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Enerige & Management > Studien - Studie sieht wirklich extreme Dürreperioden erst noch kommen
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STUDIEN:
Studie sieht wirklich extreme Dürreperioden erst noch kommen
Wasser ist bedeutsam – auch für die Transformation der Energiewirtschaft. Darum stellt eine Studie, die mehr Dürren in Deutschland voraussagt, auch Versorger vor Herausforderungen.
 
Pilotprojekte wie die „Windwärme“ im brandenburgischen Nechlin haben nicht nur mit dem Unwillen der Politik zu kämpfen, die wegweisende Idee dauerhaft von der EEG-Umlage zu befreien. Ein zentrales Problem ist perspektivisch das verfügbare Wasser. Wir erinnern uns: Das Dorf in der Uckermark speist überschüssigen Strom aus einem eigenen Windpark in einen riesigen Wasserkocher ein. Das so erhitzte Nass kann bis zu 14 Tage den 120-Seelen-Ort als Nahwärme umströmen. Was aber, wenn der von Enertrag und der Gemeinde entwickelte, innovative Speicher um die benötigten eine Million Liter Wasser ringen muss?

Der Interessenkonflikt zwischen Wasser für Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft und auf der anderen Seite zum Beispiel für nachhaltige Energieversorgung ist programmiert. Die Dürre in Deutschland des Jahres 2018 hat einen Vorgeschmack gegeben. Nun sagt das Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI), eines von 19 Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft, in einer neuen Studie vermehrt Wasserknappheit voraus.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass es im Zuge des Klimawandels in Deutschland zukünftig zu Extremdürren kommen kann, die in der modernen Land- und Forstwirtschaft enorme Schäden anrichten“, sagt Monica Ionita-Scholz vom AWI.

Natürliche Phänomene kommen zum menschengemachten Treibhauseffekt hinzu

Dabei ist es keineswegs beruhigend, dass die jüngste Dürre offenbar gar kein Ausreißer war. Die Forschenden haben Daten der vergangenen Jahrhunderte miteinander verglichen und sehen die Trockenheit des Jahres 2018, die die Regenmenge des Jahres auf 58 % des durchschnittlichen Wertes abfallen ließ, ebenso wie die der Jahre 2003 und 2015 „innerhalb der Grenzen der natürlichen Variabilität“. Extrem dagegen waren die Dürreperioden über Jahrzehnte im 15. und ausgehenden 18. Jahrhundert.

Anlass zur Sorge geben die identifizierten Treiber der Trockenperioden, die heute nach wie vor auftreten können. Das AWI leitet aus dem vergangenen Jahrtausend ab, dass auch natürliche Phänomene Dürren hervorrufen können. Dazu zählen eine abgeschwächte Meereszirkulation im Nordatlantik, geringe Sonneneinstrahlung und stabile Luftdrucksysteme über Nordeuropa.

Einsatz von Wasser wird gesellschaftliche Herausforderung

Diese Ereignisse seien unbedingt „in unsere Kalkulationen einzubeziehen, wenn wir uns auf die Zukunft vorbereiten wollen“, so Monica Ionita-Scholz. Bisher legten die Berechnungen und Maßnahmen den Fokus auf die Folgen der vom Menschen ausgelösten Erderwärmung, verbunden mit Trockenheit durch Verdunstung. Die neuen Erkenntnisse machen noch größere Anstrengungen nötig.

Somit müssen auch Versorgungsunternehmen und Energiekonzerne in Deutschland in vielen Bereichen den Einsatz von Wasser neu überdenken, sei es für die Trinkwasserversorgung, den Einsatz als Kühlwasser, für Wärmespeicher oder in der Solarthermie.

Die Forschungsergebnisse des Alfred-Wegener-Instituts „Past megadroughts in central Europe were longer, more severe and less warm than modern droughts   “ steht im englischen Original über den Internetauftritt des Fachmagazins Communications Earth & Environment als PDF zum Download bereit.
 

Volker Stephan
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Mittwoch, 24.03.2021, 13:19 Uhr

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