• Zusammenfassung der deutschen Tagesmeldungen vom 03. Juli
  • Strom: Kalenderjahr legt ein Päuschen ein
  • Gas: Seitwärts ins Wochenende
  • Rheinenergie leitet Generationswechsel ein
  • Sattes Gewinn-Plus bei den Stadtwerken Aachen
  • VNG kauft Gas-Union
  • Kohleausstieg zwingt zu mehr Erneuerbaren-Ausbau
  • Bundesrat stimmt Kohleausstieg zu und fordert EEG-Reform
  • Europäisches Handelssystem soll grüne Gase puschen
  • XXL-Fundamente für Arcadis Ost 1
Enerige & Management > Personalie - Terium nicht mehr Innogy-Chef
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
PERSONALIE:
Terium nicht mehr Innogy-Chef
Das RWE-Tochterunternehmen Innogy hat sich überraschend von seinem Vorstandschef Peter Terium getrennt.
 
Paukenschlag beim RWE-Tochterunternehmen Innogy: Peter Terium hat mit sofortiger Wirkung seinen Chefposten verloren. Der Vorstandsvorsitzende des Essener Energiekonzerns Innogy SE, „wird das Unternehmen im freundschaftlichen Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung verlassen“, teilte das Unternehmen mit. Bis ein Nachfolger gefunden ist, wird Personalvorstand Uwe Tigges interimsmäßig den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernehmen, heißt es weiter.

Über die genauen Gründe der Trennung von dem 54-jährigen Niederländer schweigt sich der Aufsichtsrat aus. Aber ein Hinweis findet sich in der offiziellen Stellungnahme. „Der Aufsichtsrat begrüßt grundsätzlich die vom Vorstand verfolgte Unternehmens- und Finanzstrategie, sieht aber die Notwendigkeit eines höheren Stellenwertes der Kostendisziplin und einer fokussierten Wachstums- und Investitionsstrategie.“ In anderen Worten: Terium hat zu wenig gespart und anderseits trug seine Unternehmensstory - stark fokussiert auf Start-ups und das Silicon Valley – zu wenig finanzielle Früchte.

Für den Aufsichtsrat war wohl die Gewinnwarnung in der vergangenen Woche ausschlaggebend für die Trennung. Terium hatte diese in einer rasch einberufenen Pressekonferenz bekannt gegeben. Darin hatte er die Gewinnprognose für das laufende Jahr um 100 Mio. Euro nach unten korrigiert, ein eher übersichtlicher Betrag. Für 2017 peilt das Unternehmen nun ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 2,8 Mrd. Euro an, bislang war mit einem Ebit von 2,9 Mrd. Euro gerechnet worden. EDV-Probleme in Großbritannien, die die Kunden in Massen weglaufen ließen und Schwierigkeiten in Teriums Heimatland, den Niederlanden, wurden als Grund genannt.
 
Peter Terium
Bild. Innogy SE

Schwerer dürfte gewogen haben, dass Terium auch für das kommende Jahr niedrigere Gewinne ankündigte. Der Aktienkurs sank innerhalb von zwei Tagen um gleich 18 Prozent. Auch im zweistelligen Bereich sank der Aktienkurs des RWE-Konzerns, der nach wie vor rund 77 Prozent der Innogy-Aktien hält. Trotzdem verkündete Terium zeitgleich, das Investitionsbudget für 2018 um 25 Prozent auf mehr als 3 Mrd. Euro anzuheben. Alles in allem war das wohl zu viel.

Terium war seit 2003 in verschiedenen Positionen für den RWE-Konzern tätig gewesen, dessen Vorstandsvorsitz er im Sommer 2012 überraschend übernommen hatte. Im April 2016 übernahm Terium zusätzlich den Vorstandsvorsitz von Innogy. Nach dem Börsengang des RWE-Tochterunternehmens im Oktober 2016 konzentrierte er sich auf diese Aufgabe, sein Vertrag hatte eine Laufzeit bis März 2021. Über Monate hinweg galt der Börsengang als erfolgreich. Derzeit liegt der Kurs mit gut 32,50 Euro deutlich unter dem Einstiegskurs von 36 Euro.

Die Deutsche Presseagentur bringt die Personalie Terium schön auf den Punkt: „Krawatte weg, buntes Firmenlogo und Start-ups im Silicon Valley - der Niederländer Terium wollte einen radikalen Kulturwandel beim eher biederen Stromversorger RWE. Damit ist der gelernte Controller gescheitert - nicht zuletzt, weil ihm die Kosten davonliefen.“
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 20.12.2017, 17:08 Uhr

Mehr zum Thema