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Enerige & Management > IT - Stromsensor liefert Echtzeitdaten der "letzten Meile"
Einbau der Stromsensoren in einer Ortsnetzstation. Bild: Stadtwerke Fellbach/Peter Hartung
IT:
Stromsensor liefert Echtzeitdaten der "letzten Meile"
Mithilfe smarter Sensorik und Internet-of-Things-Lösungen wollen die Stadtwerke Fellbach (Baden-Württemberg) mehr Einblick in ihr Verteilnetz bekommen. 
 
Um für die Zunahme von E-Mobilität und erneuerbaren Energien noch besser gerüstet zu sein, digitalisieren die Stadtwerke Fellbach ihr Stromnetz. Dafür statten sie 50 Ortsnetzstationen mit Stromnetzsensorik der EnBW-Geschäftseinheit "SMIGHT" aus.

E-Mobilität und Erneuerbare stellen die Netze vor neue Herausforderungen. Um auf diese Entwicklung vorbereitet zu sein, beschäftigen sich die Stadtwerke Fellbach mit notwendigen Maßnahmen. Dass diese Lösungen digital sein müssen, stand von Anfang an außer Frage. „Wir brauchen in unserem Netz mehr Grips statt mehr Bagger, denn wir können nicht einfach im ganzen Stadtgebiet mehr Kabel verlegen, um überall Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge zu schaffen“, erklärt Gerhard Ammon, Geschäftsführer der Stadtwerke Fellbach GmbH.

Zu Beginn stand die Schaffung von Transparenz im Niederspannungs-Verteilnetz im Vordergrund. Um E-Mobilität zu ermöglichen und Netzanschlussfragen zügig zu bearbeiten, muss klar sein, wie viel "Luft" im Netz noch vorhanden ist. Auch der Netzausbau sollte zielgerichtet und datenbasiert erfolgen.

Der Netzbetreiber entschied sich für die IoT-Lösung Smight Grid. Unter Nutzung patentierter Sensorik, die in bestehende Ortsnetzstationen eingebaut wird, werden Echtzeitdaten aus der Niederspannung erhoben. Der neuartige Sensor misst alle 60 Sekunden die jeweilige Stromstärke an den einzelnen Abgängen – also den Kabeln, über die der Strom von der Ortsnetzstation zu den Haushalten transportiert wird – und überträgt diese verschlüsselt über das Mobilfunknetz an das Backend von Smight. Netzbetreiber können die Informationen dann aufbereitet in einem Web-Portal einsehen.

Eine Besonderheit des Systems ist die einfache Integration der Sensorik in die Ortsnetzstationen. Der Einbau kann vom Personal der Stadtwerke und bei laufendem Betrieb durchgeführt werden. „Nach nur einer Stunde war eine Station ausgestattet und dann flossen auch schon die Daten“, kommentiert Torsten Lempe, Netzmeister Strom bei Stadtwerke Fellbach. 

Der Rollout der IoT-Lösung ist in Fellbach auf drei Jahre angelegt. Ziel der systematischen Datenerfassung ist, ein aussagekräftiges Gesamtbild des Netzzustands zu erhalten. So wird es möglich sein, rechtzeitig zu wissen, wo das Netz ausgebaut werden muss und wo es eventuell ausreicht, steuernd einzugreifen. 
 

Peter Koller
Redakteur
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Donnerstag, 15.04.2021, 13:46 Uhr

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