass der Trend zu mehr Ökostrom ohne großes mediales Tohuwabohu anhält, kann kaum einer besser beurteilen als Thomas Bächle, Geschäftsführer von Verbund Deutschland. Die Deutschland-Dependance des österreichischen Energiekonzerns ist mit Abstand der größte Wasserstromlieferant hierzulande, der mit zahlreichen Stadtwerken und Grünstromanbietern vertraglich verbandelt ist: „Selbstverständlich haben wir neue Abnehmer im Stadtwerke- und Industriesektor gewonnen. Und wenn die Limitationen aufgrund des eigenen Assets nicht gewesen wären, hätten wir auch deutlich mehr neuen Kunden gewinnen können.“

Zur Umfrage: In absoluten Zahlen fallen die Wachstumssprünge noch höher aus, rechnet man die Zahlen der Eon Energie Deutschland GmbH mit ein. Deutschlands größter Stromvertrieb hatte im vergangenen Jahr zum ersten Mal an der E&M-Branchenerhebung teilgenommen und sich mit gemeldeten 3,3 Millionen Kunden gleich an die Spitze gesetzt.

Dass Eon diesen Platz an der Sonne beibehalten würde, war allen Branchenkennern angesichts der Marktmacht des Unternehmens klar. Für die diesjährige Umfrage hat Eon (und zwar nur für die Kernmarke!) mit 6 Millionen Kunden fast eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahr gemeldet. Und damit ist noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: „Wir versorgen heute 89 Prozent unserer Haushaltskunden mit Ökostrom“, ließ Jens Michael Peters, Geschäftsführer Energielösungen bei Eon Energie Deutschland, E&M wissen. Bis Ende 2024 sollen auch die restlichen Kunden mit Ökostrom beliefert werden.

Nur Ökostrom zu verkaufen, reicht nicht mehr

Dass auch viele Kommunalversorger ihren Kunden (fast) nur noch mit Ökostrom beliefern – im vergangenen Jahr hatte der Leipziger Energiedatenspezialist Get AG exklusiv für die E&M-Ökostromumfrage bereits 400 Komplettumsteller ausfindig gemacht – setzt nach Einschätzung von Ökostromexperten Werner die klassischen Grünstromanbieter weiter unter Druck. Insbesondere für die Unternehmen aus der Pionierphase des Ökostromverkaufs wird es schwer: „Der Verkauf grüner Kilowattstunden als alleiniges Geschäftsmodell reicht nicht fürs Überleben. Da müssen ganz schnell neue Geschäftsideen kommen.“

In der Riege der Ökostromanbieter hat sich mittlerweile auch die Prokon Regenerative Energien eG mit Sitz in Itzehoe etabliert. Das Unternehmen aus Schleswig-Holstein mit über 40.000 Mitgliedern gewann über 1.000 neue Genossen, verlor aber rund 4.500 Stromkunden.

Diesen Aderlass erklärt Unternehmenssprecher Kai Jacobsen so: „Wir haben uns den Großteil des Jahres 2022 auf die sichere Versorgung unserer Bestandskunden konzentriert, keine Neukunden, mit Ausnahme von Mitgliedern, aufgenommen und Kundengewinnungsmaßnahmen weitestgehend eingestellt.“ Dieser Stopp hat fast ein Jahr gedauert, das Vertriebsgeschäft ist erst von wenigen Wochen wieder neu gestartet.

Ein Rückzug aus dem Stromgeschäft ist kein Thema in Itzehoe: „Die Versorgung von Haushalten und Gewerbe mit echtem Ökostrom ist für Prokon als Genossenschaft in Bürgerhand ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Wertschöpfungskette.“ Als Unique Selling Point (USP) kann Prokon seinen Kunden immerhin reinen Windstrom anbieten, 11.000 Neukunden haben sich für dieses Produkt entschieden, etwa 2.000 mehr als bei der letzten E&M-Umfrage.

Bei der diesjährigen Umfrage sind folgende Anbieter in den Top 5 der größten Grünstromunternehmen gelandet: Eon, Eprimo, EWE, EnviaM und Entega.

Die Ergebnisse, Tabelle und Grafiken zu diesjährigen E&M-Ökostromumfrage finden Sie in der Printausgabe 7, die am 1. Juli erscheint.

 

Donnerstag, 29.06.2023, 14:25 Uhr
Ralf Kpke

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