• Aussicht auf kühlere Witterung treibt die Preise
  • Deutsche Fernwärme zu 30 Prozent klimaneutral
  • Das Ländle öffnet das Innenohr für Solaranlagen
  • Netzagentur schreibt sieben Mal mehr Offshore-Leistung aus
  • Allein in Niedersachsen: Fast 6.000 grüne Kraftwerke abgeregelt
  • Tennet darf Elbe-Tunnel für Südlink vorbereiten
  • ASEW unterstützt Stadtwerke mit Online-Rechnern
  • Spitzenposten bei den Technischen Werken Naumburg neu besetzt
  • RWE ordert für Lingen 100-MW-Elektrolyseure
  • Potsdam entscheidet sich für Kvasy
Enerige & Management > Stromspeicher - Steag plant neuen Riesenspeicher
Bild: malp / Fotolia
STROMSPEICHER:
Steag plant neuen Riesenspeicher
Einen 250-MW-Großspeicher plant die Steag. Gleichzeitig steigt das Essener Energieunternehmen damit in das Geschäft mit grünen Power Purchase Agreements ein.
 
Es war ein dickes Ausrufezeichen, das die Steag im Spätherbst 2016 gesetzt hatte. An mehreren Standorten im Saarland und Nordrhein-Westfalen nahm das Energieunternehmen sechs große Batteriespeicher mit zusammen gleich 90 MW Leistung in Betrieb – bundesweit eines der größten Speichervorhaben zum damaligen Zeitpunkt.

Rund 100 Millionen Euro hatte der Energiekonzern in diese Großspeicher investiert, deren Kapazität Steag seit dem Start auf dem Primärregelleistungsmarkt anbietet. „Klar haben wir bei diesem Projekt einiges gelernt. Dieses Know-how kommt uns jetzt zugute“, sagt Christian Karalis, Speicher-Experte des Essener Unternehmens.

Denn Steag plant ihr nächstes Speicher-Projekt, das – gemessen an der Kapazität – um den Faktor drei größer sein wird das als 2016er Vorhaben. Die Steag hat sich wiederum ganz bewusst für einen Großspeicher Richtung 250 MW Leistung entschieden, der zudem noch ausbaubar ist: „Wir haben geprüft, ob sich im Rahmen der neuen Innovationsausschreibung beispielsweise ein kleinerer Speicher inmitten eines Windparks rechnet, um beispielsweise Wasserstoff herzustellen“, lässt Karalis durchblicken, „solche Ideen haben wir aber zunächst verworfen.“

Wo genau und mit welchen Partnern Steag den Riesenspeicher bauen will, lässt Karalis für den Moment noch offen: Eine „Umsetzungsentscheidung“ wird es aber bereits in wenigen Wochen geben, da Steag den Speicher – zumindest partiell – bereits Anfang kommenden Jahres starten will. Was auch fest steht, ist die Entscheidung, dass die Batteriespeicher an einem oder zwei der Standorte gebaut werden, wo Steag heute noch ein Steinkohlekraftwerk betreibt. Karalis spricht von „sinnvoller Nachnutzung unserer heutigen Standorte, da haben wir die notwendigen Flächen und auch den Netzanschluss“.

Mit dem neuen Großspeicher will Steag neue Wege gehen. Statt die Kapazitäten auf den Regelenergiemärkten einzusetzen, soll der gespeicherte Strom nach Karalis Worten dazu dienen, „das grüne Portfolio eines Industriekunden viertelstundenscharf zu verstetigen.“ Den Speicherstrom will Steag Industrie- und Gewerbekunden im Paket anbieten, für die das Unternehmen sozusagen im ersten Schritt mit einem Power Purchase Agreement (PPA) größere Grünstrommengen eingekauft hat. „Ja“, betont Karalis, „Steag wird als neues Geschäftsfeld demnächst auch PPA anbieten.“ Die Speicher könnten den Strombezug solcher Kunden, „um zehn bis 15 Prozent verstetigen“, sprich auf den Einkauf teurer Ausgleichsenergie könnte teilweise verzichtet werden.

Wohl Ende Mai wird die Steag mit ihren Finanzpartnern die Entscheidung zur Umsetzung des Projekts zu treffen und danach weitere Einzelheiten wie beispielsweise den Standort bekannt geben. Dass die Kosten für den Megaspeicher mit dreistelliger MW-Kapazität im dreistelligen Millionenbereich liegen werden, davon ist heute schon auszugehen.
 

Ralf Köpke
© 2023 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 01.04.2021, 10:11 Uhr

Mehr zum Thema