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Enerige & Management > Wasserstoff - Thyssengas will Initialzündung für Wasserstoffnetz setzen
Quelle: Shutterstock / Tomasz Makowski
WASSERSTOFF:
Thyssengas will Initialzündung für Wasserstoffnetz setzen
Der Fernleitungsnetzbetreiber Thyssengas treibt den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur mit der Umrüstung seiner Erdgasnetzes voran und will damit ein Signal im Markt setzen.
 
4.400 Kilometer lang ist das Fernleitungsnetz von Thyssengas, durch das bislang überwiegend Erdgas durchgeleitet wird. Rund 800 Kilometer davon hat der Dortmunder Fernleitungsnetzbetreiber nun als Ausgangsbasis für den schrittweisen Umstieg in den Transport von Wasserstoff definiert. Bestimmte Leitungsabschnitte sollen in einem ersten Schritt H2-ready gemacht und dann der Anteil an beigemischtem Wasserstoff nach und nach erhöht werden. 

Wie das Unternehmen in einer Mitteilung vom 12. Juli bekannt gab, will es mit 25 neuen Arbeitsplätzen die planerischen und technischen Maßnahmen für die schrittweise Leitungsumstellung vollziehen. Gesucht seien insbesondere Ingenieurinnen und Ingenieure, aber auch Beschäftige in den Bereichen Vertrieb, Personal, Finanzen und Kommunikation.

"Wir müssen uns jetzt zusätzliche Mitarbeitende als Zukunftsgestalter ins Haus holen, wenn wir den Wasserstoffhochlauf mit Geschwindigkeit vorantreiben wollen", betont Jörg Kamphaus, kaufmännischer Geschäftsführer und Personalverantwortlicher bei Thyssengas. Die berufliche Herausforderung, die das Unternehmen biete, sei überaus sinnstiftend, gestalte man doch die Transformation der Energiewirtschaft in eine klimaneutrale Zukunft mit. Mithilfe einer Recruiting-Kampagne wolle Thyssengas, so Kamphaus weiter, den Personalaufbau in den nächsten Monaten kommunikativ begleiten und für die notwendige Aufmerksamkeit sorgen.

Ab 2030 zuverlässige Wasserstoff-Versorgung angepeilt

Die Wasserstoff-Netzplanung des Fernleitungsnetzbetreibers fußt auf rund 45 Absichtserklärungen, die das Unternehmen im Rahmen einer Marktabfrage des Verbandes FNB Gas mit potenziellen Wasserstoff-Erzeugern und -Abnehmern geschlossen hat. Diese künftigen Kunden sollen über die 800 identifizierten Leitungskilometer spätestens ab 2030 "zuverlässig mit Wasserstoff versorgt werden".

Dabei handelt es sich um Leitungen, die in der Mehrzahl sukzessive für den H2-Transport umgewidmet oder in Teilen neu gebaut werden sollen. Bis 2045 sollen dann immer mehr Leitungskilometer hinzukommen und das Wasserstoff-Netz im Thyssengas-Netz parallel zum wachsenden Markt ausgebaut werden.

Den Aufbau eines Wasserstoffnetzes auf Basis bestehender Erdgasleitungen sieht Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Thyssengas, als wichtiges Signal an Produzenten, Importeure und Verbraucher im Thyssengas-Netzgebiet. "Alle Marktteilnehmer brauchen Planbarkeit, ab wann ein leistungsfähiges Wasserstoffnetz zur Verfügung steht, um ihre jeweiligen Bedarfe befriedigen zu können. Dafür setzen wir nun für unser Netz den Startschuss", so Gößmann.

Die Leitungen von Thyssengas werden damit wesentlicher Bestandteil des deutschlandweiten Wasserstoffnetzes für das Jahr 2032 sein, das von den deutschen Fernleitungsnetzbetreibern am 6. Juli im Rahmen des Zwischenstands zum Netzentwicklungsplan Gas 2022-2032 veröffentlicht worden ist.
 

Davina Spohn
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