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PHOTOVOLTAIK:
Teure Kredite für Solaranlagen durch höhere Stromerträge abfedern
Der Bau von Solarkraftwerken wird teurer. Darauf müsse der Gesetzgeber bei der EEG-Novelle reagieren, fordern Branchenverbände − am besten mit höheren Einspeisevergütungen.
 
Schon jetzt für veraltet hält der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) die in der EEG-2023-Novelle verankerten Vergütungssätze für Solarstrom auf Gebäudedächern. Grund seien die "drastisch gestiegenen Kapitalkosten" zur Finanzierung neuer Projekte, so BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig in einer Verbandsmitteilung.

Die Ausbauziele der Berliner Ampel-Koalition seien nicht zu erreichen, wenn es keinen Ausgleich für die teuren Kredite gebe. Der BSW erhofft sich im Verbund mit weiteren Verbänden, etwa des Verbraucherschutzes (VZBV) und der Wohnungs- und Immobilienunternehmen (Haus & Grund, GdW), noch Einfluss auf die laufenden Gesetzesberatungen im Bundestag nehmen zu können.

Das beabsichtigte Verdreifachen bis zum Vervierfachen der jährlichen Solarkraft-Installationen sei nur zu gewährleisten, wenn ins öffentliche Netz eingespeister Strom mehr Geld einbringe und dies auch für Teileinspeiser-Anlagen (Prosumer) gelte. Im gewerblichen Sektor registriert der BSW Solar bereits schrumpfende Investitionen in Dach-Solaranlagen.

Berlin müsse nun zwingend handeln und attraktivere und flexiblere Marktprämien schaffen, so Körnig. Er argumentiert neben den gestiegenen Kreditkosten zur Finanzierung von Solaranlagen, die beim Kabinettsbeschluss zur EEG-Novelle im April noch nicht absehbar waren, auch mit Vorgaben der EU-Kommission. Im Mai hatte Brüssel von den Mitgliedsstaaten gefordert, Solar-Förderprogramme so auszugestalten, dass Anlagenbauer investiertes Geld binnen zehn Jahren wieder einspielen können.

Laut Körnigs Berechnungen ist dieser Zeithorizont gefährdet. Pro Prozentpunkt höherer Zinsen rücke die Amortisierung von Anlagen um mehr als ein halbes Jahr nach hinten. Er verweist in diesem Zusammenhang auf die gestiegenen Zinssätze für erneuerbare Energien im KfW-Programm 270. Im ersten Halbjahr 2022 habe es 31 Erhöhungen gegeben. Auch bei Projekten mit hoher Bonität seien für geliehenes Geld inzwischen 3,85 % zu zahlen und nicht mehr – wie zu Jahresbeginn – 1,3 %.

Für Körnig ist es von "erfolgskritischer und vorrangiger Bedeutung", den bislang im EEG genannten "Atmenden Deckel" zu einem schnell auf das Marktgeschehen reagierenden, flexiblen Progressions- beziehungsweise Degressionsmechanismus umzubauen.
 

Volker Stephan
© 2022 Energie & Management GmbH
Dienstag, 28.06.2022, 14:47 Uhr

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