• Strom: Kalenderjahr geht weiter nach oben
  • Gas: Kurzfristiger Auftrieb
  • Rund 1.500 MW fehlen zum Solardeckel
  • Viessmann verkauft Brennstoffzellen-Tochter Hexis
  • Wilken zuversichtlich für 2020
  • Stromanbieter mit überhöhten Mahnpauschalen
  • Geodatengesetz und Mautbefreiung für Gas-LKW verabschiedet
  • "Noch zu wenig im Fokus"
  • H-Gas-Anpassungen kommen voran
  • Höchstwerte bei Temperaturen und CO2
Enerige & Management > E-World - Strom durch Abwärme
Bild: Rainer Schimm
E-WORLD:
Strom durch Abwärme
RWE will vermehrt seinen Kunden Effizienzdienstleistungen anbieten, auch für den Betrieb von Dampfturbinen.
 
Der Organic-Rankine-Cycle (ORC), benannt nach einem schottischen Physiker, ermöglicht es Dampfturbinen mit einem Medium mit niedrigem Siedepunkt anzutreiben. Dieses Verfahren will RWE nutzen, um BHKW-Betreibern die Nutzung von Abwärme zu ermöglichen, wie Jörn-Erik Mantz, Geschäftsführer der RWE Energiedienstleistungen GmbH im Rahmen der E-World erläuterte. Als Arbeitsmittel komme beispielsweise Ammoniak in Frage, so Mantz. Derzeit werde die Dienstleistung mit KWK-Anlagen mit einer Leistung zwischen 50 kW und 2 MW getestet.
 
Das ORC-Verfahren könne überall dort eingesetzt werden, wo größere Mengen an Abwärme anfallen und anderenfalls ungenutzt in die Atmosphäre entweichen würden. Auch in der Industrie, beispielsweise in der chemischen oder metallverarbeitenden Industrie sei das Verfahren möglich.
 
Zwei ORC-Referenzanlagen mit 50 kWel und einer Erzeugungskapazität von 390 000 kWh/Jahr stehen an zwei Standorten in der Gemeinde Wiesenburg/Mark in Brandenburg. Sie nutzen die Abgaswärme von Biogas-Blockheizkraftwerken, die mit einer Temperatur von circa 500°C ganzjährig zur Verfügung steht. Mantz wies darauf hin, dass das Verfahren umso wirtschaftlicher sei, je länger die Wärmebereitstellung möglich sei. Der in Wiesenburg erzeugte ORC-Strom werde nach dem EEG eingespeist. Derzeit veranschlagt Mantz die Kosten des ORC-Verfahren noch mit 2 000 Euro je installierter kW. Mit zunehmender Verbreitung der Technologie und Erfahrung mit deren Umsetzung seien sie jedoch zu senken.
 
Außerdem will RWE die Strom- und Wärmewende mit Power-to-Heat-Angeboten verbinden. Auch zu diesem Thema stellte Mantz eine Referenzanlage vor. Sie steht in Berlin-Adlershof und kombiniert einen Wärmespeicher mit einer KWK-Anlage und der Power-to-Heat-Technologie. Die maximale Heizleistung beträgt 96 MW, die Power-to-Heat-Leistung 6 MW sowie die elektrische Erzeugungsleistung 13 MW. Der Druckheißwasserspeicher fasst 2000 m3 für 100 MWh.
 

Fritz Wilhelm
Stellvertretender Chefredakteur
+49 (0) 6007 9396075
eMail
facebook
© 2020 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 11.02.2015, 10:01 Uhr

Mehr zum Thema