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Enerige & Management > Studie - Stromnachfrage steigt, Erneuerbare kommen nicht mit
Quelle: Fotolia/bluedesign
STUDIE:
Stromnachfrage steigt, Erneuerbare kommen nicht mit
Keine guten Nachrichten von der Internationalen Energieagentur IEA: Die Stromnachfrage wird schon kurzfristig wieder ansteigen. Und der Ausbau der Erneuerbaren kann nicht mithalten.
 
Nach einem Rückgang im Jahr 2020 um 1 % aufgrund der Corona-Pandemie hat die weltweite Stromnachfrage wieder Fahrt aufgenommen. Die IEA erwartet schon für das laufende Jahr einen Anstieg von 5 % und 2022 sollen nochmals 4 % obendrauf kommen. Das geht aus dem neuesten Halbjahresbericht hervor, den die Agentur am 16. Juli veröffentlicht hat. Danach entfällt ein Großteil des Anstiegs auf die Nachfrage aus dem asiatisch-pazifischen Raum, vor allem aus China und Indien.

Zwar seien die erneuerbaren Energien aufgrund der politischen Rahmenbedingungen und der wirtschaftlichen Entwicklung weltweit stark am Wachsen – um 8 % im Jahr 2021 und um 6 % im Jahr 2022 – das reiche aber nur zur Hälfte aus, um den Mehrverbrauch zu decken, heißt es in der Studie.

Einen Anstieg wird es folgerichtig auch beim CO2-Ausstoß im Stromsektor geben. Hier sehen die Experten einen Wert von 3,5 % für dieses und 2,5 % im nächsten Jahr, was einem neuen Allzeithoch gleichkäme.

"Erneuerbare Energien wachsen in vielen Teilen der Welt eindrucksvoll, aber sie sind immer noch nicht dort, wo sie sein müssen, um uns auf den Weg zu bringen, bis Mitte des Jahrhunderts Netto-Null-Emissionen zu erreichen", sagte Keisuke Sadamori, IEA-Direktor für Energiemärkte und Sicherheit. "Während sich die Volkswirtschaften erholen, haben wir einen Anstieg der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen gesehen. Um auf einen nachhaltigen Weg zu kommen, müssen wir die Investitionen in saubere Energietechnologien – insbesondere erneuerbare Energien und Energieeffizienz – massiv verstärken."

Anstieg der diesjährigen Kohleverstromung um 5 %

Um ein Netto-Null-Emissionsziel bis 2050 zu erreichen, hatte die IEA in einer Roadmap gefordert, dass die Kohleverstromung um 6 % pro Jahr sinken solle. Die Kohleverstromung wird allerdings wohl dieses Jahr wie die Stromnachfrage um 5 % steigen und 2022 um 3 %. Die gasbasierte Stromerzeugung, die im asiatisch-pazifischen Wachstumsmarkt eine untergeordnete Rolle spielt, liegt bei einem Plus von 1 und 2 % für dieses und kommendes Jahr.

Weil seit dem letzten Strommarktbericht der IEA im Dezember 2020 extreme Kälte, Hitze und Dürre zu ernsthaften Störungen der Stromnetze auf der ganzen Welt geführt haben, hat die Agentur eine "Electricity Security Event Scale" eingerichtet, um größere Stromausfälle zu verfolgen und zu klassifizieren. Die texanische Stromkrise im Februar, bei der Millionen von Kunden wegen eisigen Wetters bis zu vier Tage ohne Strom waren, wurde dabei als schwerste Krise bewertet.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Freitag, 16.07.2021, 12:02 Uhr

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