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Enerige & Management > Wasserstoff - Thyssenkrupp setzt auf Wasserstoff aus der Wüste
Quelle: Thyssenkrupp Steel Europe
WASSERSTOFF:
Thyssenkrupp setzt auf Wasserstoff aus der Wüste
Der Essener Stahlkonzern Thyssenkrupp steigt als Gesellschafter bei der Dii Desert Energy GmbH ein - der früheren Desertec Industrial Initiative. Es geht um Wasserstoff aus der Wüste.
 
Thyssenkrupp steigt über sein Tochterunternehmen, die Thyssenkrupp Industrial Solutions AG, bei der Dii Desert Energy ein. Der deutsche Stahlkonzern wird damit dritter Hauptgesellschafter der Dii − neben dem saudi-arabischen Kraftwerksentwickler und Betreiber von Wasserversorgungsanlagen ACWA Power und dem chinesischen Energiekonzern State Ggrid Corporation.

Als strategischer Partner will Thyssenkrupp mit an der "Wiederbelebung der Initiative" arbeiten. Ziel sei es, die Energiewende in der MENA-Region (Middle East & North Africa) voranzutreiben. Dies gaben die Partner in einem digitalen Pressegespräch bekannt, das am 11. November aus Dubai übertragen wurde. 

Andreas Beckers, Vertreter für Thyssenkrupp bei Dii und CEO und Vorstandsmitglied bei Thyssenkrupp Industrial Solutions Egypt, zeigte sich erfreut über die Partnerschaft: "Sie ermöglicht es uns, mit unseren großtechnischen Technologien für die Produktion von grünem Wasserstoff und grünem Ammoniak wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung der Region beizutragen."

Zum Hintergrund: Über seine Tochter Thyssenkrupp Uhde Chlorine Engineers bietet der Essener Konzern Technologien für hocheffiziente Elektrolyseanlagen an. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen weltweit bereits über 600 Projekte und elektrochemische Anlagen mit einer Gesamtleistung von über 10.000 MW erfolgreich installiert. 

Wie Cornelius Matthes, CEO von Dii erklärte, bringe Thyssenkrupp ein "einzigartiges Profil" in die Partnerschaft mit ein. So sei das Unternehmen als Stahlproduzent einer der größten Abnehmer von grünem Wasserstoff und zudem weltweit größter Hersteller von alkalischen Elektrolyseuren. "Dies wird die Arbeit unseres Industrienetzwerks entlang der gesamten Wertschöpfungskette von emissionsfreien Energiequellen bis hin zur industriellen Nachfrage in der Region und auf dem gesamten Kontinent fördern", versicherte Matthes.

Damals Strom aus der Wüste im Fokus, heute Wasserstoff

Die Partner sehen in den Wüstengebieten Nordafrikas und des Nahen Ostens das Potenzial, zu einem der Vorreiter bei der Realisierung von Großprojekten für grünen Wasserstoff und Ammoniak zu werden. Sie gehen davon aus, dass bilaterale Energiepartnerschaften – wie die zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Marokko − diese Entwicklung beschleunigen werden.

​2017 war Thyssenkrupp der Dii als assoziierter Partner beigetreten. Durch die Beteiligung als Gesellschafter stärkt Thyssenkrupp seine Position in der Initiative. 

Zur Dii Desert Energy GmbH: Das 2009 gegründete Unternehmen ist ein unabhängiges, internationales Industrienetzwerk mit Sitz in Dubai und München. Dii leiste in der MENA-Region Pionierarbeit im Bereich erneuerbare Energien, heißt es. Ursprünglich wurde das Unternehmen ins Leben gerufen, um das Potenzial erneuerbarer Energien in den Wüstengebieten Nordafrikas und des Nahen Ostens zu erforschen und Synergien durch die Verknüpfung der europäischen und MENA-Strommärkte zu nutzen. Damals konzentrierte sich die "Desertec-Vision" hauptsächlich auf Photovoltaik-Strom aus Wüsten für Europa. Die Initiative scheiterte damals aufgrund der hohen Kosten für riesige Solarkraftwerke in der Wüste und für den Aufbau von Hochleistungstromnetzen nach Europa.

Heute ist daraus nach eigenen Angaben ein umfassender Ansatz (Desertec 3.0) geworden, bei dem es um "grüne Elektronen" und "grüne Moleküle" geht, zunächst für die eigene Region, aber schließlich für den Weltmarkt. Seite 2016 ist Dii im Bereich grüner Wasserstoff aktiv.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Donnerstag, 11.11.2021, 15:45 Uhr

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