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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Studie warnt vor Lithium-Engpass bei der Verkehrswende
Quelle: E&M / Jonas Rosenberger
ELEKTROFAHRZEUGE:
Studie warnt vor Lithium-Engpass bei der Verkehrswende
Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe weist darauf hin, dass Lithium zum limitierenden Faktor bei der Verkehrswende werden kann.
 
In den kommenden Jahren müsse die Lithiumförderung auf das Vier- bis Siebenfache der gegenwärtigen Menge erhöht werden, um den prognostizierten Bedarf zu decken. Dies schreibt die Deutsche Rohstoffagentur, die zur Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gehört, in einer Mitteilung. Sie bezieht sich dabei auf die Ergebnisse einer „Rohstoffrisikobewertung“.

Vor diesem Hintergrund heißt es, Lithium stelle einen der wesentlichen, wenn nicht sogar den Schlüsselrohstoff für die Umsetzung der Verkehrswende dar. Das Leichtmetall sei in den aktuell als Antriebstechnologie vorherrschenden Batterien unverzichtbar.

Die Mobilitätswende wird nach Überzeugung der Behörde den Bergbausektor künftig vor sehr große Herausforderungen stellen. Derzeit werde die Gesamtnachfrage noch über das Primärangebot der Förderung in Bergwerken gedeckt. Der Sekundärsektor, beispielsweise das Recycling, spiele in diesem Zusammenhang noch keine Rolle. Dies werde sich aber bis 2040 ändern.

Ja nach Szenario geht die Deutsche Rohstoffagentur bis 2030 von einer Steigerung der globalen Nachfrage nach Lithium auf 316.300 bis 558.800 Tonnen aus. Zum Vergleich: einer Studie von Michael Schmidt, der auch die aktuelle Rohstoffrisikobewertung erstellt hat, zufolge aus dem Jahr 2018, steht für das Jahr 2015 eine globale Nachfrage von 33.300 Tonnen zu Buche. Rund 40 % davon entfielen auf China.

Selbstversorgung Europas nur zu einem Drittel möglich


Knapp 75 % der weltweiten Primärförderung 2020 entfielen auf Australien und Chile, erläutert Studienautor Michael Schmidt in der aktuellen Untersuchung. Damit stelle die Primärförderung derzeit ein Oligopol dar. „Je nach Szenario könnten weitere Länder erhebliche Marktanteile bis 2030 hinzugewinnen“, so Schmidt.

Falls in Europa die derzeit geplanten Kapazitäten zur Fertigung von Batteriezellen im Umfang bis zu 1.300 Mio. kWh aufgebaut werden, sei die Industrie auf den Import von Vorprodukten angewiesen. Aktuell werde Lithium in Europa gar nicht primär gewonnen. Der Studie zufolge sei eine Selbstversorgung Europas 2030 allenfalls zu 27 bis 34 % des Bedarfs möglich. Und auch das Recycling könne lediglich 3 % bis 10 % beisteuern. Deshalb empfiehlt Schmidt, der Nutzung europäischer Potenziale eine hohe Priorität einzuräumen. Die Importabhängigkeit und auch der Umweltabdruck durch den weiten Transport könnten dadurch verringert werden.

Den Analysten von Benchmark Minerals Intelligence zufolge wird Europa kurzfristig, etwa bis 2025, kaum mehr als 2 % zur globalen Lithium-Produktion beisteuern können. Vor allem die restriktiven rechtlichen Rahmenbedingungen für den Bergbau seien dafür verantwortlich, dass kaum Investitionen in Förderkapazitäten zu erwarten seien.
 
 

Fritz Wilhelm
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