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Enerige & Management > Unternehmen - Stromnetz Hamburg schließt Rekommunalisierung ab
Bild: www.Clearlens-images.de / Pixelio.de
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Stromnetz Hamburg schließt Rekommunalisierung ab
Nach Abschluss der Rekommunalisierung des Stromverteilnetzes geht die Stromnetz Hamburg GmbH nun neue Projekte an.
 
Mit der notariellen Kaufvertragsunterzeichnung der Vattenfall Metering Hamburg GmbH und der Vattenfall Netzservice Hamburg GmbH am 18. Januar 2016 und der gesellschaftsrechtlichen Verschmelzung mit der Stromnetz Hamburg GmbH zum 1. April dieses Jahres wird der Rekommunalisierungsprozess rund zweieinhalb Jahre nach dem Volksentscheid abgeschlossen. Das teilte der kaufmännische Geschäftsführer des städtischen Stromverteilnetzbetreibers Christian Heine am 8. Februar vor Journalisten in Hamburg mit. „Die Abspaltung aus dem Vattenfall-Konzern und die Übernahme der Gesellschaften für Metering und Netzservice in den Konzern der Stadt Hamburg waren sehr komplexe Prozesse, die nicht zuletzt unter großem Engagement aller Beteiligten erfolgreich abgeschlossen werden konnten“, sagte Heine.

Mit Abschluss der Rekommunalisierung hat das Unternehmen, wie von E&M Powernews bereits gemeldet wurde, auch sein Führungstrio verjüngt. Neu ins Team gekommen sind Karin Pfäffle und Thomas Volk. Pfäffle war bislang bereits Personalleiterin. Zum Jahreswechsel hat die Volljuristin nun das Amt der Geschäftsführerin Personal von Jürgen Grieger übernommen. Volk kam zum Jahreswechsel von der EQOS Energie Deutschland GmbH aus Frankfurt und trat die Nachfolge von Dietrich Graf an. Grieger und Graf waren Ende 2015 in den Ruhestand getreten.

Nach der gesellschaftsrechtlichen und strukturellen Neuorganisation des Hamburger Stromverteilnetzes will das städtische Unternehmen sich nun auf neue Projekte konzentrieren. So soll bis Mitte 2017 das Ladesäulennetz für die Elektromobilität von derzeit 84 Stationen mit jeweils zwei Anschlüssen auf dann 600 Ladestellen ausgeweitet werden, davon seien 66 Schnellladestationen geplant. Das Unternehmen will bei der Abrechnung der Ladeprozesse neue Wege gehen. So soll neben der Aufladung per Kundenkarte auch eine Aufladung im Direct-Pay-Verfahren über die Mobilfunk-Abrechnung möglich sein. Dieses Modell stößt auch bei anderen Stadtwerken bereits auf Interesse, berichtete Volk und verwies auf Anfragen, beispielsweise aus Lübeck.

Innerhalb Hamburgs will das Unternehmen künftig jährlich 200 Mio. Euro in die Instandhaltung und Modernisierung des Stromverteilnetzes investieren. Im Stadtteil Bergedorf im Südosten der Stadt sollen im Rahmen des EU-Förderprojekts „Smart Bergedorf - City and Country“ innovative Technologien zum Netzausbau getestet werden. Neben einem lokalen Roll-out von Smart-Metern mit Multi-Metering-Funktionen sollen dabei bei der Stromversorgung auch Netz-Hubs genutzt werden und digitale Anwendungen ermöglichen. Ziel sei es, ein kleinräumiges Smart Grid zu entwickeln, in dem die Lastverläufe gezielt gesteuert und Einspeisungen aus erneuerbaren Energien vorrangig abgenommen werden. Die Hamburger Senatskanzlei hat sich um die EU-Förderung beworben, noch ist unklar, ob es für dieses Projekt einen Zuschuss von 20 Mio. Euro geben wird.

Konkreter ist dagegen das Konzept für ein eigenes technisches Ausbildungszentrum. Auf dem Betriebshof in Hamburg-Bramfeld wird die Stromnetz Hamburg GmbH ab 2018 ein solches Zentrum einrichten und dann auch für andere städtische Unternehmen, wie etwa Hamburg Wasser, technische Ausbildungen anbieten. Derzeit kooperiert der Hamburger Stromverteilnetzbetreiber bei der Ausbildung noch mit der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH, diese Kooperation wird allerdings Ende 2017 auslaufen.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Montag, 08.02.2016, 14:57 Uhr

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