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Bild: Thüga
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Thüga Erneuerbare Energien stärkt Windaktivitäten
Das Thüga-Tochterunternehmen übernimmt nicht nur sechs Fachkräfte, sondern auch eine Projektpipeline für neue Windparks von gut 140 MW.
 
Die Thüga Erneuerbare Energien GmbH (THEE) hat nach eigenen Angaben zum 1. Mai das Windenergie-Team der Wiebe-Gruppe übernommen, einem mittelständischen Unternehmen mit Schwerpunkt Gleisbau, das seit 2013 auch im Projektierungsgeschäft tätig ist. „Das ist eine perfekte Ergänzung für uns“, kommentierte THEE-Geschäftsführer Thomas Walther den Schritt. Womit nicht nur die sechs neuen Mitarbeiter gemeint sind, die zur rund 20-köpfigen THEE-Crew stoßen. Sozusagen als Morgengabe bringt Wiebe zusätzlich eine Projektpipeline für zwölf Windparks mit einer Gesamtleistung von rund 140 MW mit. Gemeinsam mit Projektpartnern will THEE diese Windparks in den nächsten vier Jahren ans Netz bringen.

Übernahmen wie das Wiebe-Windteam durch das Thüga-Tochterunternehmen sind in der heimischen Windbranche angesichts der Umstellung bei der Windkraftförderung von der bisherigen fixen Einspeisevergütung zu Auktionen schon seit geraumer Zeit erwartet worden. Unter dem neuen Förderregime wird größeren Projektentwicklungsgesellschaften, ganz allgemein gesprochen, eine größere Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz zugebilligt. Zu der oft kolportierten Konsolidierungswelle im Umfeld der Projektierer ist es bislang aber noch nicht gekommen. Was auch Heiko Wuttke, Vorstand der Prokon Renegenerative Energien eG, unlängst in einem E&M-Interview bestätigte: "Die Zahl der Kooperationen wächst, keine Frage. Dieser Trend wird sich meines Erachtens fortsetzen, dagegen gibt es bislang nur sehr wenige Übernahmen in Projektiererkreisen.“ Dass der Projektierer-Markt in Bewegung gerät, so Wuttke, „daran habe ich keine Zweifel.“

THEE-Geschäftsführer Walther zeigt sich indes zufrieden darüber, dass sich mit der Übernahme des Wiebe-Projektteams die eigenen Wettbewerbschancen bei den anstehenden Ausschreibungsrunden verbessert haben: „Wir können jetzt den gesamten Entwicklungsprozess, von der Flächensicherung bis zum langjährigen Betrieb, im eigenen Haus abbilden.“

Für die beiden in diesem Jahr noch anstehenden Ausschreibungsrunden für die Windkraft an Land mit jeweils einem Volumen von 1 000 MW rechnet Walther mit einer „deutlichen Überzeichnung“. Seine Einschätzung deckt sich mit der von Klaus Övermöhle, einem lang Windconsultant, der von einer „hohe Überzeichnung“ ausgeht. Seine Erklärung: „Bei der nächsten Ausschreibungsrunde am 1. August treten die nicht bezuschlagten Projekte mit einer Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz aus der ersten Ausschreibung in Höhe von etwa 940 MW, die in der Zwischenzeit neu erteilten Genehmigungen bis zum Registrierungstermin Anfang Juli sowie eine Vielzahl von Projekten von Bürgerenergiegruppen gegeneinander an, sprich es gibt jede Menge Wettbewerb.“

Mit der Übernahme des Wiebe-Windteam durch THEE kommt es im Übrigen zu einer neuen Kooperation auf dem heimischen Windmarkt. Im Sommer 2015 hatte sich die Wiebe-Gruppe auf eine Zusammenarbeit mit der Trave Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG (Trave EE) verständigt. Die Trave EE wiederum ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Stadtwerke Lübeck und der Stadtwerke Aachen. „Wir werden diese Kooperation nun mit der Thüga Erneuerbare Energien fortsetzen“, bestätigte Dirk Gottschalk, einer der beiden Geschäftsführer von Trave EE, auf E&M-Anfrage. Für ihn persönlich ohnehin kein Problem. Mit THEE-Geschäftsführer Walther hatte er jahrelang als gemeinsame Vorstände die Geschicke des Projektentwicklers Energiekontor AG gemanagt.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Freitag, 02.06.2017, 15:01 Uhr

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