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Energie & Management > Regenerative - Strom aus Wind und Sonne auf dem globalen Vormarsch
Quelle: Fotolia / vencav
Regenerative

Strom aus Wind und Sonne auf dem globalen Vormarsch

Strom aus Wind- und Sonnenenergie machte 2022 weltweit 12 Prozent der gesamten Stromerzeugung aus – ein neuer Höchststand. 2021 waren es 10 Prozent.
Das geht aus dem jüngsten Bericht der Umweltorganisation Ember über den globalen Elektrizitätsmarkt hervor. Danach legte die Stromerzeugung aus Wind und Sonne im Jahr 2022 um 19 Prozent zu, aus Kohle um 1,1 Prozent. Leicht rückläufig war die Stromerzeugung aus Gas mit minus 0,2 Prozent. Der Bericht analysiert die Daten der Elektrizitätsmärkte in 78 Ländern mit 93 Prozent der globalen Stromproduktion.

Die Emissionsintensität der Stromerzeugung sank umgekehrt auf einen neuen Tiefstand: 436 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. 2023 könnte der Höchststand der Stromerzeugung aus Kohle überschritten werden, heißt es in dem Bericht – und damit auch der Höchststand der Emissionen. Zur Begründung verweist Ember darauf, dass die Stromproduktion aus „sauberen“ Quellen in diesem Jahr voraussichtlich stärker zunehme als die globale Stromnachfrage.

Höchststand der CO2-Emissionen

Alle „sauberen“ Energiequellen (Erneuerbare und Atomkraft) trugen 2022 mit 39 Prozent (Wasserkraft: 15 Prozent, Atomkraft: 9 Prozent) zur globalen Stromerzeugung bei. Am stärksten legte die Solarenergie mit plus 24 Prozent zu, Windstrom stieg um 17 Prozent. Dagegen wurde weniger Strom in Atom- und Wasserkraftwerken erzeugt, von denen auch weniger neue Anlagen ans Netz gingen als im Vorjahr.

Obwohl die Stromerzeugung immer „sauberer“ werde, erreichten die CO2-Emissionen der Elektrizitätswirtschaft einen neuen Höchststand (plus 1,3 Prozent), weil die Verstromung von Kohle schneller zunahm als die Emissionsintensität verbessert werden konnte. Der Anstieg der Kohleverstromung sei geringer ausgefallen als angesichts der Energiekrise befürchtet wurde. Allerdings seien weniger Kohlekraftwerke vom Netz gegangen als in den Jahren zuvor.
 

Auf gutem Weg zur Emissionsfreiheit 2040

Die Elektrizitätswirtschaft hat nach Ansicht von Ember gute Chancen, 2040 der erste Wirtschaftssektor zu werden, der keine Treibhausgase mehr ausstößt. Dafür müssten 2030 mehr als 40 Prozent des Stroms aus Wind und Sonne erzeugt werden, bei einem Wachstum der globalen Stromnachfrage von 3,7 Prozent pro Jahr.

Regional war die Entwicklung 2022 unterschiedlich. An der Spitze der Stromproduktion aus Wind und Sonne lag die EU mit 22 Prozent (Deutschland 32 Prozent). Auch die USA (15 Prozent) und China (14 Prozent) lagen über dem globalen Durchschnitt. In Südamerika führen Uruguay (36 Prozent), Chile (28 Prozent) und Brasilien (15 Prozent) den Trend zu Wind und Sonne in der Elektrizitätswirtschaft an. In Afrika sind es Namibia (25 Prozent), Marokko (17 Prozent) und Kenia (16 Prozent). Im nahen Osten erreichte die Stromproduktion aus Sonne und Wind 2022 weniger als 1 Prozent.

Anders sieht es bei den Wachstumsraten aus. Hier lägen die Europäer beim Ausbau der Windkraft hinter dem globalen Trend zurück. In Deutschland, Spanien und im Vereinigten Königreich würden weniger neue Windräder aufgestellt als in der Vergangenheit. In der EU nahm die Stromerzeugung aus Windkraft um 9 Prozent zu, deutlich weniger als weltweit mit 17 Prozent. Dagegen legte die Produktion von Solarstrom mit 24 Prozent genauso kräftig zu wie weltweit.

