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Enerige & Management > Stromnetz - Stromtrasse A-Nord soll Windstrom in den Süden bringen
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
STROMNETZ:
Stromtrasse A-Nord soll Windstrom in den Süden bringen
Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion will eine 300 Kilometer lange Gleichstromleitung von Emden nach Meerbusch-Osterath ins Rheinland bauen.
 
Vorgesehen ist die Verlegung eines Erdkabels, das 2 000 MW Windkraftstrom von der Küste nach Nordrhein-Westfalen bringen soll. Dazu hat Amprion jetzt bei der Bundesnetzagentur die Genehmigungsunterlagen mit einem Korridorvorschlag eingereicht.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, erklärte, man werde den Vorschlag von Amprion sowie in Frage kommende Alternativen zur Trasse sorgfältig prüfen. Mensch und Umwelt dürften so wenig wie möglich belastet werden.
Nächster Schritt werden Antragskonferenzen der Bundesnetzagentur entlang der geplanten Strecke sein. Dabei haben Bürger, Behörden und Verbände Gelegenheit, sich zu informieren und eigene Vorschläge zu machen. Die Inbetriebnahme der Leitung A-Nord ist bis 2025 vorgesehen.

Bei dem Vorhaben handelt es sich um die Verlängerung des sogenannten „Ultranet“-Projektes. Mit dieser als Freileitung geplanten Trasse soll mit einer Leitstungskapazität von ebenfalls 2 000 MW Strom von Meerbusch-Osterath weiter nach Philippsburg (Baden-Württemberg) gebracht werden. Dabei will man zum großen Teil bestehende Masten einer Drehstromleitung mitbenutzen. Das Projekt ist unter anderem als Ersatzmaßnahme für den zweiten Block des Kernkraftwerks Philippsburg gedacht, dessen Abschaltung bevorsteht. Ultranet soll im Jahr 2023 ans Netz gehen.

Ein weiteres Großprojekt mit dem Ziel, Bayern und Baden-Württemberg mit Windkraft zu versorgen, ist „Suedlink“. Über das Projekt mit einer Gesamtübertragungskapazität vom 4 000 MW soll Windstrom aus Schleswig-Holstein nach Süddeutschland abgeführt werden. Dabei wird ein Abschnitt Windstrom aus der als Westküstentrasse bezeichneten Wind-Sammelschiene von Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) nach Leingarten bei Heilbronn abführen, eine zweite Trasse von Wilster (Schleswig-Holstein) nach Grafenrheinfeld (Bayern). Wilster ist zugleich der Endpunkt des derzeit im Bau befindlichen Seekabels Nordlink nach Norwegen. Die fast 700 Kilometer lange Südlink-Trasse wird weitgehend parallel verlaufen und als Erdkabel gebaut werden. Während das Kernkraftwerk in Grafenrheinfeld bereits stillgelegt ist, steht die Abschaltung von Block 2 im Gemeinschaftskernkraftwerk Neckar in Neckarwestheim 2022 bevor. Die Inbetriebnahme von Südlink ist für 2025 geplant.
 

Günter Drewnitzky
© 2019 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 30.08.2018, 14:22 Uhr

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