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Energie & Management > Stromnetz - Tennet darf Elbe-Tunnel für Südlink vorbereiten
Die Erdkabel für den Südlink werden gerade produziert. Die baugleichen für den Südostlink warten schon im Regensburger Hafen auf ihren Einsatz. Quelle: E&M / Günter Drewnitzky
Stromnetz

Tennet darf Elbe-Tunnel für Südlink vorbereiten

Die Bundesnetzagentur hat für die Gleichstromtrasse Südlink Vorbereitungsarbeiten zur Elbunterquerung genehmigt.
Tennet kann nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur mit bauvorbereitende Maßnahmen bereits vor der Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses beginnen. Einen Antrag dafür hatte der Übertragungsnetzbetreiber im vergangenen Dezember gestellt. Das 5,3 Kilometer lange Tunnelbauwerk, um das es dabei geht, liegt in der Gemeinde Wewelsfleth im Kreis Steinburg (Schleswig-Holstein). Die Arbeiten, mit denen jetzt begonnen werden kann, umfassen unter anderem das Anlegen einer Flächenentwässerung, die Errichtung von Zufahrten und eine Umzäunung.

Wie es seitens der Bundesnetzagentur heißt, sind die zugelassenen Arbeiten reversibel, sodass der ursprüngliche Zustand der neun Hektar umfassenden Fläche, die dafür benötigt wird, wiederhergestellt werden kann, sollte es im laufenden Planfeststellungsverfahren zu einer anderen Entscheidung kommen. Wenn alles durch den Planfeststellungsbeschluss bestätigt wird, kann unmittelbar mit der weiteren Bau begonnen werden.

"Eine sichere, stabile und bezahlbare Stromversorgung hat für uns höchste Priorität. Wir beschleunigen daher den Ausbau der Stromnetze, wo immer es geht. Dazu gehört auch, dass Tennet vorzeitig mit dem Bau der Elbquerung beginnen darf", erklärte dazu Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Im Oktober 2022 hatte der Gesetzgeber die Regelungen zum vorzeitigen Baubeginn in § 44c des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) geändert, um die Fertigstellung von wichtigen Netzausbauprojekten weiter zu beschleunigen und eine frühzeitige Entscheidung durch die Planfeststellungsbehörde zu ermöglichen.

Ein weiterer Leitungsabschnitt des Südlink, für den bald grünes Licht gegeben werden könnte, ist der zum Konverter am Endpunkt der Trasse in Baden-Württemberg. Er verläuft über 17 Kilometer durch die Tunnel des Heilbronner Salzbergwerks. Die Bundesnetzagentur hat am 13. Januar entschieden, zur Verfahrensbeschleunigung hier auf einen Erörterungstermin zu verzichten. Der nächste Verfahrensschritt wäre demnach die Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses.

Trasse hat schon jetzt sechs Jahre Verspätung

Über die Gleichstromverbindung Südlink soll an Land und auf See erzeugten Windstrom über 700 Kilometer aus dem Norden der Republik in den Süden Deutschlands transportiert werden. Sie gilt als wichtigstes Vorhaben, um den Energiebedarf in Bayern und Baden-Württemberg abzudecken. Die zwei weitgehend parallel verlaufenden Erdkabeltrassen sollen bei einer Spannung von 525 kV bis zu 4.000 MW übertragen, die Kosten werden mit rund 10 Milliarden Euro beziffert.

Ursprünglich hätte das Vorhaben bis 2022 zur Abschaltung der letzten Kernkraftwerke fertig sein sollen, um den Wegfall von GKN II in Neckarwestheim bei Heilbronn und Isar 2 bei Landshut zu kompensieren. Die Entscheidung der Politik, die Trasse als Erdkabel und nicht als Freileitung zu bauen, hat die Planung aber um Jahre zurückgeworfen. Zudem gibt es aktuell vielfältige Proteste und Einsprüche gegen das Projekt. Zurzeit ist von einer Inbetriebnahme 2028 die Rede. Fehlende Nord-Süd-Stromtrassen gelten als eines der größten Probleme der Energiewende.

