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Enerige & Management > Autogipfel - Streit um Verbrenner, E-Autos und Ladeinfrastruktur
Bild: Gabi Eder/Pixelio.de
AUTOGIPFEL:
Streit um Verbrenner, E-Autos und Ladeinfrastruktur
Beim Autogipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ist vor allem um die Zukunft des Verbrenners debattiert worden – auch wenn die Zukunft der E-Mobilität gehören soll.
 
 
(dpa) - Zwar steigen die Neuzulassungen von E-Autos. Vor allem bei kleinen und mittleren Zulieferern in Deutschland aber hängen noch viele Jobs am Verbrenner. Die Branche setzt deswegen auch auf alternative Kraftstoffe - und blickt mit einiger Sorge auf höhere Klimaziele der EU. Die Grünen sowie Umweltverbände pochen auf einen festen Ausstiegstermin für Verbrenner.

Das wurde auch zu einem „Autogipfel“ mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am 23. März deutlich. Wesentliche konkrete Ergebnisse bei den Beratungen gab es nicht. Neben Merkel nahmen Bundesminister, Regierungschefs der Autoländer wie Niedersachsen sowie Vertreter der Autoindustrie teil.

Die Debatte um mehr Klimaschutz im Verkehr hat zuletzt auch angesichts der Bundestagswahl im Herbst wieder an Fahrt aufgenommen. „Wir Grünen wollen ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos neu zulassen, damit alle Beteiligten endlich Planungssicherheit haben, sagte der Grünen-Politiker Cem Özdemir. Es müsse nun darum gehen, die Elektromobilität zum Erfolg zu machen für die Wirtschaft, die Beschäftigten und das Klima. ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze betonte dagegen: „Ein fixes Verbot für den Verbrennungsmotor würgt aus Sicht des ADAC Innovationen bei Benzin- und Dieselmotoren ab, obgleich hier weiterhin Potenziale liegen.“

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, erklärte nach dem Autogipfel mit Blick auf geplante höhere EU-Klimaziele, dass Klimaschutzziele und Industriepolitik zusammen gedacht werden sollten: „Die Unternehmen brauchen verlässliche und machbare Rahmenbedingungen. Die Unternehmen stehen vor der größten Transformation in der Geschichte der Automobilindustrie, und wir wollen, dass sie gelingt.“

Die vielen verschiedenen Maßnahmen zum Klimaschutz müssten aufeinander abgestimmt sein, damit die Wirtschaft die Transformation leisten könne, so Müller. „Wenn die EU-Kommission vorschlagen will, die CO2-Werte für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zu verschärfen, muss sie zugleich einen detaillierten Ausbauplan für eine Ladeinfrastruktur in ganze Europa vorlegen.“

Ausbau des E-Ladenetzes muss an Tempo gewinnen

Der Ausbau des Ladenetzes ist auch in Deutschland ein großes Thema. Die Frage ist, ob die Infrastruktur Schritt hält mit den auch wegen höherer staatlicher Prämien steigenden Neuzulassungen von E-Autos. Bei höheren Klimazielen würde sich der Druck für die Hersteller enorm erhöhen, mehr E-Fahrzeuge zu verkaufen, damit Flottengrenzwerte eingehalten werden können. Für den bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur will die Bundesregierung nach eigenen Informationen bis 2024 Mittel in Höhe von bis zu 5,5 Mrd. Euro zur Verfügung stellen.

Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte bereits angekündigt: Die Grenzwerte müssten technisch erfüllbar bleiben. „Wenn sich die Gerüchte bestätigen, würde dies ein vorzeitiges und verfrühtes Ende des Verbrennungsmotors einläuten, ohne dass Alternativen bereitstehen würden“, sagte der Erste Vorsitzende der Gewerkschaft IG Metall, Jörg Hofmann. Der „Korridor des Machbaren“ müsse eingehalten werden.

VDA-Präsidentin Müller hatte im vergangenen November vor einem faktischen Aus für Autos mit Verbrennungsmotor ab 2025 gewarnt. „Die Kommission will vorschreiben, dass künftig ein Fahrzeug in jeder Fahrsituation quasi emissionsfrei bleiben muss - sei es mit Anhänger am Berg oder im langsamen Stadtverkehr. Das ist technisch unmöglich, und das wissen auch alle“, kritisierte sie. Damit kämen die geplanten Verschärfungen einem Verbot von Autos mit Verbrennungsmotoren gleich.

„Statt eines Verbotes brauchen wir Innovationen und Investitionen in E-Fuels und die Brennstoffzelle. Nicht der Verbrenner ist das Problem, sondern der Kraftstoff.“ Ein verstärkter Einsatz sogenannter synthetischer Kraftstoffe, für den sich auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) einsetzt, ist aber umstritten. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer sagte: „Statt über synthetische Kraftstoffe zu fabulieren, die zu teuer und nur in sehr begrenztem Umfang zur Verfügung stehen werden, sollte der Autogipfel ein klares Signal für die Elektromobilität setzen.“
 

dpa
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Mittwoch, 24.03.2021, 11:07 Uhr

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