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Enerige & Management > Bilanz - Stromnetz Berlin mit solidem Geschäftsergebnis 2021
Quelle: Fotolia / Andrey Popov
BILANZ:
Stromnetz Berlin mit solidem Geschäftsergebnis 2021
Nach der Rekommunalisierung meldet der Berliner Stromnetzbetreiber ein Geschäftsergebnis von 46,2 Mio. Euro und plant Investitionen von rund 300 Mio. Euro jährlich.
 
Die Stromnetz Berlin GmbH wurde 2021 nach jahrelangem Konzessionsstreit von Vattenfall an das Land Berlin verkauft und ist nun ein Unternehmen der neu geschaffenen Berlin Energie und Netzholding-Gruppe (BEN). Im ersten Geschäftsjahr nach der Rekommunalisierung erreichte das Unternehmen mit 46,2 Mio. Euro ein solides Ergebnis nach Steuern. 2020 lag das Ergebnis noch bei 87 Mio. Euro, allerdings mussten diesmal 27 Mio. Euro Steuern gezahlt werden und 10 Mio. Euro Kosten entstanden für die Ablösung aus dem Vattenfall-Konzernverbund, erläuterte Geschäftsführer Thomas Schäfer.

Die Umsatzerlöse des Unternehmens stiegen im vergangenen Jahr auf 1.131,5 Mio. Euro nach 994,8 Mio. Euro im Vorjahr. Coronabedingt habe sich der Stromtransport durch das Berliner Netz leicht verringert auf 12,607 Mrd. kWh. Die Konzessionsabgabe an das Land Berlin belief sich auf 143,2 Mio. Euro. Die Stromnetz Berlin plant deutlich höhere Investitionen, um das Netz auf allen Ebenen für die Energiewende fit zu machen, sagte Schäfer weiter. So lagen die Investitionen 2021 bei 225 Mio. Euro und sollen in diesem Jahr 291 Mio. Euro erreichen. Dies diene dem Erhalt, dem Ausbau und der Digitalisierung des größten städtischen Verteilungsnetzes Deutschlands.

Hohe Investitionen für ein Energiewendenetz

"Auch für die kommenden Jahre planen wir Investitionstätigkeit auf Rekordniveau“, kündigte Schäfer an. Bis 2026 würden rund 300 Mio. Euro jährlich benötigt, insgesamt seien Maßnahmen in Höhe von 1,6 Mrd. Euro geplant. "Dabei liegt der Fokus des Unternehmens auch weiterhin auf den Kernpunkten Versorgungssicherheit, Kundenorientierung und Klimaschutz", umriss Schäfer. Berlin habe mit rund 35.400 Kilometer Länge das größte Metropolstromnetz innerhalb der EU.
  Er zeigte sich stolz, dass in Zeiten der Coronapandemie eine sichere Stromversorgung garantiert und dennoch investiert werden konnte. Man wolle im Zusammenspiel mit den anderen Infrastrukturunternehmen die Stadt auf ihrem Weg zur Klimaneutralität unterstützen, sagte Schäfer. "Gemeinsam mit dem Land Berlin werden wir das Unternehmen für seine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Berliner Klimaziele weiter entwickeln", kündigte Wolfgang Neldner, Geschäftsführer der BEN an.

Schwerpunkte für das Jahr 2022

Zu den Schwerpunkten des Unternehmens für das laufende Jahr zählt Stromnetz-Berlin-Geschäftsführer Thomas Schäfer unter anderem weitere Maßnahmen, um den Hochlauf der Errichtung von Photovoltaik-Anlagen und deren Anschluss an das Netz zu unterstützen, Aktivitäten zur Förderung der Elektromobilität durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur, den Neubau und die Modernisierung von Stromverteilungsanlagen wie Umspannwerke, Netzknoten und Kabeltrassen, die Fortsetzung der Arbeiten an einem neuen Betriebsführungskonzept für die Digitalisierung in der Niederspannung sowie weitere Aktivitäten zur Automatisierung von Mittelspannungsstationen.

Seit 2010 werde das 10-kV-Mittelspannungsnetz für digitale Überwachung und Steuerung ausgerüstet. Darin sei die Stromnetz "weit fortgeschritten". Dies solle nun sukzessive auf das Niederspannungsnetz ausgedehnt werden. Dabei helfe der im Vorjahr begonnene Smart Meter Rollout von bislang rund 2.600 Messsystemen. Bis 2023 sollen es 8.000 werden. Die Daten sollen in einer deutschlandweit einmaligen Leitwarte zusammengeführt werden, die gerade im Bau ist.
 
Geschäftsverlauf und Ertragslage der Stromnetz Berlin 2021 und 2020
(zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken)
Quelle: Stromnetz Berlin

Neue Netzanforderungen durch PV und E-Mobilität

"Wir haben ein mit dem Land Berlin abgestimmtes Konzept, um die wachsende Stadt auf ihrem Weg zur Klimaneutralität und somit bei der weiteren Elektrifizierung, zum Beispiel auch des Wärme- oder des Verkehrssektors, zu unterstützen", sagte Schäfer. So wurden allein im Vorjahr so viele Anträge auf den Anschluss von Photovoltaik-Dachanlagen gestellt, wie in den zehn Jahren zuvor. Da ab 2023 nlagen auf Neubauten in Berlin verpflichtend werden, rechnet das Unternehmen mit entsprechend steigenden Anforderungen ans Netz.

Auch die Zahl der in Berlin zugelassenen Elektrofahrzeuge verdopple sich seit 2019 jährlich mit entsprechender Nachfrage für Ladepunkte. Für Wallboxbesitzer biete die Stromnetz Berlin seit drei Jahren verminderte Netzentgelte, sofern sich die Nutzer auf netzdienliches Laden außerhalb der Hauptbelastungszeiten verpflichten. An der sicheren Versorgung und Ertüchtigung des Netzes arbeiteten die rund 1.509 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern jeden Tag, schloss Schäfer.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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