Dienstag, 31.01.2023, 15:12 Uhr
Gnter Drewnitzky
Energie & Management > Stromnetz - Tennet darf Elbe-Tunnel für Südlink vorbereiten
Die Erdkabel für den Südlink werden gerade produziert. Die baugleichen für den Südostlink warten schon im Regensburger Hafen auf ihren Einsatz. Quelle: E&M / Günter Drewnitzky
Stromnetz
Tennet darf Elbe-Tunnel für Südlink vorbereiten
Die Bundesnetzagentur hat für die Gleichstromtrasse Südlink Vorbereitungsarbeiten zur Elbunterquerung genehmigt.
Tennet kann nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur mit bauvorbereitende Maßnahmen bereits vor der Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses beginnen. Einen Antrag dafür hatte der Übertragungsnetzbetreiber im vergangenen Dezember gestellt. Das 5,3 Kilometer lange Tunnelbauwerk, um das es dabei geht, liegt in der Gemeinde Wewelsfleth im Kreis Steinburg (Schleswig-Holstein). Die Arbeiten, mit denen jetzt begonnen werden kann, umfassen unter anderem das Anlegen einer Flächenentwässerung, die Errichtung von Zufahrten und eine Umzäunung.

Wie es seitens der Bundesnetzagentur heißt, sind die zugelassenen Arbeiten reversibel, sodass der ursprüngliche Zustand der neun Hektar umfassenden Fläche, die dafür benötigt wird, wiederhergestellt werden kann, sollte es im laufenden Planfeststellungsverfahren zu einer anderen Entscheidung kommen. Wenn alles durch den Planfeststellungsbeschluss bestätigt wird, kann unmittelbar mit der weiteren Bau begonnen werden.

"Eine sichere, stabile und bezahlbare Stromversorgung hat für uns höchste Priorität. Wir beschleunigen daher den Ausbau der Stromnetze, wo immer es geht. Dazu gehört auch, dass Tennet vorzeitig mit dem Bau der Elbquerung beginnen darf", erklärte dazu Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

Im Oktober 2022 hatte der Gesetzgeber die Regelungen zum vorzeitigen Baubeginn in § 44c des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) geändert, um die Fertigstellung von wichtigen Netzausbauprojekten weiter zu beschleunigen und eine frühzeitige Entscheidung durch die Planfeststellungsbehörde zu ermöglichen.

Ein weiterer Leitungsabschnitt des Südlink, für den bald grünes Licht gegeben werden könnte, ist der zum Konverter am Endpunkt der Trasse in Baden-Württemberg. Er verläuft über 17 Kilometer durch die Tunnel des Heilbronner Salzbergwerks. Die Bundesnetzagentur hat am 13. Januar entschieden, zur Verfahrensbeschleunigung hier auf einen Erörterungstermin zu verzichten. Der nächste Verfahrensschritt wäre demnach die Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses.

Trasse hat schon jetzt sechs Jahre Verspätung

Über die Gleichstromverbindung Südlink soll an Land und auf See erzeugten Windstrom über 700 Kilometer aus dem Norden der Republik in den Süden Deutschlands transportiert werden. Sie gilt als wichtigstes Vorhaben, um den Energiebedarf in Bayern und Baden-Württemberg abzudecken. Die zwei weitgehend parallel verlaufenden Erdkabeltrassen sollen bei einer Spannung von 525 kV bis zu 4.000 MW übertragen, die Kosten werden mit rund 10 Milliarden Euro beziffert.

Ursprünglich hätte das Vorhaben bis 2022 zur Abschaltung der letzten Kernkraftwerke fertig sein sollen, um den Wegfall von GKN II in Neckarwestheim bei Heilbronn und Isar 2 bei Landshut zu kompensieren. Die Entscheidung der Politik, die Trasse als Erdkabel und nicht als Freileitung zu bauen, hat die Planung aber um Jahre zurückgeworfen. Zudem gibt es aktuell vielfältige Proteste und Einsprüche gegen das Projekt. Zurzeit ist von einer Inbetriebnahme 2028 die Rede. Fehlende Nord-Süd-Stromtrassen gelten als eines der größten Probleme der Energiewende.

Dienstag, 31.01.2023, 15:12 Uhr
Gnter Drewnitzky

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