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Enerige & Management > Wärme - Steag erschließt Abfallverwertung für Fernwärme
Bild: Fotolia.com, Cmon
WÄRME:
Steag erschließt Abfallverwertung für Fernwärme
Die Abfallverwertungsanlage Velsen wird so umgerüstet, dass sie künftig neben Strom auch Wärme produziert, die ab Herbst 2022 in die Fernwärmeschiene Saar eingespeist werden soll.
 
Im Sommer 2020 starteten die Steag New Energies und der Entsorgungsverband Saar (EVS) ein gemeinsames Projekt. Die Abfallverwertungsanlage (AVA) Velsen wird so umgebaut, dass sie auch Wärme erzeugt. Nach Erhalt der Genehmigungen beginnt in Kürze die Verlegung der etwas mehr als sechs Kilometer langen Anschlussleitung, über die in Zukunft jährlich rund 170.000 MWh an klimafreundlicher Wärme ins Fernwärmenetz Saar eingespeist werden, kündigten die Unternehmen an. Parallel zum Rohrleitungsbau beginnen auch die Arbeiten an der Turbine in der AVA Velsen selbst.

Mit der Wärmeerschließung der AVA Velsen treibe die Steag die Neuausrichtung des Unternehmens hin zu ressourcenschonenderen und damit umweltverträglicheren Energieträgern und Wärmequellen weiter voran. „Wir sorgen damit zugleich für den Fall vor, dass das Steinkohlekraftwerk am Standort Völklingen-Fenne in absehbarer Zeit im Zuge des gesetzlich geregelten, schrittweisen Kohleausstiegs stillgelegt wird“, erklärte Thomas Billotet, Sprecher der Geschäftsführung der Steag New Energies in Saarbrücken.

Gewinn für Klima und Kunden

„Sofern es mit dem Projekt weiterhin so gut vorangeht, wird die Erschließung der Wärmeerzeugung der AVA Velsen planmäßig bis zum Beginn der Heizperiode im Herbst 2022 gelingen“, so Florian Eder, der das Projekt bei Steag betreut. Dabei profitierten von der in Velsen nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Wärme nicht nur Umwelt und Klima, sondern auch die Kunden. Schon die bisherigen CO2-Emissionen für eine Kilowattstunde Fernwärme lagen bei etwa 135 Gramm, nur etwa die Hälfte einer Gas- oder Ölheizung.

„Dank des hohen regenerativen Anteils der künftig von der AVA Velsen gelieferten 170.000 Megawattstunden Wärme wird sich dieser Wert noch einmal spürbar verbessern“, erläutert Eder. Wegen der seit Januar 2021 geltenden CO2-Abgabe bedeute dies auch eine Kostenersparnis für die Bezieher der klimafreundlichen Fernwärme. „Das zeigt einmal mehr, dass der EVS ein wichtiger Partner bei der Gestaltung einer nachhaltigen Kreislauf- und Energiewirtschaft ist“, kommentierte EVS-Geschäftsführer Michael Philippi.

Das Projekt sei ein wichtiger Bestandteil eines ganzen Maßnahmenbündels, mit dem Steag die Fernwärmeversorgung an der Saar langfristig sichere und klimafreundlich aufstelle. Jüngst erst hatte das Unternehmen eine innovative Wärmelösung am Standort der ehemaligen Grube Camphausen vorgestellt, bei der Abwärme aus Grubenwasser gewonnen und für die Fernwärmeversorgung nutzbar gemacht wird.
 
Abfallverwertungsanlage Velsen
Bild: Steag
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Mittwoch, 03.03.2021, 12:31 Uhr

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