Mittwoch, 12.04.2023, 15:20 Uhr
Tom Weingrtner
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Regenerative
Strom aus Wind und Sonne auf dem globalen Vormarsch
Strom aus Wind- und Sonnenenergie machte 2022 weltweit 12 Prozent der gesamten Stromerzeugung aus – ein neuer Höchststand. 2021 waren es 10 Prozent.
Das geht aus dem jüngsten Bericht der Umweltorganisation Ember über den globalen Elektrizitätsmarkt hervor. Danach legte die Stromerzeugung aus Wind und Sonne im Jahr 2022 um 19 Prozent zu, aus Kohle um 1,1 Prozent. Leicht rückläufig war die Stromerzeugung aus Gas mit minus 0,2 Prozent. Der Bericht analysiert die Daten der Elektrizitätsmärkte in 78 Ländern mit 93 Prozent der globalen Stromproduktion.

Die Emissionsintensität der Stromerzeugung sank umgekehrt auf einen neuen Tiefstand: 436 Gramm CO2 pro Kilowattstunde. 2023 könnte der Höchststand der Stromerzeugung aus Kohle überschritten werden, heißt es in dem Bericht – und damit auch der Höchststand der Emissionen. Zur Begründung verweist Ember darauf, dass die Stromproduktion aus „sauberen“ Quellen in diesem Jahr voraussichtlich stärker zunehme als die globale Stromnachfrage.

Höchststand der CO2-Emissionen

Alle „sauberen“ Energiequellen (Erneuerbare und Atomkraft) trugen 2022 mit 39 Prozent (Wasserkraft: 15 Prozent, Atomkraft: 9 Prozent) zur globalen Stromerzeugung bei. Am stärksten legte die Solarenergie mit plus 24 Prozent zu, Windstrom stieg um 17 Prozent. Dagegen wurde weniger Strom in Atom- und Wasserkraftwerken erzeugt, von denen auch weniger neue Anlagen ans Netz gingen als im Vorjahr.

Obwohl die Stromerzeugung immer „sauberer“ werde, erreichten die CO2-Emissionen der Elektrizitätswirtschaft einen neuen Höchststand (plus 1,3 Prozent), weil die Verstromung von Kohle schneller zunahm als die Emissionsintensität verbessert werden konnte. Der Anstieg der Kohleverstromung sei geringer ausgefallen als angesichts der Energiekrise befürchtet wurde. Allerdings seien weniger Kohlekraftwerke vom Netz gegangen als in den Jahren zuvor.
 

Auf gutem Weg zur Emissionsfreiheit 2040

Die Elektrizitätswirtschaft hat nach Ansicht von Ember gute Chancen, 2040 der erste Wirtschaftssektor zu werden, der keine Treibhausgase mehr ausstößt. Dafür müssten 2030 mehr als 40 Prozent des Stroms aus Wind und Sonne erzeugt werden, bei einem Wachstum der globalen Stromnachfrage von 3,7 Prozent pro Jahr.

Regional war die Entwicklung 2022 unterschiedlich. An der Spitze der Stromproduktion aus Wind und Sonne lag die EU mit 22 Prozent (Deutschland 32 Prozent). Auch die USA (15 Prozent) und China (14 Prozent) lagen über dem globalen Durchschnitt. In Südamerika führen Uruguay (36 Prozent), Chile (28 Prozent) und Brasilien (15 Prozent) den Trend zu Wind und Sonne in der Elektrizitätswirtschaft an. In Afrika sind es Namibia (25 Prozent), Marokko (17 Prozent) und Kenia (16 Prozent). Im nahen Osten erreichte die Stromproduktion aus Sonne und Wind 2022 weniger als 1 Prozent.

Anders sieht es bei den Wachstumsraten aus. Hier lägen die Europäer beim Ausbau der Windkraft hinter dem globalen Trend zurück. In Deutschland, Spanien und im Vereinigten Königreich würden weniger neue Windräder aufgestellt als in der Vergangenheit. In der EU nahm die Stromerzeugung aus Windkraft um 9 Prozent zu, deutlich weniger als weltweit mit 17 Prozent. Dagegen legte die Produktion von Solarstrom mit 24 Prozent genauso kräftig zu wie weltweit.

Mittwoch, 12.04.2023, 15:20 Uhr
Tom Weingrtner

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